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Die Prinzen mit neuem Album

Samstag, 30. Mai 2015, 16:12 Uhr
Die Prinzen präsentieren nach rund acht Jahren ihr neues Album. Gestern erst kam es heraus und heute haben wir für unsere Leser schon ein aktuelles Interview. Stefan Peter sprach über das Album mit Sebastian Krumbiegel, dem Sänger der Prinzen, der das Eichsfeld gut kennt und mit der Band bald in Nordhausen ist....

Die Prinzen (Foto: Agentur) Die Prinzen (Foto: Agentur)

Sie sind  eine der erfolgreichsten Bands in diesem Land – DIE PRINZEN aus Leipzig. Mit ihrer ganz besonderen Art, die Musik und sich selbst in Szene zusetzen, begeistern sie seit vielen Jahren die Republik.

Dabei sind sie immer auf der Höhe der Zeit. Haben hier und da auch mal ganz bewusst den Finger da hingelegt, wo es wehtut, um auch mal anzuecken oder mit einem Radioboycott belegt zu werden. Aber sie waren und sind ganz sie selbst geblieben. Jetzt nach rund sieben  Jahren sind sie wieder bereit mit ihrem „Familienalbum" so heißt die neue CD, das Musikgeschäft aufzumischen.

Wie geht es Dir so kurz vor der Veröffentlichung eurer neuen CD und der Vorbereitung auf die Tour?

Ja danke, soweit ganz gut. Ich bin viel unterwegs, gebe viele Interviews, bin zu Gast bei Radio und TV und so oft es geht im Proberaum in Leipzig, um Stücke für die Konzerte auszusuchen und zu proben.

Jetzt erscheint mit „Familienalbum" das erste Studiowerk, sieben Jahre nach dem letzten Album „Die neuen Männer"

Die lange Pause, die bisher längste zwischen zwei Prinzen-Alben, war nicht geplant, es hat sich einfach so ergeben, „Wir waren nicht faul, sondern haben viel live gespielt und Songs gesammelt, bis wir genügend Material für ein Album zusammen hatten, von dem wir glauben, es dem Publikum vorlegen zu können. Aber uns hat auch nichts getrieben. Und ich sag nur, was Lange währt…."

Das „Familienalbum" wartet mit 15 Songs im typischen Prinzen-Sound auf und trotzdem ist dieses zwölfte Album anders. Erzähl was darüber!

Was soll ich sagen, wir sind sehr glücklich damit, aber das sind wir eigentlich immer. (lacht)  Aber nein mal im Ernst, wir sind mit der neuen Platte „Back to he Roots“, das heißt, wir haben nur Schlagzeug und Bass dabei, keine Gitarre, Keybords oder so, nur unsere Stimmen.

Also nur Euch selber…

Ja nur uns selber….

Wie kam es dazu?

Wir sind im Vorfeld der Entstehung im März letzen Jahres nach Mallorca gefahren und mit uns selber in Klausur gegangen, wir wollten einfach wissen was noch so geht. Wir hatten ein bisschen Technik dabei und haben, sozusagen ganz abgeschieden von der Welt, die ersten acht Songs, die die Basis für das Album liefern, geschrieben.

Heißt „Back to the Roots” (also zurück zu den Anfängen) - Anette Humpe ist wieder als Produzentin bei euch?

Nicht direkt, also Anette  hat an ein paar Songs mitbeschrieben. Und wir haben über sie ein paar neue Leute kennengelernt, die schon bei „ICH und ICH“ die Macher waren und die echt coole Soundbastler sind.

Was verspricht euer neues Album und womit beschäftigt ihr Euch?

Hm, das ist schwierig zu beschreiben, es geht einfach um die Dinge die uns bewegen. Wir haben halt geguckt was passiert um uns herum. Wir sind ja nicht vordergründig eine Band die politisch ist, weißt Du? Da muss man schon aufpassen, um nicht als die Weltbekehrer“ abgestempelt zu werden, aber wir sind schon kritisch mit dem was wir wahrnehmen und machen.Trotzdem sehen wir uns immer noch als Entertainer und wollen natürlich auch unterhalten.

Aber die Prinzen sind jetzt keine Spaßcombo geworden?

Nein, natürlich nicht, ich denke, dass die Platte trotz Spaß schon ernsthaft geworden und auch mal ruhiger…aber nein keine Angst, es klingt immer noch nach den PRINZEN…wir haben wie gesagt neben den Texten diesmal viel Wert auf die Stimmen und den Sound gelegt. 

Wer bestimmt eigentlich, was auf eine CD kommt? Ich stell mir das bei einer Band mit sieben  individuellen Musikern schon schwierig vor.

Also logischerweise sind Tobias und ich schon die kreativen Nasen. Aber wir sind schon eine demokratische Band und es kommt nichts auf die Platte, was irgendjemand von uns nicht möchte. Und das ist auch gut und richtig so. Aber es ist auch nicht immer einfach bei sieben Leuten, die alle mit auf Mallorca waren alle unter einen Hut zu bekommen, da muss man auch schon mal zurückstecken. Aber wir sind alle glücklich mit dem Ergebnis.

