Ich werde nicht abheben”
Mittwoch, 06. Mai 2015, 09:00 Uhr
In vier Tagen steht fest, wer neuer Landrat des Landkreises Nordhausen ist: Stefan Nüßle (CDU) oder Matthias Jendricke (SPD). Mit letzteren hat sich die nnz heute über die Zeit bis zum 10. Mai, die Zeit danach und seinen momentanen Blutdruck unterhalten…
Matthias Jendricke will nicht abheben (Foto: Angelo Glashagel)
nnz: Guten Morgen, Herr Jendricke, wie geht es derzeit Ihrem Blutdruck?
Matthias Jendricke: Ach, der ist eigentlich immer höher als normal, doch jetzt kurz vor der Ziellinie noch ein wenig höher. Heute morgen waren es 140 zu 100.
nnz: Und was schlussfolgern Sie daraus?
Matthias Jendricke: Nur gut, dass dieser Wahlkampf relativ kurz war und nun endlich ist. Ich hoffe, dass ich danach wieder zum Tagesgeschäft übergeben kann.
nnz: Im Rathaus oder im Landratsamt?
Matthias Jendricke: Ich hoffe doch im Landratsamt, denn dafür bin ich angetreten.
nnz: Noch aber ist es nicht soweit, noch steht der Wahlkampf an. Wie lief es denn bisher?
Matthias Jendricke: In den zurückliegenden Tagen konnte ich vor allem in den Gesprächen im Westteil unseres Landkreis viel von der Stimmungslage der Menschen aufnehmen. Viele von ihnen haben dort im ersten Wahlgang Heike Umbach gewählt und wollen nun in der Stichwahl aber keinen CDU-Kandidaten wählen.
nnz: Das kann schon sicher machen…
Matthias Jendricke: Ach, wissen Sie, ich habe die Oberbürgermeisterwahl mit einem Prozentpunkt Unterschied verloren. Jetzt weiß ich, dass ich bis zum Schluss um jede Stimme kämpfen muss. Leider ist nicht absehbar, wie sehr die Wähler mobilisiert werden können. Die Wahlbeteiligung wird vermutlich auch mitentscheidend sein. Das versuche ich in den Gesprächen den Menschen rüberzubringen. Verkürzt geht das so: Am Muttertag an Mutti und Matti denken, dann wird alles gut.
nnz: Mal angenommen, Sie gewinnen die Wahl, gibt es für die Zeit danach eigentlich so etwas wie einen Fahrplan?
Matthias Jendricke: Fachlich gesehen, werden sich doch meine Aufgaben im Landratsamt nicht wesentlich von denen unterschieden, wie ich sie in den vergangenen 15 Jahren erledigt habe. 90 Prozent des Jobs eines Landrates ist Verwaltungstätigkeit, 10 Prozent ist Politik. Da ich zudem ja schon einmal stellvertretender Landrat war, wäre dieser Wechsel sehr reibungslos. Im Prinzip ist bei beiden Behörden zu wenig Geld da, aber dies kennen wir ja...
nnz: Zu Ihrem Führungsstil gibt es nicht nur positive Meinungen, auch im Landratsamt…
Matthias Jendricke: Die Leute schätzen meine Fachkompetenz. Viele Mitarbeiter in beiden Verwaltungen wissen, dass ich auch in schweren Zeiten hinter ihnen stehe und dass ich - wenn es notwendig ist - Entscheidungen treffe. Vielleicht wird es im Verlaufe der Zeit in der Verwaltung des Landkreises einige Nachjustierungen bei der Struktur geben, doch meine Erfahrung besagt, dass in einer gewissen Kontinuität auch die Stärke einer Mannschaft zu finden ist.
nnz: Im Landratsamt hätten Sie es dann mit zwei ehemaligen Mitbewerbern zu tun. Jutta Krauth innerhalb der Partei und Stefan Nüßle aktuell. Wie gehen Sie damit um?
