Camp-Tagebuch: Tag 6
Michael und Thomas werden verhaftet
Freitag, 31. Juli 2015, 06:46 Uhr
Spannende Tage für über 100 Kinder aus der Nordhäuser Region im Camp Hoheneiche. In diesem Tagebuch berichtet Rüdiger Neitzke über das Leben im Camp, bei dem sich in diesem Jahr alles um eine Zeit dreht, die etwas mehr als 25 Jahre vorbei ist...
Oktober 1989: Während in Berlin die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik im Beisein zahlreicher internationaler Gäste begangen werden, werden in Leipzig an der Nikolaikirche Menschen verhaftet.
Im Theaterstück wurden Michael und
Thomas von der Bühne geholt. Die Menschen haben Angst, Angst vor der Chinesischen Lösung. Die Namen der Inhaftierten sind sichtbar auf Plakaten an der
Kirche befestigt. Kerzen vor den Plakaten zeigen die Anteilnahme der Bevölkerung. Selbst die Straßenreinigung entfernt nur die Kerzenreste und lässt die brennenden Kerzen stehen.
Christian Führer lässt sich selbst von der Bezirksstaatsanwältin nicht einschüchtern. Heute im Theater wird es das nächste (entscheidende?) Friedensgebet geben.Sportliche HandwerkerNicht nur Geschicklichkeit, Armkraft oder Basteltalent spielen eine große Rolle, auch Bewegung und Ausdauer prägen den alltäglichen Tagesablauf im Camp. In den verschiedensten Disziplinen kann sich jeder beweisen; und es ist für jeden etwas dabei. Ein ganz besonderes alljährliches Highlight sind die
Zeltmeisterschaften im Fußball.
Jungs wie Mädchen, Große und Kleine, Schnelle oder Langsame – hier ist jeder gefragt, der für sein Zelt den Titel Fußball-Campmeister erringen möchte. Natürlich wird niemand gezwungen; sind nicht genügend Probanden im Zelt, so finden sich zwei Zelte und spielen gemeinsam gemischt. So werden aus den Detschen Datschen und den Nervtrötern die Trötschen Datschen. Wer sich jedoch nicht mit der berühmten Ballsportart einigen kann, hat die Gelegenheit, sich auf der Hüpfburg so richtig auszutoben.
Ob beim Kunstspringen, Quizspringen oder einfach nur aus Spaß – wer Bedarf hat, seine Power raus zu lassen wird hier nicht zu kurz kommen. Wird jedoch eher auf die kognitiven Fähigkeiten gezählt, so kann das Schachturnier der richtige Ort sein, um sich mit anderen zu messen. Ist aber eine gesunde Mischung aus Bewegung und Geschicklichkeit erwünscht, kann auch beim Tischtennisturnier alles gegeben werden. Der Sieger erhält am Ende der Woche – ebenso wie die Fußball- und Schachmeister - einen würdigen Pokal.
Sollten die harten Gemüter selbst nach derartigen Aktivitäten noch Reserven haben, werden diese durch die verschiedenen Dienste, freiwillige Mitarbeitermassagen oder kurze Sprints quer übers Campgelände gefordert. Und die, die immer noch nicht ausgelastet sind, … … gibt es nicht!
Autor: redOktober 1989: Während in Berlin die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik im Beisein zahlreicher internationaler Gäste begangen werden, werden in Leipzig an der Nikolaikirche Menschen verhaftet.
Im Theaterstück wurden Michael und
Thomas von der Bühne geholt. Die Menschen haben Angst, Angst vor der Chinesischen Lösung. Die Namen der Inhaftierten sind sichtbar auf Plakaten an der
Kirche befestigt. Kerzen vor den Plakaten zeigen die Anteilnahme der Bevölkerung. Selbst die Straßenreinigung entfernt nur die Kerzenreste und lässt die brennenden Kerzen stehen.
Christian Führer lässt sich selbst von der Bezirksstaatsanwältin nicht einschüchtern. Heute im Theater wird es das nächste (entscheidende?) Friedensgebet geben.Sportliche HandwerkerNicht nur Geschicklichkeit, Armkraft oder Basteltalent spielen eine große Rolle, auch Bewegung und Ausdauer prägen den alltäglichen Tagesablauf im Camp. In den verschiedensten Disziplinen kann sich jeder beweisen; und es ist für jeden etwas dabei. Ein ganz besonderes alljährliches Highlight sind die
Zeltmeisterschaften im Fußball.
Jungs wie Mädchen, Große und Kleine, Schnelle oder Langsame – hier ist jeder gefragt, der für sein Zelt den Titel Fußball-Campmeister erringen möchte. Natürlich wird niemand gezwungen; sind nicht genügend Probanden im Zelt, so finden sich zwei Zelte und spielen gemeinsam gemischt. So werden aus den Detschen Datschen und den Nervtrötern die Trötschen Datschen. Wer sich jedoch nicht mit der berühmten Ballsportart einigen kann, hat die Gelegenheit, sich auf der Hüpfburg so richtig auszutoben.
Ob beim Kunstspringen, Quizspringen oder einfach nur aus Spaß – wer Bedarf hat, seine Power raus zu lassen wird hier nicht zu kurz kommen. Wird jedoch eher auf die kognitiven Fähigkeiten gezählt, so kann das Schachturnier der richtige Ort sein, um sich mit anderen zu messen. Ist aber eine gesunde Mischung aus Bewegung und Geschicklichkeit erwünscht, kann auch beim Tischtennisturnier alles gegeben werden. Der Sieger erhält am Ende der Woche – ebenso wie die Fußball- und Schachmeister - einen würdigen Pokal.
Sollten die harten Gemüter selbst nach derartigen Aktivitäten noch Reserven haben, werden diese durch die verschiedenen Dienste, freiwillige Mitarbeitermassagen oder kurze Sprints quer übers Campgelände gefordert. Und die, die immer noch nicht ausgelastet sind, … … gibt es nicht!















