Thüringen muß auch draufstehen
Donnerstag, 27. Mai 2004, 11:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit strafferen Strukturen, besseren Angeboten, einer einheitlichen Vermarktung und klaren Förderschwerpunkten will Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) neuen Schwung in den Thüringen-Tourismus bringen. Unter dem Motto Wo Thüringen drin ist, muß auch Thüringen drauf stehen gibt die nnz einen ersten Einblick in das neue Konzept.
"Unser Ziel sind weiter deutlich steigende Gäste- und Übernachtungszahlen in Thüringen", sagte Reinholz heute in Erfurt. Die Zielmarke laute: "Mehr als 10 Millionen Übernachtungen pro Jahr ab 2010." Derzeit liegt die Zahl der jährlichen Übernachtungen bei rund 8,3 Millionen. Thüringen sei als Reiseziel herausragend, allerdings müsse es angesichts der allgemeinen Konsumschwäche und des zunehmenden Wettbewerbs im Tourismusmarkt noch besser verkauft werden. "Mit der Tourismuskonzeption wollen wir in die erste Liga der deutschen Urlaubsregionen", so Reinholz.
Um diese Zielvorgabe zu erreichen, schlägt die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) erstellte Tourismuskonzeption ein 10-Punkte-Programm vor (siehe Präsentationsfassung in der Anlage oder unter www.th-online.de à Presse/Aktuelles).
Die wichtigsten Handlungsfelder für die kommenden Monate sieht Minister Reinholz dabei in folgenden drei Bereichen:
1. Straffung der Strukturen
Voraussetzung für eine effektive Tourismusarbeit ist die Bündelung von Ressourcen und eine klare Aufgabenabgrenzung. "Straffere Strukturen bringen zwar noch keinen einzigen Gast ins Land, aber sie sind die Basis für mehr Effizienz und Wachstum im Tourismus", sagte Reinholz.
Konkret ist z.B. vorgesehen,
- dass der Freistaat als Mehrheitsgesellschafter bei der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) einsteigt und über diese die Tourismuspolitik für Thüringen steuert;
- das Außenmarketing bei der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) zu bündeln;
- bestehende Organisationen und Verbände schrittweise zusammenzuführen;
- die vorhandenen regionalen und örtlichen Organisationen stärker auf die Produktentwicklung und Koordination zu konzentrieren.
2. Verbesserung von Angeboten und Vermarktung
Stärker an der tatsächlichen Nachfrage orientierte Angebote und ein einheitliches Marketing sollen für mehr Gäste sorgen. Auch der in Thüringen häufig anzutreffende Marketing-Mischmasch müsse endlich ein Ende haben: "Wo Thüringen drin ist, muss auch Thüringen draufstehen."
Vorgesehen ist u.a.
- der Aufbau einer einheitlichen touristischen Dachmarke für ganz Thüringen;
- die gezieltere Vermarktung Thüringens im Ausland durch selektive Bearbeitung ausgewählter Quellmärkte (u.a. Niederlande, USA, Belgien, Großbritannien, Japan)
- die Entwicklung eines zentralen Marktforschungsschemas durch die TTG;
- die Definition von Qualitätsstandards und die Einführung eines einheitlichen Qualitätsmanagements durch die TTG;
- die Fortführung der Initiative "Qualitätssiegel Q - Servicequalität Thüringen";
- die Etablierung eines Marketingbeirats aus touristischen Akteuren bei der TTG;
- die stärkere Nutzung der touristischen Leuchttürme (z.B. Weimar - Kulturtourismus/Oberhof - Sporttourismus) für die Imageprofilierung;
- eine stärkere Kooperation mit anderen Bundesländern;
- die Auffrischung und klarere Zielgruppenorientierung der vorhandenen Produktlinien sowie stärkere Betonung der Bereiche Kultur und Sport.
3. Weiterer Ausbau der touristischen
Infrastruktur und neue Förderschwerpunkte
Die Tourismusförderung wird an den neuen Tourismusstrukturen ausgerichtet. "Gefördert wird vor allem dort, wo Synergien mit vorhandenen Strukturen zu erwarten sind", sagte Minister Reinholz. Damit sei z.B. die Hotelförderung nicht mehr kategorisch ausgeschlossen.
Vorgesehen ist z.B.:
- das Schließen von "Lücken" in der vorhandenen touristischen Infrastruktur (z.B. weiterer Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes);
- die Verbesserung der Ortsbilder von Kur- und Erholungsorten;
- die Bildung eines interministeriellen Lenkungsausschusses zur besseren Koordinierung der touristisch relevanten Förderprogramme;
- die stärkere Vernetzung von Einzelangeboten in den Regionen;
- die Erarbeitung zukünftiger Förderschwerpunkte entsprechend der Tourismuskonzeption.
Wirtschaftsminister Reinholz sagte zu, die Empfehlungen und Vorschläge der Tourismuskonzeption in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den touristischen Akteuren und Organisationen umzusetzen. Allerdings betonte Reinholz zugleich, "Kleinstaaterei und regionale Egoismen müssen endlich überwunden werden, damit es mit dem Tourismus in Thüringen weiter bergauf geht."
