In Sollstedt wurde die neue Festhalle eingeweiht
Feierliche Eröffnung zum Bergmannsfest
Freitag, 10. Juli 2015, 22:28 Uhr
Die alte Halle mitten im Zentrum des Städtchens Sollstedt war zu laut, zu teuer und in ihrer Größe der Zeit nicht mehr angemessen. Heute nun wurde die neue Halle anlässlich des traditionellen Bergmannsfestes der Öffentlichkeit übergeben. Die Pläne gänzlich ohne Fördermittel zu bauen, waren ehrgeizig und man will noch weiter kommen...
Als "der Schacht" nach Sollstedt kam, da boomte das Städtchen. 1907 begann man mit dem Abbau von Chlor und Kalium. In dem Städtchen, das über Jahrhunderte nur eine Straße hatte, die es mit der weiten Welt verband, wurde die "Kolonie" hochgezogen und ein gutes Jahrhundert lang gab es viel zu tun in Sollstedt.
Heute sieht die Situation anders aus. An den Wohnblöcken aus den 60er Jahren, bis heute sichtbares Zeichen des damaligen Bevölkerungswachstums, hat der Zahn der Zeit heftig genagt, die Einwohnerzahl ist unter 3000 gesunken. Gefeiert wurde dennoch, gerne auch laut, in der alten Gemeindehalle im Zentrum des Ortes.
Doch die ist heute nicht mehr Zeitgemäß. Die Heizungskosten für den 512qm große Festsaal waren enorm und richtig warm wurde es trotzdem nie, wie Sollstedts Bürgermeister Klaus Adam seinen Sollstedtern ins Gedächtnis am Abend ins Gedächtnis rief.
Die alte Halle war nicht mehr Zeitgemäß - der neue Bau ist kleiner, bescheidener und liegt am Ortsrand (Foto: Angelo Glashagel)
Eine Alternative sollte her und wie man es anstellen könnte, das wusste Heike Umbach, Geschäftsführerin der Sollstedter Wohungsbau GmbH (SWBG). Anstatt auf Fördermittel von Bund und Land zu warten wollte man angesichts günstiger Kreditkonditionen das nötige Kleingeld als Kredit aufnehmen und am Rande der Ortschaft eine Halle errichten, die besser in das Jahr 2015 passt. Die Fördermittel, die man hier nicht beantragt hat, könnten anderswo besser Verwendung finden, sagte Umbach, etwa bei dem Ausbau des Kindergartens.
Die alte Halle sollte, ebenfalls unter den Zeichen der Zeit, zu barrierefreien Wohnungen umgebaut werden, in denen die alternde Bevölkerung Sollstedts wieder eine Heimat finden kann, anstatt in die größeren Städte der Umgebung zu ziehen, wo Angebote für betreutes Wohnen existieren.
Für den Bau der neuen Halle hatte man mit Kosten in Höhe von rund 1,12 Mio. Euro gerechnet, berichtete Michael Domrich, Aufsichtsratmitglied in der SWBG. Die tatsächlichen Kosten beliefen sich dann aber "nur" auf 937.000 Euro, so Domrich weiter, und einen Teil des 650.000 Euro Kredits habe man auch schon zurückzahlen können.
v.l.: Aufsichtsratmitglied Michael Domrich, SWBG Geschäftsführerin Heike Umbach und Sollstedts Bürgermeister Klaus Adam übergaben die neue Halle der Öffentlichkeit (Foto: Angelo Glashagel)
"Fast könnte man denken wir hätten die Halle zu klein gebaut", sagte Umbach zur Begrüßung der äußerst zahlreich erschienen Gäste. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt, in den Gängen und auf der Empore tummelten sich ebenso Besucher wie am Grill und Bierausschank vor der Halle. Die Feuerwehr war ebenso gekommen wie der Kirmesverein und natürlich der Bergmannsverein, der heute wieder sein jährliches Fest beging. Nach einem tragischen Grubenunglück war das Fest im vergangenen Jahr kurzfristig abgesagt worden.
Zur Eröffnung sangen die Chöre aus Sollstedt, Wülfingerode und Rehungen "Glück auf, der Steiger kommt" zur Musik der Kapelle der Bergmänner. Bergmann und Kettensegenkünstler Andreas Döring übergab als Einweihungsgeschenk eine Überlebensgroße Holzskulptur eines Bergmanns.
"Man könnte meinen wir hätten die Halle zu klein gebaut" - zur Eröffnung war Sollstedts neue Festhalle gleich voll besetzt (Foto: Angelo Glashagel)
Ähnlich wie heute stellt man sich in Sollstedt auch die Zukunft der Halle vor, in etwas kleinerem Rahmen vielleicht. Heike Umbach sagte sie sehe in der Halle ein "Zenrum für Spaß und Geselligkeit", einen Raum für kreatives Schaffen, für Schulungen, das Vereinsleben, für Proben der Chöre und Veranstaltungen der Gemeinde wie Frühlingssingen, Bergmannsfest und Kirmes.
