Der Weg ist frei
Mittwoch, 17. Juni 2015, 15:25 Uhr
Ein Tag der Freude in Steigerthal: nach einem Jahr Bauzeit wurde heute die sanierte Ortsdurchfahrt endlich frei gegeben. Aus beiden Richtungen ist Steigerthal nun wieder zu erreichen und Hochwasserprobleme sollten auch der Vergangenheit angehören. Zum Erfolg beigetragen hat auch eine Bürgerinitiative...
Die Geschichte beginnt eigentlich schon vor rund 20 Jahren, erklärte Günter Lungershausen, der den Ausbau der Straße von Seiten der Bürgerinitiative betreut hatte. Damals wurde der Ort von Nordhausen eingemeindet. Mit dem Zusammenschluss gingen viele Versprechen einher, sich um Steigerthal zu kümmern. Jahrelang passierte aber nicht viel, so Lungershausen.
Vor gut zwei Jahren gründete sich die Bürgerinitiative, nicht nur um den Straßenausbau voranzutreiben, sondern vor allem um dafür zu sorgen, dass die bis dato ungeklärten Abwässer nicht einfach in Richtung Gipskarst abflossen und das Naturschutzgebiet gefährdeten.
Bis nach Brüssel, zum Europarlament, war der Protest gedrungen, erzählte Lungershausen und heute konnten die Steigerthaler die erste Früchte ihrer Bemühungen ernten.
Vor einem Jahr war im Ort mit dem grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt begonnen worden. Dabei hatte die Baufirma Mütze und Rätzel aus Wolmirstedt die Aufgabe, 641 m Straße mit einer Straßenfläche von etwa 3.900 m² und knapp 2.000 m² Gehweg grundhaft auszubauen.
Hinzu kamen auch zwei behindertengerechte Bushaltestellen und rund 3 km Kanäle. Durch den Gewässerunterhaltungsverband wurde ein Regenrückhaltebecken mit 1 000 m³ Fassungsvermögen gebaut. All diese Baumaßnahmen schlugen mit einer Auftragssumme von 1.560.000 Euro zu Buche, 850.000 Euro investierte allein die Stadtentwässerung.
Mit dem in großen Bereichen jetzt abgeschlossenen Bau einer öffentlichen Schmutzwasserkanalisation in Teilen Steigerthals wird die Gewässersituation qualitativ erheblich verbessert und die Auflagen aus einer Sanierungsanordnung der zuständigen Wasserbehörde vollständig erfüllt. Etwa die Hälfte der Einwohner Steigerthals wurden im Rahmen der jetzt abgeschlossenen Baumaßnahme an eine öffentliche Schmutzwasserkanalisation angeschlossen. In den Jahren 2015 und 2016 sollen die weiteren Bauabschnitte zur vollständigen schmutzwasserseitigen Erschließung des Ortsteiles beginnen.
Mit dem Neubau einer hydraulisch ausreichenden Regenwasserkanalisation, an die auch die neue Straßenoberflächenentwässerung angebunden ist, sowie die Arbeiten im Auftrag des Gewässerunterhaltungsverbandes ist auch die Gefahr der ständigen Überflutungen in den nun ausgebauten Bereichen gebannt. In einem ersten Bauabschnitt der neuen Ortserschließung (Realisierung 2013) wurde durch den Stadtentwässerungsbetrieb das Schmutzwasser-Pumpwerk und die Verbindungsleitung von Steigerthal nach Leimbach als Grundlage für die geplante Überleitung der Schmutzwässer aus Steigerthal zur Kläranlage Nordhausen errichtet
In Steigerthal hat sich für das Regenrückhaltebecken schon der inoffizielle Name "Neues Schwimmbad" eingebürgert, berichtete eine Anwohnerin am Rande der Übergabe, da schwinge auch ein Wunsch mit, meinte die Dame.