Wer von Euch beiden Tobias oder Du entscheidet, wer welchen Song singt?

Meistens ist es der, der die Grundidee hatte, der sein Werk auch gesanglich umsetzt. Jeder von uns, der ein Lied schreibt, hat einen Bezug zu dem was er singt und steht auch dahinter. 

Ihr seit in Kürze wieder auf Tour, aber diesmal in Kirchen. Wie kann es dazu?

Die Kirchentour war eine Idee, die wir vor ein paar Jahren hatten, um uns selbst zu überraschen. Wir kennen mittlerweile nach über 25 Jahren fast jeden Club und jede Halle und wollten nun mal was anderes ausprobieren. Erst waren wir in vielen großartigen Theatern, Opernhäusern, so auch in der Semperoper in Dresden und in Schlössern, wie Sancsoussie oder Hohenzollern. Aber Kirchen, das ist schon was besonderes. Da ist eine Hammerakustik und wenn die Leute mitsingen ist das großartig. Aber wir planen für das Frühjahr auch schon wieder eine Tour durch die großen Hallen.

Was natürlich vom Erfolg des Albums abhängt...

Ja klar, aber wir alle sind da sehr optimistisch! Die Platte ist wirklich gut. Außerdem sind wir im Moment viel in den Medien vertreten, um uns gebührend in Erinnerung zubringen…(Lacht).

Ihr seid auch bei "Sing meinen Song" dabei - scheint so als starten DIE PRINZEN 2015 noch einmal so richtig durch?  

Wir haben auf jeden Fall nichts dagegen durchzustarten. Aber wie gesagt, wir sind als Band seit knapp 25 Jahren immer in Bewegung geblieben.

Warum habt ihr euch entschlossen, bei der Show mitzumachen?  

Weil es um Musik geht. Wenn du anfängst Musik zu machen, und plötzlich alle deine Lieder toll finden, dann ist das eine wunderbare Erfahrung. Wenn du es dann zu einer einigermaßen hohen Popularität bringst, interessieren sich plötzlich alle nur noch für dein Privatleben, Autos oder Fehltritte. Das ist nicht unser Ding. Bei "Sing meinen Song" geht es endlich wieder um Musik. 

Habt ihr die vergangene Staffel verfolgt? Was ist euch besonders in Erinnerung geblieben?  

Es war schon toll zu sehen, was es für großartige Stimmen in unserem Land gibt und wie man Lieder völlig neu erfinden kann. Dass sich scheinbar gegensätzliche Typen, wie Gregor Meyle und Sarah Connor extrem gut verstanden haben, war für mich auch ein Highlight. Und natürlich auch zu sehen, wie Xavier diese ganzen Alphatiere irgendwie zusammenhält. 

Ist es ein Vorteil, dass ihr zu zweit auftretet? 

Es war eine Premiere. Normalerweise sind wir fünf Sänger, und jeder von uns ist ein vollwertiges Bandmitglied. Tobias oder ich  singen meist den Leadgesang des Songs, in letzter Zeit mehr und mehr auch Jens,  während die anderen Stimmen begleiten. Duette sind also eher die Ausnahme, deshalb waren diese Duett-Auftritte auch für uns ein ganz schönes Abenteuer... 

Worauf freut man sich mehr: Die Songs der anderen zu singen oder die eigenen Songs von den anderen zu hören?  

Das sind zwei paar Schuhe. Die Songs von den anderen zu singen ist eine große Herausforderung. Die eigenen Songs von der Creme de la Creme der deutschen Popsänger zu hören, ist natürlich wiederum sehr schmeichelhaft. 

Bei welchem Künstler ist es besonders schwer gefallen, zu covern?

Schwer gefallen ist nicht das richtige Wort, aber zum Beispiel die Söhne Mannheims zu covern, ist schon sehr aufregend. Zum Glück hatten wir da Wolfgang und Jens von den Prinzen, als musikalisch-moralische Unterstützung dabei. 

Und auf wessen Interpretation Eurer Hits wart ihr besonders gespannt?   

Mit Hartmut Engler sind wir seit den Neunzigern befreundet, wir waren sehr neugierig, ihn "Du musst ein Schwein sein" singen zu hören. Aber prinzipiell waren alle Versionen unserer Songs gigantisch und wir haben uns durch jede Version unheimlich geehrt gefühlt. Ich bin Christina-Stürmer-Fan geworden - diese junge Frau ist der absolute Hammer!

Hattet ihr Angst euch dem Urteil der Gesangskollegen zu stellen? 

Es ging da ja weniger um ein Urteil, sondern darum, die anderen zu berühren und zu zeigen, was man mit den Songs machen kann. Daniel Wirtz, Indie-Rocker und Rampensau, zum Beispiel hat bewiesen, dass er jedes Lied zu seinem eigenen machen kann. Tobias und ich konnten uns außerhalb der A-cappella-Grenzen bewegen und mit einer großen Band zusammen Musik machen. Das hat  Spaß gemacht. 