Man feierte heute nicht nur die Bergmänner, die Sollstedter feierten auch sich selbst. "Wir haben das alleine gemacht und darauf können wir stolz sein", sagte Domrich. Und auch im kommenden Jahr könnte man wieder einen Grund haben stolz zu sein: die neuen Wohnungen in der alten Halle sollen im Sommer 2016 fertig sein.
Angelo Glashagel
Autor: redAls "der Schacht" nach Sollstedt kam, da boomte das Städtchen. 1907 begann man mit dem Abbau von Chlor und Kalium. In dem Städtchen, das über Jahrhunderte nur eine Straße hatte, die es mit der weiten Welt verband, wurde die "Kolonie" hochgezogen und ein gutes Jahrhundert lang gab es viel zu tun in Sollstedt.
Heute sieht die Situation anders aus. An den Wohnblöcken aus den 60er Jahren, bis heute sichtbares Zeichen des damaligen Bevölkerungswachstums, hat der Zahn der Zeit heftig genagt, die Einwohnerzahl ist unter 3000 gesunken. Gefeiert wurde dennoch, gerne auch laut, in der alten Gemeindehalle im Zentrum des Ortes.
Doch die ist heute nicht mehr Zeitgemäß. Die Heizungskosten für den 512qm große Festsaal waren enorm und richtig warm wurde es trotzdem nie, wie Sollstedts Bürgermeister Klaus Adam seinen Sollstedtern ins Gedächtnis am Abend ins Gedächtnis rief.
Die alte Halle war nicht mehr Zeitgemäß - der neue Bau ist kleiner, bescheidener und liegt am Ortsrand (Foto: Angelo Glashagel)
Eine Alternative sollte her und wie man es anstellen könnte, das wusste Heike Umbach, Geschäftsführerin der Sollstedter Wohungsbau GmbH (SWBG). Anstatt auf Fördermittel von Bund und Land zu warten wollte man angesichts günstiger Kreditkonditionen das nötige Kleingeld als Kredit aufnehmen und am Rande der Ortschaft eine Halle errichten, die besser in das Jahr 2015 passt. Die Fördermittel, die man hier nicht beantragt hat, könnten anderswo besser Verwendung finden, sagte Umbach, etwa bei dem Ausbau des Kindergartens.Die alte Halle sollte, ebenfalls unter den Zeichen der Zeit, zu barrierefreien Wohnungen umgebaut werden, in denen die alternde Bevölkerung Sollstedts wieder eine Heimat finden kann, anstatt in die größeren Städte der Umgebung zu ziehen, wo Angebote für betreutes Wohnen existieren.
Für den Bau der neuen Halle hatte man mit Kosten in Höhe von rund 1,12 Mio. Euro gerechnet, berichtete Michael Domrich, Aufsichtsratmitglied in der SWBG. Die tatsächlichen Kosten beliefen sich dann aber "nur" auf 937.000 Euro, so Domrich weiter, und einen Teil des 650.000 Euro Kredits habe man auch schon zurückzahlen können.
v.l.: Aufsichtsratmitglied Michael Domrich, SWBG Geschäftsführerin Heike Umbach und Sollstedts Bürgermeister Klaus Adam übergaben die neue Halle der Öffentlichkeit (Foto: Angelo Glashagel)
"Fast könnte man denken wir hätten die Halle zu klein gebaut", sagte Umbach zur Begrüßung der äußerst zahlreich erschienen Gäste. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt, in den Gängen und auf der Empore tummelten sich ebenso Besucher wie am Grill und Bierausschank vor der Halle. Die Feuerwehr war ebenso gekommen wie der Kirmesverein und natürlich der Bergmannsverein, der heute wieder sein jährliches Fest beging. Nach einem tragischen Grubenunglück war das Fest im vergangenen Jahr kurzfristig abgesagt worden.
Zur Eröffnung sangen die Chöre aus Sollstedt, Wülfingerode und Rehungen "Glück auf, der Steiger kommt" zur Musik der Kapelle der Bergmänner. Bergmann und Kettensegenkünstler Andreas Döring übergab als Einweihungsgeschenk eine Überlebensgroße Holzskulptur eines Bergmanns.
"Man könnte meinen wir hätten die Halle zu klein gebaut" - zur Eröffnung war Sollstedts neue Festhalle gleich voll besetzt (Foto: Angelo Glashagel)
Ähnlich wie heute stellt man sich in Sollstedt auch die Zukunft der Halle vor, in etwas kleinerem Rahmen vielleicht. Heike Umbach sagte sie sehe in der Halle ein "Zenrum für Spaß und Geselligkeit", einen Raum für kreatives Schaffen, für Schulungen, das Vereinsleben, für Proben der Chöre und Veranstaltungen der Gemeinde wie Frühlingssingen, Bergmannsfest und Kirmes.Man feierte heute nicht nur die Bergmänner, die Sollstedter feierten auch sich selbst. "Wir haben das alleine gemacht und darauf können wir stolz sein", sagte Domrich. Und auch im kommenden Jahr könnte man wieder einen Grund haben stolz zu sein: die neuen Wohnungen in der alten Halle sollen im Sommer 2016 fertig sein.
Angelo Glashagel

















































