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Bochumer unterstützen Nordhäuser Tafel und Jugendclub Ost

Spenden die von Herzen kommen

Montag, 13. Juli 2015, 11:13 Uhr
Es ist eine gute und gern gepflegte Tradition: einmal im Jahr unterstützen Bochumerinnen und Bochumer im Rahmen der Städtepartnerschaft soziale Einrichtungen in Nordhausen mit einer Spende. Die Partnerschaft Nordhausen-Bochum jährte sich dieses Jahr bereits zum 25. mal, nun waren die Gäste aus dem Westen noch einmal da um die Spenden zu überreichen...

Auch zum 15. Jubiläum haben die Freunde aus Bochum wieder Spenden für Einrichtungen in Nordhausen dabei gehabt (Foto: Angelo Glashagel) Auch zum 15. Jubiläum haben die Freunde aus Bochum wieder Spenden für Einrichtungen in Nordhausen dabei gehabt (Foto: Angelo Glashagel)

Am 17. Juni hatte man das Jubiläum der gegenseitigen Partnerschaft groß begangen - eine ansehnliche Delegation war vor gut einem Monat schon einmal nach Nordhausen gekommen. Zusammen ließ man damals das vergangene Vierteljahrhundert Revue passieren, heute ging es darum, nach vorne zu sehen.

Damals kurz nach der Wende, da bedurfte Nordhausen dringend der Unterstützung der neuen Freunde. Seitdem ist es zur guten Tradition geworden dass der Bochumer Städtepartnerschaftsverein einmal im Jahr eine soziale Einrichtung in Nordhausen mit einer kleinen Spende unter die Arme greift.

Insgesamt hat man sich so über die Jahre einer Spendensumme von fast 30.000 Euro angenähert. Der Elan und der Enthusisasmus, mit dem die Vereine in Nordhausen und Bochum diese Partnerschaft mit Leben erfüllten, habe ihn schon immer gefreut, sagte Oberbürgermeister Zeh, "sie haben als Vereine diese Partnerschaft in besonderer Weise geprägt", es sei dieses Engagement, welches die Partnerschaft mit Bochum von den anderen Städtefreundschaften Nordhausens abhebe.

Denn die Spenden stammen nicht von der Stadt Bochum und wurden auch nicht "von oben" beschlossen. Die Gelder entstammen allein den MItgliedsbeiträgen des Bochumer Städtepartnerschaftsvereins.

In diesem Jahr konnten sich die Nordhäuser Tafel und das Jugendcafé in Ost über die Unterstützung aus Bochum freuen. Helga Rathnau, Leiterin der Nordhäuser Tafel, erinnerte daran, dass die Tafel einer der ersten Spendenempfänger überhaupt war. Die Übergabe hatte man damals in der Suppenküche gefeiert und es sollte nicht das letzte mal sein, dass die Bochumer helfen.

Inzwischen sind für die Tafel wirtschaftlich schwierige Zeiten angebrochen. Das Personal besteht fast nur noch aus ehrenamtlichen Kräften, berichtet Frau Rathnau den versammelten Gästen. Gleichzeitig sei der Bedarf enorm gestiegen. Hatte man 2013 noch rund 17.400 Familien und Einzelpersonen mit Lebensmitteln versorgt, waren es ein Jahr später bereits über 20.800. Ähnlich sieht die Entwicklung für das laufende Jahr aus. "Wir sind über diese Zahlen sehr betroffen", sagte Frau Rathnau und unterstrich das die Arbeit der Tafel ohne die Unterstützung der Vereine, der Partner und der Kommune nicht möglich sei.

Die Spenden gingen in diesem Jahr an die Nordhäuser Tafel und das Jugendcafé Ost (Foto: Angelo Glashagel) Die Spenden gingen in diesem Jahr an die Nordhäuser Tafel und das Jugendcafé Ost (Foto: Angelo Glashagel)

Wie sie die 1000 Euro Spendengelder investieren will, weiß die Leiterin der Tafel bereits: vor kurzem sind zwei Kühltruhen kaputt gegangen, die gerade im Sommer unbedingt benötigt werden. Diese können jetzt wieder angeschafft werden.

Die zweite Spende ging an den Kreisjugendring, genauer an das Jugendcafé Ost. Auch hier sieht sich der Kreisjugendring in Person von Marco Kühlewind zusehends größeren Herausforderungen gegenüber. Im Schnitt 60 Kinder besuchen das Jugendcafé in Ost am Tag. Und auch der Kreisjugendring als solcher steht unter finanziellem Druck, sei von Fördermitteln und dem politischem Willen abhängig, sagte die Geschäftsführerin des KJR, Sabine Reich.

Die Zahl der "Besucher" steige stetig, vor allem Kinder von Flüchtling würde man verstärkt betreuen, sagte Sabine Reich. Am "sozialen Brennpunkt" Nordhausen Ost gebe es viel Arbeitslosigkeit, viele Probleme aber auch viel menschlichen Zusammenhalt, so Reich weiter, und den will man unter den Jugendlichen auch weiter stärken.

"Wir haben einige Kinder", sagte Kühlewind, "die haben zwar schon einmal etwas von Urlaub gehört, aber noch nie einen erlebt". Deswegen wolle man das Geld nutzen, um für die Jugendlichen drei Wochenendausflüge im Rahmen eines gemeinsamen Urlaubs zu organisieren.
Angelo Glashagel
Autor: red

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