Nordhausen und die Frauen
Dienstag, 02. Juni 2015, 15:08 Uhr
Insgesamt vier "Frauenchroniken" erschienen in den letzten 25 Jahren für den Landkreis Nordhausen, die letzte 2012. Viele Frauen hatten über Episoden aus ihrem Leben zwischen 1945 und 1990 in den Büchern berichtet, nun wurden die Teilnehmerinnen für ihr Engagement mit einer kleinen Veranstaltung geehrt...
Zur Geschichte Nordhausens und der Region gibt es viel Literatur, meist geschrieben von ausgewiesenen Lokalhistorikern.
Nach wie vor selten sind Betrachtungen die sich mit der Geschichte der Frauen beschäftigen. Anfang der 1990er Jahre sollte das geändert werden. Insgesamt vier "Frauenchroniken" wurden zwischen 1992 und 2007 erarbeitet. Geschrieben haben sie nicht Historiker, sondern Laien.
Interviews wurden geführt, Berichte geschrieben, Lebensgeschichten, Schicksale und Episoden gesammelt. Wie war das mit der Autoanmeldung, warum gab es Kohlekarten und Schwangerschaftsausweise? Vielfach geht es um Alltagsgeschichte, einen Einblick in das tägliche Leben. Aber auch Ereignisse der jüngeren Geschichte, wie den Bau des Krankenhauses.
Die Frauen, die ihre Geschichte in den Frauenchroniken erzählt haben, konnten heute im IFA Museum selbst etwas über Nordhausens Geschichte lernen (Foto: Angelo Glashagel)
Die Autoren und Helfer fanden ihre Interviewpartner häufig über Mundpropaganda, Menschen die andere Menschen kannten die interessante Geschichten aus der Zeit zwischen 1945 und 1990 zu erzählen hatten, berichtet die Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Carmen Kaap. Und die Arbeit wurde frei gestaltet: Frau Kaaps Lieblingseintrag ist eine Lebensgeschichte in Versform.
Frau Kaap, die mit der Drucklegung der finalen Ausgabe betraut war, hatte die Idee zu der kleinen Dankesveranstaltung. Gut 25 Damen waren in das IFA-Museum gekommen, um bei Kaffee und Kuchen nach DDR-Art beisammenzusitzen und das Museum zu erkunden. Finanziert wurde die Danksagung durch die Einnahmen aus Spenden, die man für den Erwerb der Frauenchroniken entrichten kann.
Carmen Kaaps, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, hat das Dankeschön-Treffen organisiert (Foto: Angelo Glashagel)
Das finale Buch war erst 2012 erschienen, die Projektmittel hatten 2007 die Drucklegung nicht mit abgedeckt. Eine weitere Frauenchronik wird es vorraussichtlich nicht mehr geben, meinte Gleichstellungsbeauftragte Kaap, die Projektförderung sei damals großzügiger gewesen. Aber wer weiß, vielleicht nimmt es einer der Lokalhistoriker oder auch eine Lokalhistorikerin auf sich, das Thema "Nordhausen und die Frauen" einmal näher zu beleuchten und auch weiter in der Geschichte zurück zu gehen. Kommende Historikergenerationen werden sich in jedem Fall über die vier Nordhäuser Sammlungen freuen, geben sie doch einen Einblick in eine vergangene Zeit.
Wer selber Interesse an den Frauenchroniken hat, kann sich bei Frau Kaaps im Landratsamt melden. Einige Bücher gibt es noch, lediglich die zweite Ausgabe ist vergriffen.
Angelo Glashagel
Autor: redZur Geschichte Nordhausens und der Region gibt es viel Literatur, meist geschrieben von ausgewiesenen Lokalhistorikern.
Nach wie vor selten sind Betrachtungen die sich mit der Geschichte der Frauen beschäftigen. Anfang der 1990er Jahre sollte das geändert werden. Insgesamt vier "Frauenchroniken" wurden zwischen 1992 und 2007 erarbeitet. Geschrieben haben sie nicht Historiker, sondern Laien.
Interviews wurden geführt, Berichte geschrieben, Lebensgeschichten, Schicksale und Episoden gesammelt. Wie war das mit der Autoanmeldung, warum gab es Kohlekarten und Schwangerschaftsausweise? Vielfach geht es um Alltagsgeschichte, einen Einblick in das tägliche Leben. Aber auch Ereignisse der jüngeren Geschichte, wie den Bau des Krankenhauses.
Die Frauen, die ihre Geschichte in den Frauenchroniken erzählt haben, konnten heute im IFA Museum selbst etwas über Nordhausens Geschichte lernen (Foto: Angelo Glashagel)
Die Autoren und Helfer fanden ihre Interviewpartner häufig über Mundpropaganda, Menschen die andere Menschen kannten die interessante Geschichten aus der Zeit zwischen 1945 und 1990 zu erzählen hatten, berichtet die Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Carmen Kaap. Und die Arbeit wurde frei gestaltet: Frau Kaaps Lieblingseintrag ist eine Lebensgeschichte in Versform.
Frau Kaap, die mit der Drucklegung der finalen Ausgabe betraut war, hatte die Idee zu der kleinen Dankesveranstaltung. Gut 25 Damen waren in das IFA-Museum gekommen, um bei Kaffee und Kuchen nach DDR-Art beisammenzusitzen und das Museum zu erkunden. Finanziert wurde die Danksagung durch die Einnahmen aus Spenden, die man für den Erwerb der Frauenchroniken entrichten kann.
Carmen Kaaps, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, hat das Dankeschön-Treffen organisiert (Foto: Angelo Glashagel)
Das finale Buch war erst 2012 erschienen, die Projektmittel hatten 2007 die Drucklegung nicht mit abgedeckt. Eine weitere Frauenchronik wird es vorraussichtlich nicht mehr geben, meinte Gleichstellungsbeauftragte Kaap, die Projektförderung sei damals großzügiger gewesen. Aber wer weiß, vielleicht nimmt es einer der Lokalhistoriker oder auch eine Lokalhistorikerin auf sich, das Thema "Nordhausen und die Frauen" einmal näher zu beleuchten und auch weiter in der Geschichte zurück zu gehen. Kommende Historikergenerationen werden sich in jedem Fall über die vier Nordhäuser Sammlungen freuen, geben sie doch einen Einblick in eine vergangene Zeit.Wer selber Interesse an den Frauenchroniken hat, kann sich bei Frau Kaaps im Landratsamt melden. Einige Bücher gibt es noch, lediglich die zweite Ausgabe ist vergriffen.
Angelo Glashagel
