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Niedersachswerfer Ortsverband erinnert an Vertriebene

Gedenkveranstaltung – 70 Jahre Vertreibung

Samstag, 08. August 2015, 18:50 Uhr
Anlässlich des 70. Jahrestages der Vertreibung hat sich am Mittwoch der Ortsverband Niedersachswerfen des Vereins der Vertriebenen getroffen, um an die Menschen aus den ehemaligen deutschen Heimatgebieten zu erinnern und der Opfer zu gedenken. 15 Millionen Menschen mussten 1945 für immer ihre Heimat verlassen, 5 Millionen fanden dabei den Tod...

In Thüringen ist jeder 4. Einwohner ein Vertriebener oder ein Abkömmling, informierte die Vorsitzende Erika Hesse. In Niedersachswerfen kamen bis 1946 insgesamt 1.336 Vertriebene an. Viele verbrachten Monate im ehemaligen KZ Lager Dora, viele kamen in die Baracken des Ortes unter, viele zogen über die Grenze in Richtung Westen. Dort gab es später einen Lastenausgleich und sie konnten sich eine Existenz aufbauen.

Die Vertriebenen kamen in ein zerstörtes Vaterland, in dem die Bevölkerung Not und Entbehrung zu spüren bekamen. Es gab zahlreiche Menschen die uneigennützig halfen. Eine Frau muss stellvertretend für die anderen erwähnt werden. Es war die spätere Gemüsehändlerin Schwarz, die Mutter von Helga Schröter und Gerda Machner. Sie wurde tagelang von der Gestapo verhört, weil sie Häftlingen geholfen hatte, erinnerte Erika Hesse. Nach dem Krieg versorgte sie, obwohl es selbst eine kinderreiche Familie war, Vertriebene im Ort. Diese Hilfsbereitschaft hat sich auch auf beiden Töchter übertragen.

Gedenkveranstaltung – 70 Jahre Vertreibung  (Foto: Doris Eisfeld) Gedenkveranstaltung – 70 Jahre Vertreibung (Foto: Doris Eisfeld)

Kurz nach der Wende wurde der Niedersachswerfer Ortsverband des Vereins der Vertriebenen gegründet, einige Zeit später folgte der Kreisverband. Das war eine turbulente Zeit, berichtete die Vorsitzende, die von Anfang an dabei war. Auch Martha Schwarzberg, Christa Kröll, Erwin Tomaschewsky, Hildegard Dietrich, Hildegard Wernicke und Georg Sindermann gehörten zu den Gründungsmitgliedern.
Unserem Verein haben sich in den Letzten Jahren auch Nichtvertriebene angeschlossen, sie bereichern unseren Verbandsleben und gestalten aktiv die Höhepunkte im Vereinsleben mit, freut sich Erika Hesse über diesen Wandel und dankt auch der Kreissparkasse Nordhausen und der Geschäftsleitung der Muth und Hofmann GmbH für die jahrelange Unterstützung.
Sandra Witzel
Autor: swi

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