Waffenklirren in der Wiedigsburghalle
Dienstag, 21. Juli 2015, 06:39 Uhr
Am vergangenen Wochenende fand in der Wiedigsburghalle das alljährliche Trainingslager der Kobudôka vom Karate-Do-Kwai Nordhausen statt. Sven Schröter berichtet...
Begehrte Pokale (Foto: S. Schröter)
Kobudô ist, ähnlich dem bekannteren Karate, eine Kampfkunst, die auf der japanischen Inselgruppe Okinawa ihren Ursprung hat. Der einzige Unterschied ist, dass beim Kobudô Werkzeuge oder alltägliche Gegenstände als Waffen benutzt werden.
Einmal im Jahr richtet der Nordhäuser Karateverein um seinen Vorsitzenden Frank Pelny ein Gasshuku (Trainingslager) in der Wiedigsburghalle aus. Da Frank als Verantwortlicher des Ryûkyû Kobudô Tesshinkan für Europa gilt, waren die über 40 Teilnehmer entsprechend international. Insbesondere die russischen Sportler kamen von Tomsk (Sibirien), Woronesh (bei Moskau) und Kaliningrad.
Unterstützt von den Gasttrainern Sebastian Edelmann (Halle), Hagen Walter (Jena) und Pierre Lorenz (Leipzig) konnten wieder viele verschiedene Trainingseinheiten zu den unterschiedlichen Waffenarten realisiert werden. Und als Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in Naha auf Okinawa am 01.08.2015, konnte zusätzlich zu den obligatorischen Übungen im Kihon (Grundschule), Kata (Formen) und Kumite (Zweikampf) auch eine umfangreiche Wettkampfvorbereitung durchgeführt werden.
Neben all den Trainings wurde als Highlight wie jedes Jahr im Rahmen des Lehrgangs ein Europa-Cup ausgetragen. Zudem war es für einige der Starter quasi die Generalprobe für den kommenden World-Cup.
Zunächst starteten die Schülergrade in der Kategorie Kata. 13 Kämpfer traten im K.O.-System gegeneinander an. Neben dem BÔ (Langstock) als typische Hauptwaffe im Kobudô, kamen auch hier schon die zweiteiligen Waffen TEKKÔ (Handgewichte) und SAI (Metalldreizack) zum Einsatz. Das Leistungsniveau der Kobudôka war allgemein sehr hoch, so dass die Entscheidung der 3 Kampfrichter manches Mal denkbar knapp ausfiel.
Am Ende standen die beiden Hallenser Michaela Frost und Tony Kräker im Finale. Michaela startete zuerst. Trotz einer starken Vorführung unterlief ihr leider ein kleiner Wackler. Nicht so Tony, der nervenstark seine Kata im Anschluss fehlerfrei darbot. Somit stand er dann auch folgerichtig als Sieger fest. Michaela blieb aber immerhin der 2. Platz und zudem der Trost, den Wettkampf als beste Frau abgeschlossen zu haben.
Das Ganze erschien dann aber fast wie ein Déjà-vu, da genau dieses Finale schon im April bei der Deutschen Meisterschaft in Jena just dasselbe Ergebnis hatte. Den 3. Platz teilten sich Viacheslav Rogozin aus Tomsk (RUS) und Matthias Zeaiter vom heimischen KDK-Nordhausen. Danach starteten die Meistergrade. Natürlich konnte man hier einen deutlichen Qualitätssprung wahrnehmen.
Nicht nur der Schwierigkeitsgrad der Darbietungen stieg, auch die Sauberkeit, Timing und Dynamik der Techniken war ausgeprägter. Bronze ging hier an Pavel Dolgachev aus Kalinigrad (RUS) und Doreen Schilling (Nordhausen/GER). Dabei stand vor dem Finale allerdings schon fest, dass der Sieg an einen weiteren Nordhäuser vergeben werden wird. Viktor Vollmer und der amtierende Deutsche Meister Hagen Walter, der zur Zeit jedoch in Jena lebt und die dortigen Kobudô-Sportler trainiert, traten gegeneinander an.
Am Ende entschieden sich 2 von 3 Kampfrichter für Hagen. Der letzte Wettkampf war das Team-Kumite. Dieser ist zumeist besonders sehenswert aufgrund der Möglichkeit, die vorgegebenen Angriffe und Abwehren durch zusätzliche Kombinationen noch individueller zu gestalten. Sieger wurden hier wie bereits im Vorjahr Pierre Lorenz und Marcus Lauenstein vom Shotokan Dojo Leipzig (GER). Silber ging an Sergei Poturaev und Sergei Gotin, zwei sehr junge talentierte Kämpfer vom Klub Arsenal Tomsk (RUS). Der 3. Platz letztlich blieb für die Lokalmatadore Gesine Hauschild und Kevin Poitinger.