Auch nach der Übergabe gibt es solche Wünsche, wie etwa den Ausbau der Dorfstraße, sagte Steigerthals Ortsteilbürgermeisterin Karin Busch. Ein Großteil der Anwohner lebt in dieser Gegend, und kommt noch nicht in den Genuss des Anschlusses an die neuen Leitungen.
Ortsteilbürgermeisterin Karin Busch und die zweite Beigeordnete der Stadt Hannelore Haase bedankten sich bei den Beteiligten, insbesondere den Anwohnern (Foto: Angelo Glashagel)
Am Ende ist man also noch lange nicht, heute wurde aber ersteinmal gefeiert. "Wir haben wieder saubere und gute Straßen, die auch den renovierten Häusern entsprechend", meinte eine Anwohnerin. Mit Lob und Dank an die Bausausführenden Firmen und die zuständigen Behörden hielten sich auch Hannelore Haase, zweite Beigeordnete der Stadt, und Frau Busch nicht zurück. "Steigerthal ist wieder etwas schöner und beschaulicher geworden", sagte Haase, "es wird jetzt wieder etwas leiser zugehen".
Frau Haase wie auch Bürgermeisterin Busch bedankten sich auch bei den Anwohnern, die das Projekt mitgetragen hatten. Und zwar nicht nur mit ihrer Geduld, sondern auch mit ihrem Geldbeutel, denn zur grundhaften Sanierung von Straßen werden auch die Anwohner zur Kasse gebeten, sonst rollen die Bagger gar nicht erst los. Die Steigerthaler hatten sich aber auch noch anderweitig eingebracht. So dankte Frau Busch insbesondere auch dem Bauern Hahn, der Flächen zur Verfügung gestellt hatte, auf denen Baumaterial und Geräte abgestellt und gelagert werden konnten.
Und auch wer nicht direkt von den Baumaßnahmen on Steigerthal betroffen ist, dem stehen jetzt neue Wege offen. Die Sperrung ab Buchholz wie auch aus der Gegenrichtung ist aufgehoben, sodass man auch mit Auto wieder in die Gegend rund Steigerthal gelangen kann und den beschaulichen Ort mitsamt seiner Natur in Augenschein nehmen kann.
Angelo Glashagel
Autor: redDie Geschichte beginnt eigentlich schon vor rund 20 Jahren, erklärte Günter Lungershausen, der den Ausbau der Straße von Seiten der Bürgerinitiative betreut hatte. Damals wurde der Ort von Nordhausen eingemeindet. Mit dem Zusammenschluss gingen viele Versprechen einher, sich um Steigerthal zu kümmern. Jahrelang passierte aber nicht viel, so Lungershausen.
Vor gut zwei Jahren gründete sich die Bürgerinitiative, nicht nur um den Straßenausbau voranzutreiben, sondern vor allem um dafür zu sorgen, dass die bis dato ungeklärten Abwässer nicht einfach in Richtung Gipskarst abflossen und das Naturschutzgebiet gefährdeten.
Bis nach Brüssel, zum Europarlament, war der Protest gedrungen, erzählte Lungershausen und heute konnten die Steigerthaler die erste Früchte ihrer Bemühungen ernten.
Vor einem Jahr war im Ort mit dem grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt begonnen worden. Dabei hatte die Baufirma Mütze und Rätzel aus Wolmirstedt die Aufgabe, 641 m Straße mit einer Straßenfläche von etwa 3.900 m² und knapp 2.000 m² Gehweg grundhaft auszubauen.
Hinzu kamen auch zwei behindertengerechte Bushaltestellen und rund 3 km Kanäle. Durch den Gewässerunterhaltungsverband wurde ein Regenrückhaltebecken mit 1 000 m³ Fassungsvermögen gebaut. All diese Baumaßnahmen schlugen mit einer Auftragssumme von 1.560.000 Euro zu Buche, 850.000 Euro investierte allein die Stadtentwässerung.
