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nnz-Forum: Biosphärenreservat

Mittwoch, 26. Mai 2004, 19:49 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Verband der Wirtschaft folgte der Einladung der Bündnisgrünen zum Thema Biosphärenreservat Südharz bisher nicht. Der Verband begründete die Ablehnung mit der Notwendigkeit, sich vor einem öffentlichen Gespräch einen eigenen Standpunkt bilden zu müssen. Was die Bündnisgrünen dazu meinen? Mi einem Klick wissen Sie es.


Diskussionsrunden sollten offen, konstruktiv und zukunftsorientiert geführt werden. Dass unsere Region auf den Status „Weltnaturerbe“ nicht verzichten kann und darf, darüber dürfte es keine Differenzen geben. Diesen positiven Begriff an die Stelle „Strukturschwache Region in Deutschland“ setzen zu können, dagegen kann auch der hartnäckigste Skeptiker nichts einwenden. Imagepflege muss Auftrag jeder Partei, jedes Wirtschaftsunternehmens, jedes Bürgers sein.

Die Forderung für eine Ausweisung der Südharzregion als Biosphärenreservat Südharz besteht seit 1990. Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer ebenso wie der Generalsekretär der Bundesumweltstiftung Fritz Brickwedde empfahlen schon 1993 den Politikern und Behörden in Nordthüringen das Biosphärenreservat Südharz als Entwicklungschance zu ergreifen, sie sagten ihre Unterstützung zu.

Fehleinschätzungen und mangelnde Kooperationsbereitschaft führen immer wieder zur Verweigerung durch Interessengruppen, die nicht das Ganze, sondern Einzelinteressen im Blick haben, und so Wege zu mehr Arbeitsplatzentwicklung blockieren. Wir haben schon viel Zeit verloren. B90/Grüne wird nicht mehr locker lassen, bis endlich der Antrag bei der UNESCO über die Landesregierung gestellt wird.

Mangelnde Kooperation darf die Zukunft des Südharzes nicht länger verstellen. Der Tourismus ist eine gewichtige Säule wirtschaftlicher Entwicklung. Es reicht auch nicht aus, wenn immer neue Imagebroschüren erstellt werden. Der Tourismus im Südharz braucht die welt- bzw. europaweite Anerkennung, um zu einer wirtschaftlichen Kraft zu werden.

Seit 1990 flossen der Stadt und dem Landkreis Nordhausen enorme Fördermittel zu. Sie haben in vielen Fällen nicht zur Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen und zur nachhaltigen Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen geführt. Im Gegensatz zum Verband der Wirtschaft haben sich Vertreter des Forstamtes Ilfeld an der konstruktiven Diskussionsrunde mit der Bundespolitikerin Undine Kurth Mitte Mai beteiligt. Ihre berechtigten Fragen wurden aufgenommen und werden in einer nächsten Zusammenkunft von Fachleuten beantwortet. B90/Grüne erwartet vor allem von den Landtagsabgeordneten der CDU, dass sie sich ebenfalls dafür einsetzen, dass das Biosphärenreservat Südharz in den LEP Thüringen aufgenommen wird. Der Verband der Wirtschaft wird seinen inzwischen erarbeiteten Standpunkt zur Diskussion stellen und konkret die Punkte nennen müssen, zu denen Unklarheit besteht, und durch die nach Meinung des Verbandes eine Beeinträchtigung der Wirtschaftsentwicklung befürchtet wird.
Gisela Hartmann, Kreisvorstand

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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