Um die Erarbeitung und Umsetzung der Konzeption zu begleiten, wurde ein Projektbeirat "Tourismuskonzeption" eingesetzt, der sich aus Vertretern der wichtigsten Tourismusverbände und ?institutionen zusammensetzt. Nach aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik ist die Zahl der Gästeankünfte im ersten Quartal 2004 um 3% gestiegen.
Autor: nnz"Unser Ziel sind weiter deutlich steigende Gäste- und Übernachtungszahlen in Thüringen", sagte Reinholz heute in Erfurt. Die Zielmarke laute: "Mehr als 10 Millionen Übernachtungen pro Jahr ab 2010." Derzeit liegt die Zahl der jährlichen Übernachtungen bei rund 8,3 Millionen. Thüringen sei als Reiseziel herausragend, allerdings müsse es angesichts der allgemeinen Konsumschwäche und des zunehmenden Wettbewerbs im Tourismusmarkt noch besser verkauft werden. "Mit der Tourismuskonzeption wollen wir in die erste Liga der deutschen Urlaubsregionen", so Reinholz.
Um diese Zielvorgabe zu erreichen, schlägt die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) erstellte Tourismuskonzeption ein 10-Punkte-Programm vor (siehe Präsentationsfassung in der Anlage oder unter www.th-online.de à Presse/Aktuelles).
Die wichtigsten Handlungsfelder für die kommenden Monate sieht Minister Reinholz dabei in folgenden drei Bereichen:
1. Straffung der Strukturen
Voraussetzung für eine effektive Tourismusarbeit ist die Bündelung von Ressourcen und eine klare Aufgabenabgrenzung. "Straffere Strukturen bringen zwar noch keinen einzigen Gast ins Land, aber sie sind die Basis für mehr Effizienz und Wachstum im Tourismus", sagte Reinholz.
Konkret ist z.B. vorgesehen,
- dass der Freistaat als Mehrheitsgesellschafter bei der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) einsteigt und über diese die Tourismuspolitik für Thüringen steuert;
- das Außenmarketing bei der Thüringer Tourismus GmbH (TTG) zu bündeln;
- bestehende Organisationen und Verbände schrittweise zusammenzuführen;
- die vorhandenen regionalen und örtlichen Organisationen stärker auf die Produktentwicklung und Koordination zu konzentrieren.
2. Verbesserung von Angeboten und Vermarktung
Stärker an der tatsächlichen Nachfrage orientierte Angebote und ein einheitliches Marketing sollen für mehr Gäste sorgen. Auch der in Thüringen häufig anzutreffende Marketing-Mischmasch müsse endlich ein Ende haben: "Wo Thüringen drin ist, muss auch Thüringen draufstehen."
Vorgesehen ist u.a.
- der Aufbau einer einheitlichen touristischen Dachmarke für ganz Thüringen;
- die gezieltere Vermarktung Thüringens im Ausland durch selektive Bearbeitung ausgewählter Quellmärkte (u.a. Niederlande, USA, Belgien, Großbritannien, Japan)
- die Entwicklung eines zentralen Marktforschungsschemas durch die TTG;
- die Definition von Qualitätsstandards und die Einführung eines einheitlichen Qualitätsmanagements durch die TTG;
- die Fortführung der Initiative "Qualitätssiegel Q - Servicequalität Thüringen";
- die Etablierung eines Marketingbeirats aus touristischen Akteuren bei der TTG;
- die stärkere Nutzung der touristischen Leuchttürme (z.B. Weimar - Kulturtourismus/Oberhof - Sporttourismus) für die Imageprofilierung;
- eine stärkere Kooperation mit anderen Bundesländern;
- die Auffrischung und klarere Zielgruppenorientierung der vorhandenen Produktlinien sowie stärkere Betonung der Bereiche Kultur und Sport.
3. Weiterer Ausbau der touristischen
Infrastruktur und neue Förderschwerpunkte
Die Tourismusförderung wird an den neuen Tourismusstrukturen ausgerichtet. "Gefördert wird vor allem dort, wo Synergien mit vorhandenen Strukturen zu erwarten sind", sagte Minister Reinholz. Damit sei z.B. die Hotelförderung nicht mehr kategorisch ausgeschlossen.
Vorgesehen ist z.B.:
- das Schließen von "Lücken" in der vorhandenen touristischen Infrastruktur (z.B. weiterer Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes);
- die Verbesserung der Ortsbilder von Kur- und Erholungsorten;
- die Bildung eines interministeriellen Lenkungsausschusses zur besseren Koordinierung der touristisch relevanten Förderprogramme;
- die stärkere Vernetzung von Einzelangeboten in den Regionen;
- die Erarbeitung zukünftiger Förderschwerpunkte entsprechend der Tourismuskonzeption.
Wirtschaftsminister Reinholz sagte zu, die Empfehlungen und Vorschläge der Tourismuskonzeption in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den touristischen Akteuren und Organisationen umzusetzen. Allerdings betonte Reinholz zugleich, "Kleinstaaterei und regionale Egoismen müssen endlich überwunden werden, damit es mit dem Tourismus in Thüringen weiter bergauf geht."
Um die Erarbeitung und Umsetzung der Konzeption zu begleiten, wurde ein Projektbeirat "Tourismuskonzeption" eingesetzt, der sich aus Vertretern der wichtigsten Tourismusverbände und ?institutionen zusammensetzt. Nach aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik ist die Zahl der Gästeankünfte im ersten Quartal 2004 um 3% gestiegen.