Am letzten Lehrgangstag wurde es auch noch einmal richtig ernst. Die Prüfungen standen an. 10 Kämpfer stellten sich den prüfenden Meistern um die nächste Stufe zu erreichen. Erstmals wurde auch eine Prüfung zum Schwarzgurt (DAN) abgenommen. Alle schlugen sich wacker und letztlich konnten 9 Prüflinge verdient ihre Urkunden in Empfang nehmen. Das Besondere daran ist, dass die Prüfungen offiziell auf Okinawa registriert und autorisiert werden durch den Kaichô (Verbandspräsidenten) Tamayose Hidemi Sensei.
Alles in allem bleibt zu sagen, dass nicht nur die Qualität des Nordhäuser Trainings Teilnehmer mehrere hundert und sogar tausend Kilometer aus ganz Europa anreisen lässt, sondern dass es auch bei aller Professionalität gelingt, ein Trainingslager in gemeinschaftlicher und familiärer Atmosphäre auszurichten. Die Teilnehmer waren nicht nur tagsüber in der Halle zusammen um zu üben und zu lernen. Auch abends traf man sich im Nordhäuser Dojo in der Halle des Humboldt-Gymnasiums in der Blasiistraße zum gemütlichen Beisammensein.
Desweiteren gilt ein besonderer Dank allen Unterstützern wie dem Autohaus Peter, dem Badehaus, der Klemme AG, dem Humboldt-Gymnasium, dem Landratsamt Nordhausen und der Pension Christa sowie den vielen fleißigen Händen ohne die ein solches Ereignis nicht durchführbar wäre.
Außerdem gilt es nun, den deutschen Startern, insbesondere den Nordhäusern um Frank Pelny beim in Kürze stattfindenden World-Cup auf Okinawa die Daumen zu drücken.
Allen Interessierten bietet der Karate-Do-Kwai Nordhausen ein 4-wöchiges kostenloses Probetraining. In der Sportart Karate gibt es verschiedene, nach Alter gestaffelte Trainingsgruppen für Kinder, für Erwachsene und für Senioren. Kobudô (Waffenkarate) und Selbstverteidigung sind erst für Jugendliche ab 14 Jahre geeignet. Ebenso wie Shaolin Kung-Fu, Qi-Gong. Karate Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal zur Fitness geeignet. Die Kleinsten (4-6 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport heran geführt.
Sven Schröter, Karate-Do-Kwai Nordhausen
Autor: red
Begehrte Pokale (Foto: S. Schröter)
Kobudô ist, ähnlich dem bekannteren Karate, eine Kampfkunst, die auf der japanischen Inselgruppe Okinawa ihren Ursprung hat. Der einzige Unterschied ist, dass beim Kobudô Werkzeuge oder alltägliche Gegenstände als Waffen benutzt werden.
Einmal im Jahr richtet der Nordhäuser Karateverein um seinen Vorsitzenden Frank Pelny ein Gasshuku (Trainingslager) in der Wiedigsburghalle aus. Da Frank als Verantwortlicher des Ryûkyû Kobudô Tesshinkan für Europa gilt, waren die über 40 Teilnehmer entsprechend international. Insbesondere die russischen Sportler kamen von Tomsk (Sibirien), Woronesh (bei Moskau) und Kaliningrad.
Unterstützt von den Gasttrainern Sebastian Edelmann (Halle), Hagen Walter (Jena) und Pierre Lorenz (Leipzig) konnten wieder viele verschiedene Trainingseinheiten zu den unterschiedlichen Waffenarten realisiert werden. Und als Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in Naha auf Okinawa am 01.08.2015, konnte zusätzlich zu den obligatorischen Übungen im Kihon (Grundschule), Kata (Formen) und Kumite (Zweikampf) auch eine umfangreiche Wettkampfvorbereitung durchgeführt werden.
Neben all den Trainings wurde als Highlight wie jedes Jahr im Rahmen des Lehrgangs ein Europa-Cup ausgetragen. Zudem war es für einige der Starter quasi die Generalprobe für den kommenden World-Cup.
Zunächst starteten die Schülergrade in der Kategorie Kata. 13 Kämpfer traten im K.O.-System gegeneinander an. Neben dem BÔ (Langstock) als typische Hauptwaffe im Kobudô, kamen auch hier schon die zweiteiligen Waffen TEKKÔ (Handgewichte) und SAI (Metalldreizack) zum Einsatz. Das Leistungsniveau der Kobudôka war allgemein sehr hoch, so dass die Entscheidung der 3 Kampfrichter manches Mal denkbar knapp ausfiel.
