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Plädoyer für den Wahlgang

Samstag, 09. Mai 2015, 09:30 Uhr
Morgen ist Wahltag. Und keiner geht hin. Das wäre fatal. Wählen wollen wir einen neuen Landrat. Ob Matthias Jendricke oder Stefan Nüßle – wer es auch wird, der Mann übernimmt Verantwortung. Das verdient Anerkennung...


Nicht den Wahlverweigerern und denen, die im Internet über die Kandidaten vom Leder ziehen und jeden guten Geschmack vermissen lassen, sollten wir Gehör schenken.

Wir sollten wählen gehen, uns entscheiden, aber auch wissen: Auch der künftige Landrat, ob Jendricke oder Nüßle, wird es nicht jedem von uns recht machen können. Loben ihn die einen, kritisieren ihn andere. Der Kandidat nach Maß, der allen Wünschen entspricht, muss erst noch gebacken werden. Es wird immer ein Balanceakt zwischen Wollen und Können, dem Wunsch, etwas zu verändern und der Realität, bleiben.

Politikverdrossenheit hält viele Menschen unter uns davon ab, zur Wahl zu gehen. Leider. Nachvollziehbar? Eine objektive Beurteilung ihrer Argumente fällt schwer. Politikern sollten sie aber zu denken geben. Es sind ihre Vorlagen, die Vorbehalte auslösen. Wie jüngst in Sachsen. Eine Rente mit 60, ohne Abzüge, sollte es für die Landtagsabgeordneten werden. Der Protest –auch einzelne Abgeordnete äußerten Bedenken – war derart, dass daraus nichts wurde. Vorerst?

Diäten, unversteuerte Bezüge, Aufwandsentschädigungen – Tendenz:steigend – löst Unmut aus. Hört man hingegen Befürworter, so ist das, was ihnen zusteht, vollauf gerechtfertigt. Ihre Argumente: Tag und Nacht sei man unterwegs, kenne keinen Feierabend, kein geregeltes Familienleben, käme nur selten so richtig zur Ruhe, Stress und Ärger als ständige Begleiter ihrer Abgeordneten-Tätigkeit.

Trotz aller Diskussionen um Für und Wieder einer Wahl sollten auch Wahlverweigerer wissen: Es muss Politiker geben, Leute, die lenken und leiten: Minister, Bürgermeister, Abgeordnete. Nicht zuletzt auch Landräte. Und Ehrenamtliche, die sich in verschiedenen Vereinen engagieren. Was, wenn dem nicht so wäre?

Sind wir doch ehrlich: Jammern wir nicht allzu gern auf hohem Niveau? Wetzen leichtfertig die Zunge über andere. Nehmen wir doch das Schöne, Vorzeigbare, auf das wir verweisen, auf das wir berechtigt stolz sein können, auch zur Kenntnis. Im persönlichen Leben wie im Allgemeinen.

Nordhausen zum Beispiel. Es bedurfte klug handelnder Kommunalpolitiker, die uns die Landesgartenschau mit all ihren Vorteilen für die Rolandstadt brachten. Und die Bezeichnung „Hochschulstadt“. Die Rolandstadt, wenngleich nicht alles wie Butter in der Sonne läuft, kann sich sehen lassen. Wer wollte das bezweifeln? Gehen wir mit offenen Augen durch Stadt und Land, dann werden uns die schönen Dinge kund. Haben da nicht maßgebend Politiker ihren Anteil? Auf jeden Fall!

Deshalb gehen wir morgen wählen. Geben wir dem künftigen Landrat doch die Zeit, zu beweisen, was er drauf hat. Geben wir dem Mann unsere Stimme, von dem wir meinen, die anstehenden Probleme am besten in den Griff zu bekommen.
Kurt Frank
Autor: red

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