Mit dem in großen Bereichen jetzt abgeschlossenen Bau einer öffentlichen Schmutzwasserkanalisation in Teilen Steigerthals wird die Gewässersituation qualitativ erheblich verbessert und die Auflagen aus einer Sanierungsanordnung der zuständigen Wasserbehörde vollständig erfüllt. Etwa die Hälfte der Einwohner Steigerthals wurden im Rahmen der jetzt abgeschlossenen Baumaßnahme an eine öffentliche Schmutzwasserkanalisation angeschlossen. In den Jahren 2015 und 2016 sollen die weiteren Bauabschnitte zur vollständigen schmutzwasserseitigen Erschließung des Ortsteiles beginnen.
Mit dem Neubau einer hydraulisch ausreichenden Regenwasserkanalisation, an die auch die neue Straßenoberflächenentwässerung angebunden ist, sowie die Arbeiten im Auftrag des Gewässerunterhaltungsverbandes ist auch die Gefahr der ständigen Überflutungen in den nun ausgebauten Bereichen gebannt. In einem ersten Bauabschnitt der neuen Ortserschließung (Realisierung 2013) wurde durch den Stadtentwässerungsbetrieb das Schmutzwasser-Pumpwerk und die Verbindungsleitung von Steigerthal nach Leimbach als Grundlage für die geplante Überleitung der Schmutzwässer aus Steigerthal zur Kläranlage Nordhausen errichtet
In Steigerthal hat sich für das Regenrückhaltebecken schon der inoffizielle Name "Neues Schwimmbad" eingebürgert, berichtete eine Anwohnerin am Rande der Übergabe, da schwinge auch ein Wunsch mit, meinte die Dame.
Auch nach der Übergabe gibt es solche Wünsche, wie etwa den Ausbau der Dorfstraße, sagte Steigerthals Ortsteilbürgermeisterin Karin Busch. Ein Großteil der Anwohner lebt in dieser Gegend, und kommt noch nicht in den Genuss des Anschlusses an die neuen Leitungen.
Ortsteilbürgermeisterin Karin Busch und die zweite Beigeordnete der Stadt Hannelore Haase bedankten sich bei den Beteiligten, insbesondere den Anwohnern (Foto: Angelo Glashagel)
Am Ende ist man also noch lange nicht, heute wurde aber ersteinmal gefeiert. "Wir haben wieder saubere und gute Straßen, die auch den renovierten Häusern entsprechend", meinte eine Anwohnerin. Mit Lob und Dank an die Bausausführenden Firmen und die zuständigen Behörden hielten sich auch Hannelore Haase, zweite Beigeordnete der Stadt, und Frau Busch nicht zurück. "Steigerthal ist wieder etwas schöner und beschaulicher geworden", sagte Haase, "es wird jetzt wieder etwas leiser zugehen".
Frau Haase wie auch Bürgermeisterin Busch bedankten sich auch bei den Anwohnern, die das Projekt mitgetragen hatten. Und zwar nicht nur mit ihrer Geduld, sondern auch mit ihrem Geldbeutel, denn zur grundhaften Sanierung von Straßen werden auch die Anwohner zur Kasse gebeten, sonst rollen die Bagger gar nicht erst los. Die Steigerthaler hatten sich aber auch noch anderweitig eingebracht. So dankte Frau Busch insbesondere auch dem Bauern Hahn, der Flächen zur Verfügung gestellt hatte, auf denen Baumaterial und Geräte abgestellt und gelagert werden konnten.
Und auch wer nicht direkt von den Baumaßnahmen on Steigerthal betroffen ist, dem stehen jetzt neue Wege offen. Die Sperrung ab Buchholz wie auch aus der Gegenrichtung ist aufgehoben, sodass man auch mit Auto wieder in die Gegend rund Steigerthal gelangen kann und den beschaulichen Ort mitsamt seiner Natur in Augenschein nehmen kann.
Angelo Glashagel


