nnz-Interview
Die Partei, die Partei...
Mittwoch, 05. August 2015, 08:00 Uhr
Die Partei, die PARTEI tritt auch in Nordhausen ihren Siegeszug an. Mit der nnz sprachen die Nordhäuser PARTEImitglieder Katja Staffehl und Heiko Thiele über Binnenschifffahrt, Rotlichtviertel, neue touristische Attraktionen und ihre Pläne für die Region Nordthüringen...
Heiko Thiele und Katja Staffehl wollen mit der PARTEI die Nordhäuser Politik umkrempeln (Foto: Angelo Glashagel)
nnz: Wie hat der Aufstieg der PARTEI in Nordhausen eigentlich begonnen?
Katja Staffehl: Den Entschluss in die Politik zu gehen trafen wir in den frühen Morgenstunden des ersten Januar 2014. Die PARTEI hatte am Abend zuvor wie jedes Jahr ein großes Feuerwerk organisiert, das man in vielen Städten auf der Welt bewundern konnte. Wie wir so auf unserem Balkon standen, wurde uns klar, dass es unser Ziel sein muss, einmal aus so erhabener Position zum versammelten Volk sprechen zu können.
Heiko Thiele: Noch in derselben Nacht traten wir der PARTEI bei. Um diesen historischen Moment angemessen zu feiern, zogen wir, ausgestattet mit den passenden Winkelementen, alsbald vor den Nordhäuser Roland und stimmten die Hymne unserer Partei an.
Katja Staffehl: Einige Passanten kannten den Text noch von früher. Wir finden das auch gut, da muss man als Bürger nicht soviel umdenken oder etwas neues lernen, sondern kann gleich mit einstimmen. Das war ein wunderbarer Einstand und kam auch beim Publikum bestens an.
nnz: Warum sind sie gerade der PARTEI beigetreten. Die Auswahl an etablierten Interessenvertretungen ist ja nun groß genug?
Heiko Thiele - "seriöse Politik ist mit uns nicht zu machen" (Foto: Angelo Glashagel)
Heiko Thiele: Die Entscheidung fiel leicht: wir hatten gehört sie ist sehr gut. Die PARTEI wurde 2004 gegründet und ist inzwischen fast überall im Land vertreten. Und unser Parteiführer Martin Sonneborn sorgt dafür, dass wir auch in Brüssel zu hören sind.
nnz: Wie sehen ihre Pläne für Nordhausen aus? Wie etwa wollen sie die Haushaltsprobleme der Stadt in den Griff bekommen?
Katja Staffehl: Uns schwebt ein ganzes Paket robuster Maßnahmen vor. Zunächst sollte die Zorge für die Binnenschifffahrt ausgebaut werden. Das würde den Handel in der Region enorm stärken. Zu jedem ordentlichen Hafen gehört zudem ein passendes Rotlichtviertel, das auch Geld ins Stadtsäckel spült. Schauen sie nur nach Hamburg, da funktioniert das bestens. Ein positiver Nebeneffekt würde sich zudem einstellen, wenn wir das Viertel in einen der Randbereiche der Stadt verlegen. Dieser könnte so ohne großen Aufwand belebt und bunter gemacht werden.
nnz: Das ist, gelinde gesagt, ein ambitioniertes Vorhaben welches, wenn überhaupt, erst nach einiger Zeit Früchte tragen würde. Wie könnte man die Situation jetzt verbessern?
Heiko Thiele: Wir würden das Bürgerhaus mit der angeschlossenen Bibliothek umwandeln. Da könnte ein Kaufland einziehen, das kommt sicher gut an und lockt bestimmt auch Leute aus anderen Metropolen der Umgebung, zum Beispiel aus Sondershausen, in unsere schöne Stadt. Alternativ wäre ein Indoor-Spielplatz denkbar, der jederzeit gegen eine kleine Gebühr genutzt werden kann. Wir haben Beschwerden von vielen Eltern gehört, die es leid sind mit ihren Kindern zum spielen hinausgehen zu müssen. Mit dem Indoor-Active-Playground wäre also auch etwas für die Familienfreundlichkeit der Nordhausens getan. Die dann verlassenen Spielplätze im öffentlichen Raum werden umgehend zu offiziellen Hundekackplätzen umfunktioniert, die von Hundehaltern und ihren Tieren genutzt werden können. Gegen eine kleine Gebühr versteht sich. Die oberste Etage des Bürgerhauses wäre selbstverständlich unserer neu zu errichtenden PARTEIzentrale vorbehalten.
nnz: Wie sieht es mit dem Einsparpotential im Kulturbereich aus?
