Deusa: Bloß gegen Becker?
Dienstag, 12. Juni 2001, 12:31 Uhr
Bleicherode (nnz). Bei Deusa wird kurzgearbeitet, im Klartext: es wird überhaut nicht gearbeitet. Doch nach nnz-Informationen soll es da einen Betriebszweig geben, der nicht unbedingt mit Verlusten zu tun hat.
Tief unten im Berg schlummert immer noch ein Rohstoff, der in der Wirtschaft begehrt ist und der in der Deusa aufbereitet wird. Dort wo der Rohstoff - hochreines Chemiesalz - aus dem Berg herausgelöst wird, entstehen Hohlräume, die aufgefüllt werden müssen. Das hat der Gesetzgeber so vorgeschrieben. Verwahrung und Sicherung stillgelegter Bergwerke nennen es die Fachleute.
Die BVVS als Treuhandnachfolgerin stellt für diese Sicherungsmaßnahmen viel Geld zur Verfügung. Viel Geld, nach nnz-Informationen fast fünf Millionen Mark, erhielt auch die Deusa, um ihrer Pflicht der Sicherung nachzukommen. Aus politischen Kreisen hört man nun, daß diese Summe nicht zweckentsprechend eingesetzt wurde. Der Geldstrom floß nicht nur in den Berg, sondern auch über Tage. Das soll nicht heißen, daß dieses Geld irgendwo versickert ist, nein, es wurde nur nicht dort eingesetzt, wo es sein Absender konkret vorsah, sagt man in Erfurt.
Versickert soll in den Bleicheröder Schacht ein anderes Medium sein: Sickerwasser aus Sachsen-Anhalt. In einem dortigen Tagebau, der zu einer gigantischen Deponie umfunktioniert wurde, fällt Deponiewasser an. Das wird nach Bleicherode transportiert und in den Berg gepumpt, es wird versetzt. Nun vermutet man in den Fluren des Erfurter Landtages, daß mehr Sickerwasser in den Berg floß, als es die Bergbehörden des Freistaates genehmigt hatten. Sollte also da das Mißtrauen gegenüber der Deusa und ihrer ehemaligen Geschäftsleitung herrühren?
Dagmar Becker, ihres Zeichens umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion hatte gestern das zuständige Ministerium von Volker Sklenar heftig attakiert. Gegenüber nnz sagte Becker heute: Wenn man jetzt versucht, dem neuen Investor die Schuld für die versäumte Verwahrung von Altlasten in die Schuhe zu schieben, dann werden die Belegschaft des Werkes sowie die Öffentlichkeit bewußt getäuscht.
Laut Becker sollen die zuständigen Bergbehörden, die dem Sklenar-Ministerium unterstehen, sowohl den zweckentfremdeten Einsatz der Gelder als auch das übermäßige Verklappen des sachsen-anhaltinischen Sickerwassers geduldet haben. Nun würden die Genehmigungsbehörden nur zögernd in Sachen Deusa agieren. Gegenüber nnz hatte Insolvenzverwalter Carsten Bloß bereits in der vergangenen Woche bestätigt, daß der neue Deusa-Investor bislang ziemlich unprofessionell mit den notwendigen Formalitäten umgegangen wäre. Neue Berater sollten dieses Dilemma nun beseitigen, so Bloß zur nnz.
Bloß geht immer noch davon aus, daß die notwendigen Genehmigungen spätestens Ende dieses Monats von den Bergbehörden des Freistaates erteilt werden,, er widersprach damit auch vehement Dagmar Becker. Zwischenzeitlich forderte Becker Wirtschaftsminister Franz Schuster auf, sich für ein gemeinsames Gespräch aller Beteiligten stark zu machen. Der englische Investor, das Land mit dem Bergamt und Vertreter der Belegschaft gehören nach Auffassung der SPD-Politikerin an einen Tisch.
Autor: nnzTief unten im Berg schlummert immer noch ein Rohstoff, der in der Wirtschaft begehrt ist und der in der Deusa aufbereitet wird. Dort wo der Rohstoff - hochreines Chemiesalz - aus dem Berg herausgelöst wird, entstehen Hohlräume, die aufgefüllt werden müssen. Das hat der Gesetzgeber so vorgeschrieben. Verwahrung und Sicherung stillgelegter Bergwerke nennen es die Fachleute.
Die BVVS als Treuhandnachfolgerin stellt für diese Sicherungsmaßnahmen viel Geld zur Verfügung. Viel Geld, nach nnz-Informationen fast fünf Millionen Mark, erhielt auch die Deusa, um ihrer Pflicht der Sicherung nachzukommen. Aus politischen Kreisen hört man nun, daß diese Summe nicht zweckentsprechend eingesetzt wurde. Der Geldstrom floß nicht nur in den Berg, sondern auch über Tage. Das soll nicht heißen, daß dieses Geld irgendwo versickert ist, nein, es wurde nur nicht dort eingesetzt, wo es sein Absender konkret vorsah, sagt man in Erfurt.
Versickert soll in den Bleicheröder Schacht ein anderes Medium sein: Sickerwasser aus Sachsen-Anhalt. In einem dortigen Tagebau, der zu einer gigantischen Deponie umfunktioniert wurde, fällt Deponiewasser an. Das wird nach Bleicherode transportiert und in den Berg gepumpt, es wird versetzt. Nun vermutet man in den Fluren des Erfurter Landtages, daß mehr Sickerwasser in den Berg floß, als es die Bergbehörden des Freistaates genehmigt hatten. Sollte also da das Mißtrauen gegenüber der Deusa und ihrer ehemaligen Geschäftsleitung herrühren?
Dagmar Becker, ihres Zeichens umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion hatte gestern das zuständige Ministerium von Volker Sklenar heftig attakiert. Gegenüber nnz sagte Becker heute: Wenn man jetzt versucht, dem neuen Investor die Schuld für die versäumte Verwahrung von Altlasten in die Schuhe zu schieben, dann werden die Belegschaft des Werkes sowie die Öffentlichkeit bewußt getäuscht.
Laut Becker sollen die zuständigen Bergbehörden, die dem Sklenar-Ministerium unterstehen, sowohl den zweckentfremdeten Einsatz der Gelder als auch das übermäßige Verklappen des sachsen-anhaltinischen Sickerwassers geduldet haben. Nun würden die Genehmigungsbehörden nur zögernd in Sachen Deusa agieren. Gegenüber nnz hatte Insolvenzverwalter Carsten Bloß bereits in der vergangenen Woche bestätigt, daß der neue Deusa-Investor bislang ziemlich unprofessionell mit den notwendigen Formalitäten umgegangen wäre. Neue Berater sollten dieses Dilemma nun beseitigen, so Bloß zur nnz.
Bloß geht immer noch davon aus, daß die notwendigen Genehmigungen spätestens Ende dieses Monats von den Bergbehörden des Freistaates erteilt werden,, er widersprach damit auch vehement Dagmar Becker. Zwischenzeitlich forderte Becker Wirtschaftsminister Franz Schuster auf, sich für ein gemeinsames Gespräch aller Beteiligten stark zu machen. Der englische Investor, das Land mit dem Bergamt und Vertreter der Belegschaft gehören nach Auffassung der SPD-Politikerin an einen Tisch.
