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Hier geht das Licht jetzt aus

Dienstag, 05. Mai 2015, 17:32 Uhr
Der Finanzausschuss des Nordhäuser Stadtrates könnte das letzte Zünglein an der Waage sein, ob Wacker Nordhausen in der kommenden Saison weiter in der Regionalliga spielen darf, oder...

Ausschuss macht das Licht aus? (Foto: nnz) Ausschuss macht das Licht aus? (Foto: nnz)
Das beschließende Gremium des Nordhäuser Stadtrates soll insgesamt 85.000 Euro für den Albert-Kuntz-Sportpark "lockermachen". Das Geld sei Aufwand im Rahmen der vorläufigen Haushaltsführung, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

45.000 Euro sollen für die Anmietung und Aufstellung einer Flutlichtanlage vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni kommenden Jahres bereitgestellt werden. Weitere 40.000 Euro kosten sogenannte Wellenbrecher und ein Ballfangzaun, die beide auf der Nordseite (Gästeblock) des AKS eingebaut werden sollen.

Über das Hin und Her dieser Angelegenheit ist an dieser Stelle bereits viel geschrieben und kommentiert worden. Nur die Auflagen des Nordostdeutschen Fußballverbandes lassen einen weiteren Spielbetrieb in der Regionalliga nur dann zu, wenn mindestens diese drei Aufgaben seitens des Platzeigentümers realisiert werden.

Könnte die Stadt Nordhausen dem nicht nachkommen, dann droht nicht nur der sportliche Super-Gau und eine öffentliche Blamage der Kommune, sondern dann drohen auch Schadensersatzforderung gegen die Stadt Nordhausen, weil Wacker Nordhausen die Zulassung zur Regionalliga verlieren würde.

Soweit der Ausgangspunkt, soweit die Sachlage. Nun haben es folgende Mitglieder des Finanzausschusses in ihren "Händen". Und das sind:
  • Tilly Pape (CDU)
  • Dr. Klaus Zeh (CDU)
  • Ursula Burkhardt (Grüne)
  • Konstanze Keller-Hoffmeister (linke)
  • Inge Klaan (CDU)
  • Michael Mohr (Linke)
  • Hans-Georg Müller (SPD)
  • Helga Rathnau (SPD)
sowie die berufenen Bürger
  • Kai Buchmann
  • Sylvia Daehn
  • Uwe Joch
  • Alexander Langner und
  • Doris Schilling
In der Diskussion wollte Ursula Burkhardt wissen, ob Wacker wie Jena nicht auch woanders spielen könnte, was ja dann kein Geld für das Licht kosten würde. Leider gibt es in der Nachbarschaft kein Stadion, das den Erfordernissen der Regionalliga entsprechen würde.

Dann wollte Inge Klaan wissen, ob es bei diesen Kosten bleibe, oder ob es Kosten der Wiederherstellung des Bodens geben würde. Hier begann so etwas wie ein Klein-Klein-Krieg. Helga Rathnau brachte an, dass sie bei der Nordhäuser Tafel drei Mitarbeiter entlassen musste. Man stehe hier quasi vor dem Aus: "Ich bin nicht gewählt, um Wacker zu unterstützen, sondern um soziale Arbeit zu leisten". Hans-Georg Müller beschwichtigte sodann, dass man in der SPD-Fraktion sich mehrheitlich für die Erfüllung der Auflagen ausgesprochen habe.

Dann der Hammer: Der Beschluss wurde nicht angenommen. Zwei Mitglieder stimmten dafür, drei enthielten sich ihrer Stimme und zwei stimmten dagegen. Schließlich wurde auch der Einbau von Wellenbrechern abgelehnt.

Und so stimmten sie: Für die Vorlage stimmten Dr. Klaus Zeh und Hans-Georg Müller. Dagegen Ursula Burkhardt und Helga Rathnau. Ihrer Stimmen enthielten sich Keller-Hoffmeister, Klaan und Pape.
Peter-Stefan Greiner

Update: Nico Kleofas hat diese Entscheidung nicht überrascht. "Ich habe von dieser Stadt eigentlich nichts anderes erwartet als diese Ablehnung. Ich kann aber versichern, dass wir eine Lösung des Problems finden." In Richtung von Oberbürgermeister Zeh und dessen Pressemitteilung, in der von "ruhig und besonnen" die Rede war, sagte Kleofas, dass man auch "ruhig und besonnen Schiffbruch erleiden kann."
Autor: red

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