Am Ende standen die beiden Hallenser Michaela Frost und Tony Kräker im Finale. Michaela startete zuerst. Trotz einer starken Vorführung unterlief ihr leider ein kleiner Wackler. Nicht so Tony, der nervenstark seine Kata im Anschluss fehlerfrei darbot. Somit stand er dann auch folgerichtig als Sieger fest. Michaela blieb aber immerhin der 2. Platz und zudem der Trost, den Wettkampf als beste Frau abgeschlossen zu haben.
Das Ganze erschien dann aber fast wie ein Déjà-vu, da genau dieses Finale schon im April bei der Deutschen Meisterschaft in Jena just dasselbe Ergebnis hatte. Den 3. Platz teilten sich Viacheslav Rogozin aus Tomsk (RUS) und Matthias Zeaiter vom heimischen KDK-Nordhausen. Danach starteten die Meistergrade. Natürlich konnte man hier einen deutlichen Qualitätssprung wahrnehmen.
Nicht nur der Schwierigkeitsgrad der Darbietungen stieg, auch die Sauberkeit, Timing und Dynamik der Techniken war ausgeprägter. Bronze ging hier an Pavel Dolgachev aus Kalinigrad (RUS) und Doreen Schilling (Nordhausen/GER). Dabei stand vor dem Finale allerdings schon fest, dass der Sieg an einen weiteren Nordhäuser vergeben werden wird. Viktor Vollmer und der amtierende Deutsche Meister Hagen Walter, der zur Zeit jedoch in Jena lebt und die dortigen Kobudô-Sportler trainiert, traten gegeneinander an.
Am Ende entschieden sich 2 von 3 Kampfrichter für Hagen. Der letzte Wettkampf war das Team-Kumite. Dieser ist zumeist besonders sehenswert aufgrund der Möglichkeit, die vorgegebenen Angriffe und Abwehren durch zusätzliche Kombinationen noch individueller zu gestalten. Sieger wurden hier wie bereits im Vorjahr Pierre Lorenz und Marcus Lauenstein vom Shotokan Dojo Leipzig (GER). Silber ging an Sergei Poturaev und Sergei Gotin, zwei sehr junge talentierte Kämpfer vom Klub Arsenal Tomsk (RUS). Der 3. Platz letztlich blieb für die Lokalmatadore Gesine Hauschild und Kevin Poitinger.
Am letzten Lehrgangstag wurde es auch noch einmal richtig ernst. Die Prüfungen standen an. 10 Kämpfer stellten sich den prüfenden Meistern um die nächste Stufe zu erreichen. Erstmals wurde auch eine Prüfung zum Schwarzgurt (DAN) abgenommen. Alle schlugen sich wacker und letztlich konnten 9 Prüflinge verdient ihre Urkunden in Empfang nehmen. Das Besondere daran ist, dass die Prüfungen offiziell auf Okinawa registriert und autorisiert werden durch den Kaichô (Verbandspräsidenten) Tamayose Hidemi Sensei.
Alles in allem bleibt zu sagen, dass nicht nur die Qualität des Nordhäuser Trainings Teilnehmer mehrere hundert und sogar tausend Kilometer aus ganz Europa anreisen lässt, sondern dass es auch bei aller Professionalität gelingt, ein Trainingslager in gemeinschaftlicher und familiärer Atmosphäre auszurichten. Die Teilnehmer waren nicht nur tagsüber in der Halle zusammen um zu üben und zu lernen. Auch abends traf man sich im Nordhäuser Dojo in der Halle des Humboldt-Gymnasiums in der Blasiistraße zum gemütlichen Beisammensein.
Desweiteren gilt ein besonderer Dank allen Unterstützern wie dem Autohaus Peter, dem Badehaus, der Klemme AG, dem Humboldt-Gymnasium, dem Landratsamt Nordhausen und der Pension Christa sowie den vielen fleißigen Händen ohne die ein solches Ereignis nicht durchführbar wäre.
Außerdem gilt es nun, den deutschen Startern, insbesondere den Nordhäusern um Frank Pelny beim in Kürze stattfindenden World-Cup auf Okinawa die Daumen zu drücken.
Allen Interessierten bietet der Karate-Do-Kwai Nordhausen ein 4-wöchiges kostenloses Probetraining. In der Sportart Karate gibt es verschiedene, nach Alter gestaffelte Trainingsgruppen für Kinder, für Erwachsene und für Senioren. Kobudô (Waffenkarate) und Selbstverteidigung sind erst für Jugendliche ab 14 Jahre geeignet. Ebenso wie Shaolin Kung-Fu, Qi-Gong. Karate Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal zur Fitness geeignet. Die Kleinsten (4-6 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport heran geführt.
Sven Schröter, Karate-Do-Kwai Nordhausen






