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Die Nummer 47 ist eröffnet

Freitag, 12. Juni 2015, 17:02 Uhr
Vor einigen Minuten ist auf dem Nordhäuser Rathausplatz das diesjährige Rolandsfest eröffnet worden. Und: es war wie immer - bis auf eine Ausnahme. Eine weibliche...

Es ist eröffnet - das 47. Rolandsfest in Nordhausen (Foto: nnz) Es ist eröffnet - das 47. Rolandsfest in Nordhausen (Foto: nnz)
Wie immer, das könnte man auch als Tradition bezeichnen. Nach 47 Ausgaben durchaus berechtigt: Der Platz zwischen den beiden Rathäusern krachend voll. Durchschnittsalter der Menge: 60 plus. Der Planet drückte mit voller Kraft von oben und die Menschen warteten auf das Quartett.

Die drei Herren (Roland, Ewersberg und Zwanziger) hatten sich eine neue Hexe zur Seite geholt. Im normalen Leben ist das Annett Wernicke, die im Opernchor des Nordhäuser Theaters singt. Einhellige Meinung der Rolandsfest-Experten: sie absolvierte ihre Premiere mit aller Bravour.

Beim Auftritt der Rolandgruppe wurde denn erst einmal festgestellt, dass diese Gruppe ihren 60. Geburtstag feiert, das 47. Rolandsfest bereichert und Nordhausen in diesem Jahr seinen 1088. Geburtstag begeht. Was gibt es zum Programm zu sagen?

Den Auflug in die Welt der Sommer- und Winterzeit, denn hätte man sich sparen können. Das Gleiche gilt für das waffenexportierende Deutschland und für Putin. Gelungen der Übergang zur Stadtpolitik, bei dem man dem Volke den Unterschied zwischen einem Amtsblatt und einer Pressemitteilung erklären wollte. Beinahe auch schon Tradition hat der Schlenker zur nnz, genauer gesagt, zu den zu erwartenden bösen anonymen Kommentaren. Danke für die PR!

Traditionell abgearbeitet hatte man sich an den beliebten Themen wie das "Bücherbergerhaus", das Lese-Café ohne Küche, dafür mit Stühlen, die nur der Architekt schön findet. Kurios: bei manchen Pausen, in denen gelacht werden sollte, lachte die Masse nicht. Und natürlich blieb das Publikum auch nicht mit der Frage nach der Schließung des Seniorenbegegnungszentrums verschont. Man hatte schon den Eindruck, die Nordhäuser SPD habe am Manuskript mit gebastelt.

Dafür originell: die Hausaufgaben, die Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh bis zum Sonntagabend erledigen soll. Er müsse sechs Fragen beantworten, die den Nordhäusern unter den sprichwörtlichen Nägeln brennen. Ganz oben auf der Liste natürlich die Frage nach dem Seniorenbegegnungszentrum, dem Lesecafé, wann der Haushalt denn beschlossen wird oder ob die Jugendkunstsschule geschlossen werden muss.

Die sechste Frage toppte all die anderen, denn sie glich einer Forderung: Der Roland, die Hexe, der Ewersberg und der Zwanziger, die wünschen sich für das Jahr 2017 ein tolles Rolandsfest, das 500 Jahre Reformation an einem neuen Lutherdenkmal auf dem dann sanierten Blasiikirchplatz gefeiert werden kann. Ach ja, einen spektakulären Umzug muss es natürlich auch noch geben. Die Frage "6a", wer das bezahlen soll, die wurde nicht gestellt.

Vielleicht findet man ja einige Sponsoren wie den Chef der Wippertaler Getränke GmbH, Peter Winsel, ob sie das alles finanzieren? Peter Winsel und den vielen anderen Sponsoren ist es zu verdanken, dass das 47. Rolandsfest überhaupt gefeiert werden kann. Der Stadt Nordhausen hat es die Kommunalaufsicht verboten. Und bevor wieder jede Menge Neid aufkommt: Ja, Peter Winsel wird vermutlich einige Euro verdienen. Es sie ihm von Herzen gegönnt.
Peter-Stefan Greiner

PS: Am Ende des Auftritts der Rolandgruppe hatte ein neues Lied seine Premiere. Nur: zum Mitsingen oder Mitschunkeln ist es nicht gerade geeignet.
Autor: red

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