Matthias Jendricke: Nach dem Wahlkampf steht die inhaltliche Arbeit als Führungstrio des Landratsamtes im Mittelpunkt. Wir müssen da einfach zusammenarbeiten und ich habe bis jetzt nicht das Gefühl, dass dieser aktuelle Wahlkampf einen Scherbenhaufen hinterlassen wird, den man so leicht nicht wieder kitten kann. Wie es nicht geht, diese Erfahrungen habe ich im Rathaus gesammelt. Fazit: gute Arbeit gibt es für mich nur im Team.
nnz: Sie hatten sich vor drei Jahren um den Posten des Oberbürgermeisters beworben, waren knapp gescheitert. Gibt es für Sie die Option 2018?
Matthias Jendricke: Wenn mich die Bürgerinnen und Bürger dieses Landkreises am Sonntag zu ihrem Landrat wählen sollten, dann werde ich diesen Job sechs Jahre lang mit all meiner mir zur Verfügung stehenden Kraft erledigen. Na klar, ich hatte in den vergangenen Jahren mehrere Angebote aus Erfurt. Aber allein schon die Fahrzeit jeden Tag in die Landeshauptstadt… Noch einmal: Wenn ich gewählt werde, dann bleibe ich Landrat.
nnz: Sie haben in den vergangenen Wochen eher mit Aussagen, denn mit Versprechungen geworben. Gibt es keine Versprechungen?
Matthias Jendricke: Diese zu machen erachte ich angesichts der finanziellen Situation der Kommunen und damit auch des Landkreises für unehrlich. Ich stehe für Einsatz und Kompetenz, ich will das Erreichte bewahren, mehr ist momentan nicht drin, ich will um Fördermittel kämpfen, will die Strukturen des Sozialen, der Kultur und der Bildung erhalten und will mich vor allem dafür einsetzen, dass bei einer möglichen Gebietsreform die Kreisstadt weiterhin Nordhausen bleibt. Da ich zudem die besseren Kontakte zur neuen Landesregierung habe, liegt natürlich auch in dieser Verbindung meine Stärke.
nnz: Vielen Dank für das Gespräch.
Kommantare bitte nur mit Klarnamen
Autor: red
Matthias Jendricke will nicht abheben (Foto: Angelo Glashagel)
nnz: Guten Morgen, Herr Jendricke, wie geht es derzeit Ihrem Blutdruck?
Matthias Jendricke: Ach, der ist eigentlich immer höher als normal, doch jetzt kurz vor der Ziellinie noch ein wenig höher. Heute morgen waren es 140 zu 100.
nnz: Und was schlussfolgern Sie daraus?
Matthias Jendricke: Nur gut, dass dieser Wahlkampf relativ kurz war und nun endlich ist. Ich hoffe, dass ich danach wieder zum Tagesgeschäft übergeben kann.
nnz: Im Rathaus oder im Landratsamt?
Matthias Jendricke: Ich hoffe doch im Landratsamt, denn dafür bin ich angetreten.
nnz: Noch aber ist es nicht soweit, noch steht der Wahlkampf an. Wie lief es denn bisher?
Matthias Jendricke: In den zurückliegenden Tagen konnte ich vor allem in den Gesprächen im Westteil unseres Landkreis viel von der Stimmungslage der Menschen aufnehmen. Viele von ihnen haben dort im ersten Wahlgang Heike Umbach gewählt und wollen nun in der Stichwahl aber keinen CDU-Kandidaten wählen.
nnz: Das kann schon sicher machen…
Matthias Jendricke: Ach, wissen Sie, ich habe die Oberbürgermeisterwahl mit einem Prozentpunkt Unterschied verloren. Jetzt weiß ich, dass ich bis zum Schluss um jede Stimme kämpfen muss. Leider ist nicht absehbar, wie sehr die Wähler mobilisiert werden können. Die Wahlbeteiligung wird vermutlich auch mitentscheidend sein. Das versuche ich in den Gesprächen den Menschen rüberzubringen. Verkürzt geht das so: Am Muttertag an Mutti und Matti denken, dann wird alles gut.
nnz: Mal angenommen, Sie gewinnen die Wahl, gibt es für die Zeit danach eigentlich so etwas wie einen Fahrplan?
