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Mein Name ist Schwitters. Kurt Schwitters

Dienstag, 30. Juni 2015, 06:52 Uhr
Kaum sind die 18. „Limlingeröder Diskurse“ mit ihrer wunderbaren Stimmung verklungen, schon ruft die „Dichterstätte“ zu einem neuen Ereignis. An dem ist maßgeblich eine Regelschule aus dem Landkreis Nordhausen beteiligt...

Szenische Darstellungen (Foto: Archiv Kneffel) Szenische Darstellungen (Foto: Archiv Kneffel)
Unter dem Titel „Mein Name ist Schwitters. Kurt Schwitters“ stellen Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse des Kurses „Darstellen und Gestalten“ der Regelschule Hainleite, Wolkramshausen, am 4. Juli ab 14.30 Uhr unter der Leitung von Steffen Adam und Karin Engelke-John diesen dadaistischen Dichter und Künstler in Limlingerode vor.

Schon mehrmals haben Heranwachsende im Dorf an der Sete ihre Interpretation von Literatur in szenischen Bildern dargestellt und sie im Haus, im Hof, im Grasgarten, in der Kirche den Besuchern nahegebracht. Bereits zur Eröffnung des Ende 2002 fertig gestellten rekonstruierten Geburtshauses der Dichterin Sarah Kirsch wurden einige ihrer Verse so dargeboten.

Sie schrieb damals: „Wir gelangten ohne Staus bis nach L. in das Haus, wo gerade Schülerinnen in einer Art gestischen Theaters Gedichte uffgeführt haben. Mit a bisserl Licht und Schatten und Spiegelscherben. War sehr hübsch, ein heller gesprenkelter Tag.“

„Kuhu kuhu, rrt-rrt! Schwii-It schwii-It, ters-ters, ters-ters!“, so zum Beispiel stellte sich Schwitters vor. Er selber taufte sich Kuwitter. Zur Welt kam er 1887 in Hannover und starb 1948 in England. Schwitters, der im Kontext der Dadabewegung eine eigene Form, die Merzkunst entwickelte - der Begriff ist abgeleitet von einem Bestandteil des Wortes Commerzbank, verarbeitet als Papierschnipsel auf einer Collage - ist hauptsächlich für seine bildnerischen Arbeiten bekannt, Klebebilder, Assemblagen, Objekte, Installationen.

Doch auch der Umgang mit Worten und Lauten als Spiel und Experiment, ganz im dadaistischen Sinne, prägte sein künstlerisches Schaffen. Er verfasste Prosa, Dramatisches und Gedichte. Worte und Sätze werden mitunter durch ihre rhythmische Anordnung zu bildnerischen Kompositionen. „Was Kunst ist, wissen Sie ebenso gut wie ich, es ist nichts weiter als Rhythmus.", äußerte er.

Dem Besonderen in der Dichtung des Künstlers nachzuspüren, war das Anliegen der Schüler und Schülerinnen. So entstand eine Collage, in der die Bereiche Literatur, bildende und darstellende Kunst miteinander verwoben wurden und die den Besuchern ein abwechslungsreiches Bild des Literaten Schwitters zeigt.

An verschiedenen Stationen im Haus Lange Reihe 11 und um das Gebäude herum werden die Jugendlichen des Kurses „Darstellen und Gestalten“ am Samstag ab 14.30 Uhr ein „schwitterreiches“ Spiel aufführen.

Im Haus werden in den nächsten drei Monaten 13 Kunstbücher der aus Nordhausen gebürtigen Künstlerin Frauke Otto aus Halle gezeigt.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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