Heiko Thiele: Hier sehen wir keine Möglichkeit Geld einzusparen. Im Gegenteil, hier kann Geld verdient werden. Kultur ist kein elitärer Kackscheiß - der Satz stammt zwar von der Linken, aber da stehen wir solidarisch zu den Genossen.
Katja Staffehl: Kultur muss sexy sein. Die eine oder andere ordentliche Peepshow im neuen Rotlichtviertel sollte selbst eingefleischte Kulturpessismisten vom Sofa holen können.
nnz: Die Zukunft der Region wird von vielen auch im Bereich Tourismus gesehen. Was könnte die PARTEI hier beisteuern?
Katja Staffehl ist Vorsitzende der PARTEI Nordhausen und fordert: Schwarzfahren muss bezahlbar bleiben! (Foto: Angelo Glashagel)
Katja Staffehl: Wir sind dafür die Straßenbahn weiter auszubauen. Eine Linie, die bis zum Brocken fährt, würde nicht nur Gäste begeistern, sondern auch den Einheimischen die Möglichkeit bieten mal wieder rauszukommen. Wir würden im Zuge dieser Maßnahme auch eine andere Forderung umsetzen: Schwarzfahren muss bezahlbar bleiben! Anstatt die Preise für Schwarzfahren zu erhöhen sollte man sie senken, auf 20 Euro. Mindestens. Dem Bürger bleibt dann mehr in der Tasche. So muss intelligente Wirtschaftsförderung heutzutage aussehen.
nnz: Zum Tourismus gehört auch Marketing. Wie würden Sie die Stadt bekannter machen?
Katja Staffehl: Auch hier haben wir unkonventionelle Lösungen erarbeitet. Die Betreiber der Biomethangasanlage und der vielen Firmen die sich schon bald im Industriegebiet in der Goldenen Aue ansiedeln werden, sollen dazu verpflichtet werden auf ihren Gebäuden möglichst effektvolle Werbung für die Region anzubringen. Denken sie an die Chemiewerke Leuna bei Nacht. Das ist ein absoluter Hingucker und das geht auch in Nordhausen. Ähnliche Betriebe in der Goldenen Aue können mit entsprechender Illumination zu Leuchttürmen der Region werden.
nnz: "Region" ist ein gutes Stichwort. Wenn die aktuelle Regierung ihre Pläne umsetzen kann, wird der Landkreis Nordhausen in Zukunft vielleicht größer ausfallen als bisher. Wie stehen Sie zu den Plänen aus Erfurt?
Heiko Thiele: Die Pläne der Ramelow Regierung gehen uns noch nicht weit genug. Wir müssen die Mauer wieder aufbauen! Und zwar rund um das Eichsfeld. Die katholische Enklave wird dann dem Land Mecklenburg Vorpommern zugesprochen. Im Gegenzug erhält Thüringen die Insel Rügen und gewinnt damit nicht nur einen weiteren Tourismusmagneten, sondern auch einen Zugang zur Hochseeschiffahrt. Der Ausbau der Zorge kommt damit voll zum Tragen und Nordhausen kann sich endlich wieder "Hansestadt" nennen.
nnz: Das Eichsfeld ist eine florierende Region, warum sollte man die so einfach aufgeben wollen?
Heiko Thiele: Wir können nicht so mit der Mentalität im Eichsfeld. Das ist eine spaßbefreite Zone.
Katja Staffehl: Das ist korrekt. Wir sehen im Eichsfeld einfach kein Wählerpotential. Das gleiche gilt übrigens für Bleicherode. Ob die Neue Mauer auch Bleicherorde mit einschließen wird, darüber wird noch in geheimer Sitzung zu beraten sein. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung für die Bleicheröder.
nnz: Was wollen Sie mit der PARTEI Nordhausen in den kommenden fünf Jahren noch erreichen?
Heiko Thiele: Es müssen mehr verkrustete Strukturen geschaffen und die Korruption als Wirtschaftsmotor gefördert werden. Außerdem will ich ganz persönlich nicht mehr um sechs aufstehen müssen.
Katja Staffehl: Dem kann ich nur zustimmen. Wir sehen großes Potential für die Stadt. Der zentralen Forderung der PARTEI "Inhalte überwinden" kommt das politische Nordhausen schließlich schon seit Jahren nach. Um die Qualität unserer Arbeit weiterhin nachhaltig zu gestalten und den Verwaltungsprozess als solchen zu verschlanken muss außerdem die PARTEIzentrale nach Nordhausen verlegt werden. Und wir wollen ins Fernsehen. Am besten wenn wir uns vom Balkon aus den Massen devoter Anhänger gnädigerweise zeigen und ihre Huldigung entgegen nehmen können.
nnz: Frau Staffehl, Herr Thiele wir danken für dieses Gespräch.
