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Motorradveteranen auf großer Deutschlandfahrt

Zwischenstopp im IFA-Museum

Donnerstag, 06. August 2015, 06:53 Uhr
Heute ist es keine Besonderheit mehr einmal quer durch Deutschland zu fahren, aber wie war das vor rund 100 Jahren? Am kommenden Mittwoch können Sie sich, liebe nnz-Leser - im IFA-Museum dazu einem Überblick verschaffen...

Auch diese Maschine wird zu sehen sein (Foto: privat) Auch diese Maschine wird zu sehen sein (Foto: privat)
Mitveranstalter Timo Rohrwick auf seiner 770 ccm Royal Enfield aus dem Jahr 1914

Etwas mehr als ein Dutzend unerschrockene Motorradfahrer wollen diese Erfahrung bei einer Fernfahrt vom westlichsten zum östlichsten Punkt Deutschlands vom 8. bis 16. August 2015 machen.

Einen kleiner Prolog startet am Samstag dem 8.Augst gegen 16 Uhr vor dem Effeld Hotel und führt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Selfkant zur westlichsten Grenze der Republik. Der eigentliche Start wird einen Tag später gegen 9 Uhr vor dem Hotel erfolgen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden die rund 1100 km lange Durchquerung der Republik unter die Wulstreifen der Maschinen bis Baujahr 1915 nehmen. In der Geschichte der motorisierten Fernfahrten gibt es aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg keine uns bekannte Veranstaltung, die Deutschland von West nach Ost durchquerte, so die Veranstalter.

Letztendlich lag es auch daran, dass man sich in den Anfängen des motorisierten Reisens keine größeren Tagesetappen zutraute, die länger waren als ein Pferdefuhrwerk an einem Tag zurücklegen konnte, um die Fahrmaschine bei einem Defekt wieder nach Hause zu bringen.

Auch war das Material wie Reifen, Zündkerzen und Antriebsriemen wesentlich schlechter als heute, der Kotflügel musste wie sein Namen schon sagt seinen Dienst im Sinne des Wortes erfüllen und die vielen Hufnägel zeigten sich meist schon recht früh für eine der vielen Zwangspausen verantwortlich.

Ein großes Wagnis war es, an den Pferde- und Ochsenfuhrwerken auf den meist unbefestigten Straßen vorbei zu fahren. Die Tiere scheuten und so mancher Lenker war schnell bereit, seine Peitsche auch gegen die ungewöhnlichen und wenig verbreiteten motorisierten Fahrer zu erheben. Nicht zuletzt waren Tankstellen fast nicht vorhanden und Benzin musste in der Apotheke gekauft werden.

Heute sind es der Verkehr, Ampeln und das langsame Tempo, das ein solches Unterfangen schwierig macht.
Für die kleine Reparatur am Wegesrand sorgen die Begleitfahrzeuge, die das notwendige Reparaturmaterial und auch das Gepäck über die meist 150 km langen Tagesetappen bringen.

Die 16 Teilnehmer der Deutschlandfahrt (West –Ost)

Baujahr Hersteller Typ Fahrer Land
1910 The Wynn ( GB ) Lady Model Helmut Lehmann D
1910 Wanderer ( D ) 3 PS Frederik Peschken D
1911 Triumph ( GB ) free engine Heiner Rohrwick D
1912 Lewis ( GB ) two stroke Lian Klaas D
1912 Triumph ( GB ) free engine Frank Brückner D
1913 Royal Enfield ( GB ) Typ 180 Baldur Klaas D
1913 Williamson ( GB ) Water Cooled Harry de Boer NL
1913 Marshall Lily ( GB ) 3 ½ hp Ben Wieringa NL
1914 Royal Enfield ( GB ) Big Twin Jans Keizer NL
1913 James ( GB ) 3 ½ hp Teddy Vogel D
1914 Triumph ( GB ) Model H Rainer Bollack D
1914 Royal Enfield ( GB ) Typ 180 Timo Rohrwick D
1914 Wanderer ( D ) 4 PS Peter Peschken D
1914 Indian ( USA ) Big Twin Gerd Holmersma NL
(1915) Triumph ( GB ) Model H Toni Schneider D
(1915) Wanderer ( D ) 616 Anton Rathgeb D

Deutschlandfahrt West- Ost für 100- jährige Motorräder am 12.8. zu Gast im IFA Museum Nordhausen. Zu sehen sind die Teilnehmer und deren Maschinen ab ca. 12:30 Uhr.
Autor: red

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