TheaterNatur
Alte Waldbühne wird wiederbelebt
Freitag, 07. August 2015, 08:45 Uhr
Lange lag sie still da, unbeachtet im Grünen, fast vergessen. Eine handvoll Theaterenthusiasten wollen die alte Waldbühne in Benneckenstein jetzt wiederbeleben. Mit dem Festival "Theaternatur" geht man gleich in die vollen und will auf der Benneckensteiner Bühne über eine Woche lang Unterhaltung mit Anspruch und noch einiges mehr bieten...
Wie Dornröschen im Märchen hat sie geschlafen, die alte Waldbühne in Benneckenstein, eine handvoll Einheimischer, Nordhäuser und Berliner will sie nun wiederbeleben. 2013 ist der Verein "Kulturrevier Harz" angetreten, die alte Bühne zu retten und das Motto für 2015 dürfte wohl lauten "nicht kleckern, klotzen".
Zwei Eigenproduktionen, Konzerte, Tanztheater, Workshops für Kinder, Amateure und Lehrer die Regie führen wollen, garniert mit Vorführungen alter Filme und Gastspielen - neun Tage lang soll Benneckenstein zur Hochburg der darstellenden Künste werden.
Es waren keine einfachen Jahre für den Ort und seine Bühne. In der Gemeinde Oberharz am Brocken, zu der Benneckenstein gehört, wusste man nicht so recht, was man mit der alten Spielstätte anfangen sollte, es fehlte schlicht das Geld und das Interesse der Investoren.
In Janek Liebetruth fand man schließlich einen, der es wagen wollte. Der gebürtige Benneckensteiner ist gelernter Theaterregisseur, hat in Potsdam, Stuttgart und zuletzt Berlin gearbeitet. Zusammen mit Freunden und Mitstreitern aus Berlin, Benneckenstein und Nordhausen hat er "Kulturrevier" ins Leben gerufen und das Festival auf die Beine gestellt.
"Wir wollen kein reines Unterhaltungstheater machen", sagt Michael Mohr, einer der involvierten Nordhäuser, "es geht uns darum auch Themen anzusprechen, die es wert sind einmal auf der Bühne behandelt zu werden." Dazu zählten die finanzielle Lage der Kommunen im Harz oder auch die "Grenzen in den Köpfen", meint Mohr. Benneckenstein liegt im Drei-Länder-Eck, das Festival kann also weit ausstrahlen, aber schon in der Planung und Bewerbung des Festes habe man gemerkt, wie verankert die Grenzen zwischen Ost und West und den einzelnen Bundesländern seien, so Mohr weiter.
Mit dem "Besuch der alten Dame" wird das mehrtägige Festival Theaternatur in Benneckenstein eröffnet (Foto: Kulturrevier Harz e.V.)
Eine der Eigenproduktionen von "Kulturrevier Harz" will sich unter dem Titel "Harz/Heimat/Megacity" genau mit diesem Thema beschäftigen. Die kommunale Verzweiflung anhand leerer Kassen will man am "Besuch der alten Dame" festmachen. Darin kehrt eine gealterte aber inzwischen äußerst wohlsituierte Dame in ihren Heimatort zurück. Hier herrscht die finanzielle Krise und die reiche Tochter der Stadt bittet ihrer Hilfe an. Allerdings nur unter einer untragbaren Bedingung. "Es geht darum, wie es mit der Moral einer Gesellschaft bestellt ist, wenn die Not größer wird", erklärt Mohr.
Mit "Der Besuch der alten Dame" wird das mehrtägige Festival heute Abend, um 20:30 eröffnet. Wer wissen will was sonst noch auf dem Programm steht, kann sich im Internet unter http://theaternatur.de/ schlau machen.
Und wer sich das Festival der Darstellenden Künste ansehen, aber nicht selber fahren will, für den gibt es von Nordhausen aus auch die Möglichkeit, ganz entspannt nach Benneckenstein zu kommen.
Angelo Glashagel
Autor: redWie Dornröschen im Märchen hat sie geschlafen, die alte Waldbühne in Benneckenstein, eine handvoll Einheimischer, Nordhäuser und Berliner will sie nun wiederbeleben. 2013 ist der Verein "Kulturrevier Harz" angetreten, die alte Bühne zu retten und das Motto für 2015 dürfte wohl lauten "nicht kleckern, klotzen".
Zwei Eigenproduktionen, Konzerte, Tanztheater, Workshops für Kinder, Amateure und Lehrer die Regie führen wollen, garniert mit Vorführungen alter Filme und Gastspielen - neun Tage lang soll Benneckenstein zur Hochburg der darstellenden Künste werden.
Es waren keine einfachen Jahre für den Ort und seine Bühne. In der Gemeinde Oberharz am Brocken, zu der Benneckenstein gehört, wusste man nicht so recht, was man mit der alten Spielstätte anfangen sollte, es fehlte schlicht das Geld und das Interesse der Investoren.
In Janek Liebetruth fand man schließlich einen, der es wagen wollte. Der gebürtige Benneckensteiner ist gelernter Theaterregisseur, hat in Potsdam, Stuttgart und zuletzt Berlin gearbeitet. Zusammen mit Freunden und Mitstreitern aus Berlin, Benneckenstein und Nordhausen hat er "Kulturrevier" ins Leben gerufen und das Festival auf die Beine gestellt.
"Wir wollen kein reines Unterhaltungstheater machen", sagt Michael Mohr, einer der involvierten Nordhäuser, "es geht uns darum auch Themen anzusprechen, die es wert sind einmal auf der Bühne behandelt zu werden." Dazu zählten die finanzielle Lage der Kommunen im Harz oder auch die "Grenzen in den Köpfen", meint Mohr. Benneckenstein liegt im Drei-Länder-Eck, das Festival kann also weit ausstrahlen, aber schon in der Planung und Bewerbung des Festes habe man gemerkt, wie verankert die Grenzen zwischen Ost und West und den einzelnen Bundesländern seien, so Mohr weiter.
Mit dem "Besuch der alten Dame" wird das mehrtägige Festival Theaternatur in Benneckenstein eröffnet (Foto: Kulturrevier Harz e.V.)
Eine der Eigenproduktionen von "Kulturrevier Harz" will sich unter dem Titel "Harz/Heimat/Megacity" genau mit diesem Thema beschäftigen. Die kommunale Verzweiflung anhand leerer Kassen will man am "Besuch der alten Dame" festmachen. Darin kehrt eine gealterte aber inzwischen äußerst wohlsituierte Dame in ihren Heimatort zurück. Hier herrscht die finanzielle Krise und die reiche Tochter der Stadt bittet ihrer Hilfe an. Allerdings nur unter einer untragbaren Bedingung. "Es geht darum, wie es mit der Moral einer Gesellschaft bestellt ist, wenn die Not größer wird", erklärt Mohr.
Mit "Der Besuch der alten Dame" wird das mehrtägige Festival heute Abend, um 20:30 eröffnet. Wer wissen will was sonst noch auf dem Programm steht, kann sich im Internet unter http://theaternatur.de/ schlau machen.
Und wer sich das Festival der Darstellenden Künste ansehen, aber nicht selber fahren will, für den gibt es von Nordhausen aus auch die Möglichkeit, ganz entspannt nach Benneckenstein zu kommen.
Angelo Glashagel
