Weniger Zeitung - mehr Internet
Mittwoch, 13. Juni 2001, 16:28 Uhr
Nordhausen/Leipzig (nnz). In Ostdeutschland lesen immer weniger Menschen Zeitung. Dafür surfen immer mehr Menschen in den neuen Bundesländern im Internet. nnz hat in Leipzig nachgefragt.
Nach Angaben des Leipziger Instituts für empirische Forschung (LIFE) vom Mittwoch lesen gegenwärtig 9,5 Millionen Ostdeutsche mehrmals in der Woche eine Zeitung. Das seien rund 700 000 Leser weniger als in den zurückliegenden fünf Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute das einen Rückgang um drei Prozent. Gründe seien Zeit- und Geldmangel sowie fehlendes Interesse. Das Institut befragte für seine Studie in einer repräsentativen Erhebung 1200 Einwohner aus den neuen Bundesländern und Berlin von 16 Jahren an.
Der Umfrage zufolge greifen 65 Prozent zu einer regionalen Tageszeitung, 6 Prozent lesen eine überregionale Tageszeitung und 11 Prozent ein Boulevardblatt. Die wichtigsten Themen für ostdeutsche sind politische Themen.
Ein anderer Trend ist in der Nutzung des Internets zu erkennen. 51 Prozent der (Ost-)Deutschen besitzen (zu Hause) gegenwärtig einen Computer. Das ist eine Steigerung um sechs Prozent im Vergleich zu 1999. Zu diesem Ergebnis kommt das Leipziger Institut in seiner Studie COMPUTER 2001. Basis dafür ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 1.200 Deutschen (im Alter ab 16 Jahren) in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Bei der Internet-Nutzung schreitet die Entwicklung ebenfalls rasant, aber differenziert voran., erklärt der Leipziger Soziologe Dr. Harald Schmidt.
Nach der LEIF-Analyse haben 26 Prozent der Bevölkerung privat Zugang zum Internet. Das sei eine Steigerung zum Vorjahr von 20 Prozent. Hinzu kommen zwölf Prozent, die im Internet ausschließlich am Arbeits- oder Ausbildungsplatz surfen. Insgesamt nutzen damit 38 Prozent der Bevölkerung privat oder beruflich das Internet. 30 Prozent der User sind jünger als 25 Jahre und sechs Prozent älter als 55 Jahre. Das Klischee, dass Frauen an Technik weniger interessiert sind, stimme in puncto Internet nicht mehr., meint LEIF-Chef Dr. Schmidt. Internet-Nutzer sind Frauen und Männer gleichermaßen. Vor allem fachliche Information für Arbeit bzw. Ausbildung holen sich die meisten, 66 Prozent der User vorrangig aus dem Internet.
Auf Platz zwei folgen nach besagter LEIF-Analyse mit einem Anteil von 60 Prozent elektronisches Mailing und Kommunikation, auf Platz drei mit 42 Prozent die fachliche Information für Freizeit und Hobbies. Ohne direktes Ziel im Internet surfen 37 Prozent der User oft. 35 Prozent rufen häufig Service-Informationen zum Beispiel Fahrpläne, Kultur oder Arbeitsmarkt ab. Homebanking wird von 25 Prozent der Internetnutzer häufig betrieben. 17 Prozent spielen oft. Mit großem Abstand folgen Shopping (10 Prozent), die Teilnahme an Diskussionen und Befragungen (7 Prozent) oder der Abruf von Informationen der Fernsehsender (5 Prozent). Gefragt ist bei der Mehrheit der Internet-User vor allem fachliches Wissen und Kommunikation, weniger Shopping oder simple Unterhaltung., stellt resümierend der Leipziger Soziologe Dr. Harald Schmidt fest.
Autor: nnzNach Angaben des Leipziger Instituts für empirische Forschung (LIFE) vom Mittwoch lesen gegenwärtig 9,5 Millionen Ostdeutsche mehrmals in der Woche eine Zeitung. Das seien rund 700 000 Leser weniger als in den zurückliegenden fünf Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute das einen Rückgang um drei Prozent. Gründe seien Zeit- und Geldmangel sowie fehlendes Interesse. Das Institut befragte für seine Studie in einer repräsentativen Erhebung 1200 Einwohner aus den neuen Bundesländern und Berlin von 16 Jahren an.
Der Umfrage zufolge greifen 65 Prozent zu einer regionalen Tageszeitung, 6 Prozent lesen eine überregionale Tageszeitung und 11 Prozent ein Boulevardblatt. Die wichtigsten Themen für ostdeutsche sind politische Themen.
Ein anderer Trend ist in der Nutzung des Internets zu erkennen. 51 Prozent der (Ost-)Deutschen besitzen (zu Hause) gegenwärtig einen Computer. Das ist eine Steigerung um sechs Prozent im Vergleich zu 1999. Zu diesem Ergebnis kommt das Leipziger Institut in seiner Studie COMPUTER 2001. Basis dafür ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 1.200 Deutschen (im Alter ab 16 Jahren) in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Bei der Internet-Nutzung schreitet die Entwicklung ebenfalls rasant, aber differenziert voran., erklärt der Leipziger Soziologe Dr. Harald Schmidt.
Nach der LEIF-Analyse haben 26 Prozent der Bevölkerung privat Zugang zum Internet. Das sei eine Steigerung zum Vorjahr von 20 Prozent. Hinzu kommen zwölf Prozent, die im Internet ausschließlich am Arbeits- oder Ausbildungsplatz surfen. Insgesamt nutzen damit 38 Prozent der Bevölkerung privat oder beruflich das Internet. 30 Prozent der User sind jünger als 25 Jahre und sechs Prozent älter als 55 Jahre. Das Klischee, dass Frauen an Technik weniger interessiert sind, stimme in puncto Internet nicht mehr., meint LEIF-Chef Dr. Schmidt. Internet-Nutzer sind Frauen und Männer gleichermaßen. Vor allem fachliche Information für Arbeit bzw. Ausbildung holen sich die meisten, 66 Prozent der User vorrangig aus dem Internet.
Auf Platz zwei folgen nach besagter LEIF-Analyse mit einem Anteil von 60 Prozent elektronisches Mailing und Kommunikation, auf Platz drei mit 42 Prozent die fachliche Information für Freizeit und Hobbies. Ohne direktes Ziel im Internet surfen 37 Prozent der User oft. 35 Prozent rufen häufig Service-Informationen zum Beispiel Fahrpläne, Kultur oder Arbeitsmarkt ab. Homebanking wird von 25 Prozent der Internetnutzer häufig betrieben. 17 Prozent spielen oft. Mit großem Abstand folgen Shopping (10 Prozent), die Teilnahme an Diskussionen und Befragungen (7 Prozent) oder der Abruf von Informationen der Fernsehsender (5 Prozent). Gefragt ist bei der Mehrheit der Internet-User vor allem fachliches Wissen und Kommunikation, weniger Shopping oder simple Unterhaltung., stellt resümierend der Leipziger Soziologe Dr. Harald Schmidt fest.