Wie hat man sich mit den Kollegen beim Dreh in Südafrika verstanden? 

Wir waren in Südafrika wie eine große Familie und haben uns jeden Morgen nach dem Aufwachen völlig übermüdet wieder unheimlich aufeinander gefreut. 

Sind denn weitere TV Formate mit Euch geplant? Wäre ein Juror-Job bei "The Voice", DSDS oder einer anderen Castingshow was für Euch?   

Nö, das muss nicht sein….Ich halte nichts von solchen Formaten. Musik ist keine olympische Disziplin - es sollte dabei nicht um "schneller - höher - weiter" gehen, es geht um Gefühle, und genau deshalb ist "Sing meinen Song" da eine wohltuende Ausnahme.

Du bzw. ihr habt ja schon extrem viel erreicht. Gibt es noch Wünsche und Träume?

Ja sicher, ich denke, dass es noch viel zu erzählen gibt und ich noch längst nicht alles gesagt Träume? Hm, vielleicht einmal die Erde so wie Sigmund Jähn von draußen sehen - das ist, glaube ich, eine gute Erfahrung…

Du bist ja bekannt dafür, dass Du gern und oft Deine Meinung sagst, auch gern mal ungefragt.

Ja das ist wohl so. Ich finde als Künstler und Mensch, der im öffentlichen Leben steht, aber auch als Privatperson, wie du und ich, sollte man seine Meinung kund tun, sagen was einem nicht passt und sich nicht verstecken. Eben eine Haltung haben. Gerade Popmusik und eine klare Haltung gehen für mich Hand in Hand. Das hab ich immer getan und werde es auch weiter tun, ob nun mit oder ohne Musik.

Was magst Du privat für Musik?

Hm, aufgewachsen bin ich mit J.S. Bach, ich liebe ihn und seine Musik…Aber beeinflusst wurde ich schon früh durch THE WHO, Stones, Beatles, Kinks und die Rockmusik der 60er/70er generell. Ich bin immer noch ein großer Queen–Fan. Aber ich mag auch Hip Hop, - EMINEM, aber auch deutschsprachige Sachen, Kraftklub, KIZ, Fettes Brot, Cro, die Fantas...

Wie hältst Du dich fit für Bühne und Tour?

Ja man sollte schon irgendwie versuchen gesünder zu leben…und jeden Morgen soviel Liegestütze machen wie man kann…(lacht). Mit knapp 50 kannst du jedenfalls nicht mehr so exzessiv Party machen, wie mit 20 - das ist eine Erfahrung, um die ich nicht drum rum komme.

Hast Du noch Lampenfieber nach all den Jahren auf der Bühne?

Ja auf jeden Fall immer und extrem….  Ich bin da nicht so abgebrüht ….Es gehört dazu und muss sein…die Spannung vor dem Publikum wird auch nicht weniger und das ist auch gut so…

Hast du bei all deinen Aktivitäten noch Zeit für Hobbys und Familie?

Also die Zeit für die Familie nehme ich mir, trotz der vielen Arbeit…. ja und ich bekomm das hin…und die Musik ist für mich keine Arbeit. Sie ist mein Leben und so auch mein Hobby. Ich spiele auch zuhause jeden Tag Klavier und singe. Das mache ich echt gern.

Hast du einen Bezug zu Nordhausen, wo ihr am 22. September 2015 zum Kirchenkonzert in der Blasii Kirche zu sehen seit?

Lacht…klar den Doppelkorn….lacht wieder….nee im Ernst, wir waren schon öfter da und freuen uns auch diesmal dort zu musizieren. Ich versuche immer bei jedem Konzert mich mit dem Ort wo ich bin mich im Vorfeld zu beschäftigen, um auch einen Bezug auf der Bühne dazu zu finden…Aber was ich gut kenne, das ist das Eichsfeld, das ja nicht weit weg von Nordhausen ist. Ich hab da sehr interessante Erinnerungen an ein Ort namens Jützenbach…welchen ich öfter mit meinem Trabbi, damals brauchte man noch einen Passierschein, besucht habe…Der Weg dorthin war immer sehr abenteuerlich und recht schräg…Ja diese Gegend kenne ich echt gut….lacht.Aber vielleicht sehe ich ja den einen oder anderen Eichsfelder (und auch Thüringer) auf der Tour, das würde mich freuen…

Ich denke schon…

Also bis dahin…liebe Grüße an das Eichsfeld und natürlich Nordhausen…bis zum Konzert!

Mit Sebastian Krumbiegel von den Prinzen sprach Stefan Peter.

Tickets gibt es für das Konzert in Nordhausen unter anderem bei:

Buchhaus Rose
Rautenstraße 1
99734 Nordhausen
Tel.:03631-6162-0

Ev. Kirchengemeinde St. Blasii-Altendorf
Gemeindebüro
Barfüsserstr. 2
99734 Nordhausen
Tel.:03631–98 1640
Autor: en

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