10. Harz-Hunderter EXTREM:
Latschen ohne Ende
Montag, 03. August 2015, 17:56 Uhr
Wenn mir endlich jemand sagen könnte, warum ich immerfort Hunderter wandere, würde ich sofort aufhören, sagte einst ein besonders aktiver Vertreter der Hunderterszene. Die Teilnehmer der siebenten (gelungenen) West-Ost-Harzüberquerung konnten diese Frage leider wieder nicht beantworten...
Zu Viert erreichten wir am gestrigen Sonntag nach 147 Kilometern und 40 Stunden Gehzeit den Bahnhof Lutherstadt Eisleben. Am Freitag um 21:30 war am Bahnhof Seesen, also am äußersten Westrand des Harzes, der sprichwörtliche Startschuss gefallen.
Einer der Enthusiasten musste die Tour auf Grund beruflicher Verpflichtungen nach 28 Kilometern in Altenau abbrechen, einem weiteren machte eine Sportverletzung zu schaffen. Er gab nach 72 km in Trautenstein auf.
Gundula Schäfer aus Hamburg ist die erste Frau, die den Harz entlang seiner größten Ausdehnung bewältigte, Dr. André Petrasch aus Nauendorf bei Halle war im vergangenen Jahr auf dem Brocken gestartet (100 km bis Eisleben) und schaffte in diesem Jahr mit Bravour die Gesamtstrecke, natürlich und notwendigerweise auch wieder der Wanderleiter.
Der 65-jährige Berliner Detlef Koch hatte es sich während der ersten Wandernacht im Brockenhotel bequem gemacht und erhielt in Eisleben eine Urkunde über 100 nonstop zu Fuß gewältigte Kilometer.
Bilderbuchwetter begleitete uns während der 40 Stunden: Vollmond in beiden durchwanderten Nächten, erträgliche Wärme und kühlender Wind tagsüber. Einen Erschwerniszuschag könnte ich daher in diesem Jahr nicht anbieten, allerdings ist die Wanderstrecke mit ihren 2.400 Metern Anstieg auf 147 km schon anspruchsvoll genug: Die Abschnitte zwischen Seesen und Lautental, zwischen Lautental und Bockswiese, der Abschnitt Torfhaus-Brocken seien hier stellvertretend für andere kleinere zu nennen.
Detlef Koch, der bisher mehr als 300 Hunderter absolvierte, lobt den Abwechslungsreichtum der Tour mit ihren angenehmen, auf lange Distanzen gut begehbaren Wanderwegen.
Angenehm war es auch auf dem sonst so überlaufenen Brocken. Kaum Wanderer bzw. Touristen waren zu sehen, als wir ihn gegen 9:30 am Sonnabend erreichten. Freie Sitzplätze gab es zu Hauf. Leider konnten wir Brocken-Benno in diesem Jahr nicht treffen.
Letztlich wird der Kampf gegen die Kilometer, gegen Verspannungen und eventuelle Druckstellen sowie gegen die durch zwei schlaflose Nächte erzeugte Müdigkeit mehrheitlich im Kopf entschieden. Man oder frau muss den Harz bewältigen wollen. Mancher glaubt, wir hätten unterwegs keinen Spaß und würden uns mit verbissenen Gesichtern vorankämpfen. Aber weit gefehlt: So mancher Kalauer weht unterwegs durch die laue Harzluft, über frühere und künftige Touren wird diskutiert, auch über Persönliches.
Und über den Zeitplan: Der Wanderleiter hat ihn aufgestellt und muss sich für dessen Nichteinhaltung verantworten. Aber wir hielten ihn weitestgehend ein, was auf dieser Tour nie so ganz selbstverständlich war: Selbst das Frühstück in Grillenberg nach 126 km erreichten wir um 7:18, also mit gerade einmal 18 Minuten Verspätung. Die Zielzeit 13:30 in Eisleben wurde durch die Teilnehmer exakt eingehalten.
Trotz eines von mir selbstverschuldeten Verlaufers an der Okertalsperre und trotz einer halbstündigen Wartezeit auf einen zurückgebliebenen Wanderfreund. Letztlich ist die hervorragend abgelaufene Tour den Teilnehmern zu danken, die sich wunderbar geschlagen haben – allen Widrigkeiten zum Trotz.
Diese lassen sich gleich leichter ertragen, wenn man den Brocken erst von Westen und dann, 24 Stunden später, von Osten betrachten kann. Dann aber fast am Horizont. Unglaublich aber wahr. Dort waren wir doch noch heute früh?
Gedankt sei auch den Teams der Gaststätten Zwergenstübchen in Lautental, der Gaststätte im Bahnhof Brocken, in Trautenstein, der Bergschänke in Straßberg und dem Harzer Erlebnishof in Grillenberg.
