Viel Wirbel um "Monitor"-Bericht
Freitag, 15. Juni 2001, 12:41 Uhr
Bleicherode (nnz). Ein Beitrag über Bleicherode, der gestern im ARD-Magazin Monitor ausgestrahlt wurde, hat in der Region viel Staub aufgewirbelt. Dabei geht es um das ehemalige Hotel Waldschlösschen, das zu einem Heim für autistische Kinder umgebaut wurde. Es kann aber nicht genutzt werden, weil eine Straße und die Stadt Bleicherode dem entgegensteht. nnz hat nachgefragt.
Wir in Bleicherode haben überhaupt nichts gegen Kinder, die an Autismus leiden, aber nicht an dieser Stelle, erklärt Bleicherodes Bürgermeister Dieter Kochbeck (CDU) gegenüber nnz. Die Stadt wollte und will nicht Baulastträger für die Straße zu ehemaligen Hotel sein, will nicht die Verantwortung übernehmen. Wenn es im Winter besonders dicke kommt, dann können weder Rettungsfahrzeuge noch die Feuerwehr das künftige Heim erreichen. Kochbeck zieht zur Begründung denn auch ein Gutachten heran, in dem die untere Verkehrsbehörde und das Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung zu dem gleichen Ergebnis kommen sollen.
Dem Träger der künftigen Einrichtung, dem Kyffhäuser Bildungswerk, seien in den zurückliegenden Wochen einige Vorschläge gemacht worden. So könne ein 100 Meter langer Weg zum Vogelberg ausgebaut werden. Hier habe es jedoch keine Reaktion seitens des Trägers gegeben, so Kochbeck heute. Für den Bürgermeister habe sich deshalb auch die Sachlage nicht geändert und er weiß eine satte Mehrheit im Stadtrat hinter sich.
Für dem Chef des Bauordnungsamtes der Kreisverwaltung, Dr. Erich Winter, ist die Bleicheröder Haltung ziemlich unverständlich. Seine Behörde möchte die entsprechenden Genehmigungen zwar gern erteilen, doch die Kreisverwaltung könne erst dann zu Zuge kommen, wenn die entsprechende Straßenbaulast, von der Stadt und dem Kyffhäuser Bildungswerk unterschrieben, auch eingeschrieben ist. Und das will die Stadt Bleicherode nicht. Auch Dr. Winter zieht zur Stützung seiner Position ein Gutachten herbei. Dabei soll - so die Meinung von Sachverständigen - die Zufahrt zum Heim möglich sein. Ob es sich um das gleiche Gutachten handelt, das auch die Bleicheröder Stadtverwaltung zitiert, konnte nicht gesagt werden. Dr. Winter verweist neben den behördlichen Formalitäten noch auf einen anderen Aspekt. Mit der Inbetriebnahme des Heims für die kranken Kinder würden in der Region rund 30 Arbeitsplätze geschaffen, eine Tatsache, der sich auch die Stadt Bleicherode nicht verschließen könne.
Das ehemalige Hotel kann vermutlich nie wieder als Hotel genutzt werden, das wissen auch die Bleicheröder Verwalter. Und trotzdem beharren sie auf ihre Forderungen, die in der Öffentlichkeit wie eine Ablehnung in Richtung der Kinder aussehen. Und so wurde die Region Bleicherode denn auch in dem Beitrag des politischen Magazins Monitor dargestellt. Ein interessierter Beobachter der Bleicheröder Region äußerte heute gegenüber nnz die Vermutung, daß der Stadtrat von Bleicherode eventuell doch noch einlenken würde. Vielleicht ist ja auch das Kyffhäuser Bildungswerk zu einem Kompromiß bereit.
Autor: nnzWir in Bleicherode haben überhaupt nichts gegen Kinder, die an Autismus leiden, aber nicht an dieser Stelle, erklärt Bleicherodes Bürgermeister Dieter Kochbeck (CDU) gegenüber nnz. Die Stadt wollte und will nicht Baulastträger für die Straße zu ehemaligen Hotel sein, will nicht die Verantwortung übernehmen. Wenn es im Winter besonders dicke kommt, dann können weder Rettungsfahrzeuge noch die Feuerwehr das künftige Heim erreichen. Kochbeck zieht zur Begründung denn auch ein Gutachten heran, in dem die untere Verkehrsbehörde und das Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung zu dem gleichen Ergebnis kommen sollen.
Dem Träger der künftigen Einrichtung, dem Kyffhäuser Bildungswerk, seien in den zurückliegenden Wochen einige Vorschläge gemacht worden. So könne ein 100 Meter langer Weg zum Vogelberg ausgebaut werden. Hier habe es jedoch keine Reaktion seitens des Trägers gegeben, so Kochbeck heute. Für den Bürgermeister habe sich deshalb auch die Sachlage nicht geändert und er weiß eine satte Mehrheit im Stadtrat hinter sich.
Für dem Chef des Bauordnungsamtes der Kreisverwaltung, Dr. Erich Winter, ist die Bleicheröder Haltung ziemlich unverständlich. Seine Behörde möchte die entsprechenden Genehmigungen zwar gern erteilen, doch die Kreisverwaltung könne erst dann zu Zuge kommen, wenn die entsprechende Straßenbaulast, von der Stadt und dem Kyffhäuser Bildungswerk unterschrieben, auch eingeschrieben ist. Und das will die Stadt Bleicherode nicht. Auch Dr. Winter zieht zur Stützung seiner Position ein Gutachten herbei. Dabei soll - so die Meinung von Sachverständigen - die Zufahrt zum Heim möglich sein. Ob es sich um das gleiche Gutachten handelt, das auch die Bleicheröder Stadtverwaltung zitiert, konnte nicht gesagt werden. Dr. Winter verweist neben den behördlichen Formalitäten noch auf einen anderen Aspekt. Mit der Inbetriebnahme des Heims für die kranken Kinder würden in der Region rund 30 Arbeitsplätze geschaffen, eine Tatsache, der sich auch die Stadt Bleicherode nicht verschließen könne.
Das ehemalige Hotel kann vermutlich nie wieder als Hotel genutzt werden, das wissen auch die Bleicheröder Verwalter. Und trotzdem beharren sie auf ihre Forderungen, die in der Öffentlichkeit wie eine Ablehnung in Richtung der Kinder aussehen. Und so wurde die Region Bleicherode denn auch in dem Beitrag des politischen Magazins Monitor dargestellt. Ein interessierter Beobachter der Bleicheröder Region äußerte heute gegenüber nnz die Vermutung, daß der Stadtrat von Bleicherode eventuell doch noch einlenken würde. Vielleicht ist ja auch das Kyffhäuser Bildungswerk zu einem Kompromiß bereit.