Die Ehre mit der PARTEI Nordhausen sprechen zu dürfen wurde Angelo Glashagel zu Teil
Autor: red
Heiko Thiele und Katja Staffehl wollen mit der PARTEI die Nordhäuser Politik umkrempeln (Foto: Angelo Glashagel)
nnz: Wie hat der Aufstieg der PARTEI in Nordhausen eigentlich begonnen?
Katja Staffehl: Den Entschluss in die Politik zu gehen trafen wir in den frühen Morgenstunden des ersten Januar 2014. Die PARTEI hatte am Abend zuvor wie jedes Jahr ein großes Feuerwerk organisiert, das man in vielen Städten auf der Welt bewundern konnte. Wie wir so auf unserem Balkon standen, wurde uns klar, dass es unser Ziel sein muss, einmal aus so erhabener Position zum versammelten Volk sprechen zu können.
Heiko Thiele: Noch in derselben Nacht traten wir der PARTEI bei. Um diesen historischen Moment angemessen zu feiern, zogen wir, ausgestattet mit den passenden Winkelementen, alsbald vor den Nordhäuser Roland und stimmten die Hymne unserer Partei an.
Katja Staffehl: Einige Passanten kannten den Text noch von früher. Wir finden das auch gut, da muss man als Bürger nicht soviel umdenken oder etwas neues lernen, sondern kann gleich mit einstimmen. Das war ein wunderbarer Einstand und kam auch beim Publikum bestens an.
nnz: Warum sind sie gerade der PARTEI beigetreten. Die Auswahl an etablierten Interessenvertretungen ist ja nun groß genug?
Heiko Thiele - "seriöse Politik ist mit uns nicht zu machen" (Foto: Angelo Glashagel)
Heiko Thiele: Die Entscheidung fiel leicht: wir hatten gehört sie ist sehr gut. Die PARTEI wurde 2004 gegründet und ist inzwischen fast überall im Land vertreten. Und unser Parteiführer Martin Sonneborn sorgt dafür, dass wir auch in Brüssel zu hören sind.nnz: Wie sehen ihre Pläne für Nordhausen aus? Wie etwa wollen sie die Haushaltsprobleme der Stadt in den Griff bekommen?
Katja Staffehl: Uns schwebt ein ganzes Paket robuster Maßnahmen vor. Zunächst sollte die Zorge für die Binnenschifffahrt ausgebaut werden. Das würde den Handel in der Region enorm stärken. Zu jedem ordentlichen Hafen gehört zudem ein passendes Rotlichtviertel, das auch Geld ins Stadtsäckel spült. Schauen sie nur nach Hamburg, da funktioniert das bestens. Ein positiver Nebeneffekt würde sich zudem einstellen, wenn wir das Viertel in einen der Randbereiche der Stadt verlegen. Dieser könnte so ohne großen Aufwand belebt und bunter gemacht werden.
nnz: Das ist, gelinde gesagt, ein ambitioniertes Vorhaben welches, wenn überhaupt, erst nach einiger Zeit Früchte tragen würde. Wie könnte man die Situation jetzt verbessern?
Heiko Thiele: Wir würden das Bürgerhaus mit der angeschlossenen Bibliothek umwandeln. Da könnte ein Kaufland einziehen, das kommt sicher gut an und lockt bestimmt auch Leute aus anderen Metropolen der Umgebung, zum Beispiel aus Sondershausen, in unsere schöne Stadt. Alternativ wäre ein Indoor-Spielplatz denkbar, der jederzeit gegen eine kleine Gebühr genutzt werden kann. Wir haben Beschwerden von vielen Eltern gehört, die es leid sind mit ihren Kindern zum spielen hinausgehen zu müssen. Mit dem Indoor-Active-Playground wäre also auch etwas für die Familienfreundlichkeit der Nordhausens getan. Die dann verlassenen Spielplätze im öffentlichen Raum werden umgehend zu offiziellen Hundekackplätzen umfunktioniert, die von Hundehaltern und ihren Tieren genutzt werden können. Gegen eine kleine Gebühr versteht sich. Die oberste Etage des Bürgerhauses wäre selbstverständlich unserer neu zu errichtenden PARTEIzentrale vorbehalten.
nnz: Wie sieht es mit dem Einsparpotential im Kulturbereich aus?
Heiko Thiele: Hier sehen wir keine Möglichkeit Geld einzusparen. Im Gegenteil, hier kann Geld verdient werden. Kultur ist kein elitärer Kackscheiß - der Satz stammt zwar von der Linken, aber da stehen wir solidarisch zu den Genossen.
