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KlarSicht für mehr Verantwortung

Donnerstag, 02. Juli 2015, 11:07 Uhr
Mit dem Programm "KlarSicht" startete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wieder in Nordhausen. Jugendliche ab 12 Jahren sollen auf dem Mitmach-Parcours mehr Verantwortung im Umgang mit legalen Drogen vermittelt werden. Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren zum besseren gewandelt...

Den Durchblick haben und sich nichts vormachen wenn es um Alkohol und Tabak geht - darum geht es dieser Tage an der Käthe-Kollwitz Grundschule Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel) Den Durchblick haben und sich nichts vormachen wenn es um Alkohol und Tabak geht - darum geht es dieser Tage an der Käthe-Kollwitz Grundschule Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)

Alkohol und Tabak - gehört das dazu wenn man Erwachsen ist? Diese Frage sollen die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen des Landkreises dieser Tage als erstes beantworten, bevor es auf den Mitmach-Parcours des Projektes "KlarSicht" geht.

An fünf Stationen können Jugendliche ab 12 Jahren sich spielerisch mit dem Thema legale Drogen auseinandersetzen, reden, Fragen stellen und Fragen beantworten, sich austauschen und die Fakten kennen lernen. Was trinken die Jugendlichen heutzutage und wie beeinflusst der Alkohol den Körper? WIe funktioniert die Werbung für Genussmittel? Welche sozialen Folgen und Suchtpotentiale bringen Alkohol und Zigaretten mit sich? Drei Tage wird die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ihr Angebot in der Turnhalle der Käthe-Kollwitz Schule betreiben. Jede Station wird dabei von ausgebildeten Moderatoren unterstützt.

"Die Prävention ist ein wichtiger Bestandteil der Suchtberatung", sagte Juliane Hunka, die an der Suchtberatungsstelle der Diakonie von Berufswegen mit legalen und illegalen Drogen und den Problemem, die sie mit sich bringen, zu tun hat. Dabei habe sich die Situation in den vergangenen Jahren geändert. Der "klassische Alkoholiker" sterbe aus, sagte Hunka, heute habe man es vermehrt mit Mischkonsum zu tun, also mit einer Kombination aus Alkohol-, Drogen-, und anderen Suchtproblematiken wie Glücksspiel. Das die BZgA nach zwei Jahren wieder im Landkreis mit "KlarSicht" unterwegs ist kann sie nur begrüßen.

Mit dem Thema legale Drogen soll sich spielerisch auseinandergesetzt werden (Foto: Angelo Glashagel) Mit dem Thema legale Drogen soll sich spielerisch auseinandergesetzt werden (Foto: Angelo Glashagel) Dabei scheinen die verstärkten Vorbeugemaßnahmen und Aufklärungskampagnen der letzten Jahre zu fruchten. Ingrid Schmitt, Projektleiterin von "KlarSicht" berichtet das in einer Befragung 30% der 12-17jährigen angaben noch nie Alkohol getrunken zu haben und das der Tabakkonsum in der Altersklasse unter zehn Prozent gesunken ist. "Die wenigsten wollen sich ins Koma trinken", sagte Schmitt, das Problem sei eher das Alkohol verharmlost werde. Mit dem Mitmachparcours wolle man vermitteln das es "Lösungsmöglichkeiten und Alternativen gibt statt dem Griff zur Flasche".

Schulleiter Karsten Spieß sieht den großen Vorteil des Ansatzes darin, das man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkomme und auch Stefan Nüßle, zweiter Beigeordneter des Landkreises, sieht den Nutzen solcher Aktionen als Ergänzungsangebot zur bestehenden Suchtprävention. Die Probleme die Alkohol und Tabak mit sich bringen würden so "greifbar, erlebbar und ermöglicht ein zusätzliches erkennen".

Jede Station wird von ausgebildeten Moderatoren betreut (Foto: Angelo Glashagel) Jede Station wird von ausgebildeten Moderatoren betreut (Foto: Angelo Glashagel)

Das die BZgA nach zwei Jahren wieder im Landkreis ist, ist dabei eigentlich ein Glücksfall. Mit dem Parcours reist man im gesamten Bundesgebiet umher, da kann es dauern bis sich ein Besuch wiederholt. Drei Tage wird man dieses mal im Landkreis bleiben, die Regelschulen aus Bleicherode, Niedersachswerfen, Wolkramshausen, die Petersbergschule und das Förderzentrum Pestalozzi haben sich angekündigt.
Angelo Glashagel
Autor: red

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