Die Fotos geben einen kleinen Einblick in die zurückliegende Tour, zweimal auch mit Brocken: aus wenigen km Entfernung aus Richtung West (Goetheweg) und aus Dutzenden erwanderten km aufgenommen aus dem Raum Stiege.
Bodo Schwarzberg
Autor: redZu Viert erreichten wir am gestrigen Sonntag nach 147 Kilometern und 40 Stunden Gehzeit den Bahnhof Lutherstadt Eisleben. Am Freitag um 21:30 war am Bahnhof Seesen, also am äußersten Westrand des Harzes, der sprichwörtliche Startschuss gefallen.
Einer der Enthusiasten musste die Tour auf Grund beruflicher Verpflichtungen nach 28 Kilometern in Altenau abbrechen, einem weiteren machte eine Sportverletzung zu schaffen. Er gab nach 72 km in Trautenstein auf.
Gundula Schäfer aus Hamburg ist die erste Frau, die den Harz entlang seiner größten Ausdehnung bewältigte, Dr. André Petrasch aus Nauendorf bei Halle war im vergangenen Jahr auf dem Brocken gestartet (100 km bis Eisleben) und schaffte in diesem Jahr mit Bravour die Gesamtstrecke, natürlich und notwendigerweise auch wieder der Wanderleiter.
Der 65-jährige Berliner Detlef Koch hatte es sich während der ersten Wandernacht im Brockenhotel bequem gemacht und erhielt in Eisleben eine Urkunde über 100 nonstop zu Fuß gewältigte Kilometer.
Bilderbuchwetter begleitete uns während der 40 Stunden: Vollmond in beiden durchwanderten Nächten, erträgliche Wärme und kühlender Wind tagsüber. Einen Erschwerniszuschag könnte ich daher in diesem Jahr nicht anbieten, allerdings ist die Wanderstrecke mit ihren 2.400 Metern Anstieg auf 147 km schon anspruchsvoll genug: Die Abschnitte zwischen Seesen und Lautental, zwischen Lautental und Bockswiese, der Abschnitt Torfhaus-Brocken seien hier stellvertretend für andere kleinere zu nennen.
Detlef Koch, der bisher mehr als 300 Hunderter absolvierte, lobt den Abwechslungsreichtum der Tour mit ihren angenehmen, auf lange Distanzen gut begehbaren Wanderwegen.
Angenehm war es auch auf dem sonst so überlaufenen Brocken. Kaum Wanderer bzw. Touristen waren zu sehen, als wir ihn gegen 9:30 am Sonnabend erreichten. Freie Sitzplätze gab es zu Hauf. Leider konnten wir Brocken-Benno in diesem Jahr nicht treffen.
Letztlich wird der Kampf gegen die Kilometer, gegen Verspannungen und eventuelle Druckstellen sowie gegen die durch zwei schlaflose Nächte erzeugte Müdigkeit mehrheitlich im Kopf entschieden. Man oder frau muss den Harz bewältigen wollen. Mancher glaubt, wir hätten unterwegs keinen Spaß und würden uns mit verbissenen Gesichtern vorankämpfen. Aber weit gefehlt: So mancher Kalauer weht unterwegs durch die laue Harzluft, über frühere und künftige Touren wird diskutiert, auch über Persönliches.
Und über den Zeitplan: Der Wanderleiter hat ihn aufgestellt und muss sich für dessen Nichteinhaltung verantworten. Aber wir hielten ihn weitestgehend ein, was auf dieser Tour nie so ganz selbstverständlich war: Selbst das Frühstück in Grillenberg nach 126 km erreichten wir um 7:18, also mit gerade einmal 18 Minuten Verspätung. Die Zielzeit 13:30 in Eisleben wurde durch die Teilnehmer exakt eingehalten.
Trotz eines von mir selbstverschuldeten Verlaufers an der Okertalsperre und trotz einer halbstündigen Wartezeit auf einen zurückgebliebenen Wanderfreund. Letztlich ist die hervorragend abgelaufene Tour den Teilnehmern zu danken, die sich wunderbar geschlagen haben – allen Widrigkeiten zum Trotz.
Diese lassen sich gleich leichter ertragen, wenn man den Brocken erst von Westen und dann, 24 Stunden später, von Osten betrachten kann. Dann aber fast am Horizont. Unglaublich aber wahr. Dort waren wir doch noch heute früh?
Gedankt sei auch den Teams der Gaststätten Zwergenstübchen in Lautental, der Gaststätte im Bahnhof Brocken, in Trautenstein, der Bergschänke in Straßberg und dem Harzer Erlebnishof in Grillenberg.
Die Fotos geben einen kleinen Einblick in die zurückliegende Tour, zweimal auch mit Brocken: aus wenigen km Entfernung aus Richtung West (Goetheweg) und aus Dutzenden erwanderten km aufgenommen aus dem Raum Stiege.
Bodo Schwarzberg