Matthias Jendricke: Fachlich gesehen, werden sich doch meine Aufgaben im Landratsamt nicht wesentlich von denen unterschieden, wie ich sie in den vergangenen 15 Jahren erledigt habe. 90 Prozent des Jobs eines Landrates ist Verwaltungstätigkeit, 10 Prozent ist Politik. Da ich zudem ja schon einmal stellvertretender Landrat war, wäre dieser Wechsel sehr reibungslos. Im Prinzip ist bei beiden Behörden zu wenig Geld da, aber dies kennen wir ja...
nnz: Zu Ihrem Führungsstil gibt es nicht nur positive Meinungen, auch im Landratsamt…
Matthias Jendricke: Die Leute schätzen meine Fachkompetenz. Viele Mitarbeiter in beiden Verwaltungen wissen, dass ich auch in schweren Zeiten hinter ihnen stehe und dass ich - wenn es notwendig ist - Entscheidungen treffe. Vielleicht wird es im Verlaufe der Zeit in der Verwaltung des Landkreises einige Nachjustierungen bei der Struktur geben, doch meine Erfahrung besagt, dass in einer gewissen Kontinuität auch die Stärke einer Mannschaft zu finden ist.
nnz: Im Landratsamt hätten Sie es dann mit zwei ehemaligen Mitbewerbern zu tun. Jutta Krauth innerhalb der Partei und Stefan Nüßle aktuell. Wie gehen Sie damit um?
Matthias Jendricke: Nach dem Wahlkampf steht die inhaltliche Arbeit als Führungstrio des Landratsamtes im Mittelpunkt. Wir müssen da einfach zusammenarbeiten und ich habe bis jetzt nicht das Gefühl, dass dieser aktuelle Wahlkampf einen Scherbenhaufen hinterlassen wird, den man so leicht nicht wieder kitten kann. Wie es nicht geht, diese Erfahrungen habe ich im Rathaus gesammelt. Fazit: gute Arbeit gibt es für mich nur im Team.
nnz: Sie hatten sich vor drei Jahren um den Posten des Oberbürgermeisters beworben, waren knapp gescheitert. Gibt es für Sie die Option 2018?
Matthias Jendricke: Wenn mich die Bürgerinnen und Bürger dieses Landkreises am Sonntag zu ihrem Landrat wählen sollten, dann werde ich diesen Job sechs Jahre lang mit all meiner mir zur Verfügung stehenden Kraft erledigen. Na klar, ich hatte in den vergangenen Jahren mehrere Angebote aus Erfurt. Aber allein schon die Fahrzeit jeden Tag in die Landeshauptstadt… Noch einmal: Wenn ich gewählt werde, dann bleibe ich Landrat.
nnz: Sie haben in den vergangenen Wochen eher mit Aussagen, denn mit Versprechungen geworben. Gibt es keine Versprechungen?
Matthias Jendricke: Diese zu machen erachte ich angesichts der finanziellen Situation der Kommunen und damit auch des Landkreises für unehrlich. Ich stehe für Einsatz und Kompetenz, ich will das Erreichte bewahren, mehr ist momentan nicht drin, ich will um Fördermittel kämpfen, will die Strukturen des Sozialen, der Kultur und der Bildung erhalten und will mich vor allem dafür einsetzen, dass bei einer möglichen Gebietsreform die Kreisstadt weiterhin Nordhausen bleibt. Da ich zudem die besseren Kontakte zur neuen Landesregierung habe, liegt natürlich auch in dieser Verbindung meine Stärke.
nnz: Vielen Dank für das Gespräch.
Kommantare bitte nur mit Klarnamen