Katja Staffehl: Kultur muss sexy sein. Die eine oder andere ordentliche Peepshow im neuen Rotlichtviertel sollte selbst eingefleischte Kulturpessismisten vom Sofa holen können.
nnz: Die Zukunft der Region wird von vielen auch im Bereich Tourismus gesehen. Was könnte die PARTEI hier beisteuern?
Katja Staffehl ist Vorsitzende der PARTEI Nordhausen und fordert: Schwarzfahren muss bezahlbar bleiben! (Foto: Angelo Glashagel)
Katja Staffehl: Wir sind dafür die Straßenbahn weiter auszubauen. Eine Linie, die bis zum Brocken fährt, würde nicht nur Gäste begeistern, sondern auch den Einheimischen die Möglichkeit bieten mal wieder rauszukommen. Wir würden im Zuge dieser Maßnahme auch eine andere Forderung umsetzen: Schwarzfahren muss bezahlbar bleiben! Anstatt die Preise für Schwarzfahren zu erhöhen sollte man sie senken, auf 20 Euro. Mindestens. Dem Bürger bleibt dann mehr in der Tasche. So muss intelligente Wirtschaftsförderung heutzutage aussehen.
nnz: Zum Tourismus gehört auch Marketing. Wie würden Sie die Stadt bekannter machen?
Katja Staffehl: Auch hier haben wir unkonventionelle Lösungen erarbeitet. Die Betreiber der Biomethangasanlage und der vielen Firmen die sich schon bald im Industriegebiet in der Goldenen Aue ansiedeln werden, sollen dazu verpflichtet werden auf ihren Gebäuden möglichst effektvolle Werbung für die Region anzubringen. Denken sie an die Chemiewerke Leuna bei Nacht. Das ist ein absoluter Hingucker und das geht auch in Nordhausen. Ähnliche Betriebe in der Goldenen Aue können mit entsprechender Illumination zu Leuchttürmen der Region werden.
nnz: "Region" ist ein gutes Stichwort. Wenn die aktuelle Regierung ihre Pläne umsetzen kann, wird der Landkreis Nordhausen in Zukunft vielleicht größer ausfallen als bisher. Wie stehen Sie zu den Plänen aus Erfurt?
Heiko Thiele: Die Pläne der Ramelow Regierung gehen uns noch nicht weit genug. Wir müssen die Mauer wieder aufbauen! Und zwar rund um das Eichsfeld. Die katholische Enklave wird dann dem Land Mecklenburg Vorpommern zugesprochen. Im Gegenzug erhält Thüringen die Insel Rügen und gewinnt damit nicht nur einen weiteren Tourismusmagneten, sondern auch einen Zugang zur Hochseeschiffahrt. Der Ausbau der Zorge kommt damit voll zum Tragen und Nordhausen kann sich endlich wieder "Hansestadt" nennen.
nnz: Das Eichsfeld ist eine florierende Region, warum sollte man die so einfach aufgeben wollen?
Heiko Thiele: Wir können nicht so mit der Mentalität im Eichsfeld. Das ist eine spaßbefreite Zone.
Katja Staffehl: Das ist korrekt. Wir sehen im Eichsfeld einfach kein Wählerpotential. Das gleiche gilt übrigens für Bleicherode. Ob die Neue Mauer auch Bleicherorde mit einschließen wird, darüber wird noch in geheimer Sitzung zu beraten sein. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung für die Bleicheröder.
nnz: Was wollen Sie mit der PARTEI Nordhausen in den kommenden fünf Jahren noch erreichen?
Heiko Thiele: Es müssen mehr verkrustete Strukturen geschaffen und die Korruption als Wirtschaftsmotor gefördert werden. Außerdem will ich ganz persönlich nicht mehr um sechs aufstehen müssen.
Katja Staffehl: Dem kann ich nur zustimmen. Wir sehen großes Potential für die Stadt. Der zentralen Forderung der PARTEI "Inhalte überwinden" kommt das politische Nordhausen schließlich schon seit Jahren nach. Um die Qualität unserer Arbeit weiterhin nachhaltig zu gestalten und den Verwaltungsprozess als solchen zu verschlanken muss außerdem die PARTEIzentrale nach Nordhausen verlegt werden. Und wir wollen ins Fernsehen. Am besten wenn wir uns vom Balkon aus den Massen devoter Anhänger gnädigerweise zeigen und ihre Huldigung entgegen nehmen können.
nnz: Frau Staffehl, Herr Thiele wir danken für dieses Gespräch.
Die Ehre mit der PARTEI Nordhausen sprechen zu dürfen wurde Angelo Glashagel zu Teil
