nnz-Forum: Ihre Freiheit, Herr Primas!
Freitag, 01. Mai 2015, 10:17 Uhr
Vorgestern beklagte Egon Primas die Idee, den 8. Mai in Thüringen als Tag der Befreiung zum Feiertag zu erklären. Er meinte sinngemäß, dass das Ende des Zweiten Weltkrieges in weiten Teilen Europas nicht zu einer Befreiung, sondern zu einer neuen Diktatur mit Unfreiheit geführt habe. Dazu Anmerkungen eines nnz-Lesers...
Doch Herr Primas ignoriert die Tatsache, dass sich in vielen verfassungsgarantiert freiheitlich-demokratischen Ländern menschenverachtende und wirtschaftsdiktatorische Strukturen etabliert haben.
Tag der Arbeit: Wenn Arbeit tötet Hierzu sehen Sie zum Beispiel das folgende Multimedia-Feature über die verheerenden Auswirkungen des Zuckerrohranbaus für Agrosprit als Exportschlager auf Mensch und Natur.
http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/die-dunkle-seite-des-zuckers-multimedia-reportage-ueber-die-abgruende-des-zuckerrohranbaus-in-brasilien-13515865.html
Mit allen Wassern gewaschene Parteifunktionäre wie Egon Primas können sich zurücklehnen, wenn sie auf Deutschland verweisen: Sinkende Arbeitslosigkeit, hohe Renten, Sozialhilfe für die Ärmsten, medizinische Behandlung für jeden u.s.w..
Er und fast alle Jünger anderer Parteien unterschlagen aber die Tatsache, welch hohen Preis Menschen und Umwelt weltweit für unseren Wohlstand zahlen müssen. Die Macht des Kapitals, die selbst gut gemeinte Sozial- und Umweltvorgaben der EU in anderen Ländern untergräbt, führen das Gerede über Segnungen von Mauerfall und Wende oft genug ad absurdum.
An einem einzigen Tag sterben an den Grenzen Europas mitunter mehr Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge, als der Schießbefehl der DDR-Grenzer gegen Flüchtlinge in 28 Jahren DDR schlimmerweise zur Folge hatte. Sie werden nicht erschossen. Richtig. Trotzdem aber sind wir an ihrem Tod mitschuldig. Warum sagt Herr Primas das nicht?
Mit Lügen, Einschüchterung und Morden werden Widerstand in diesen demokratischen Ländern erstickt, Menschen vertrieben und Jahrmillionen alter Regenwald zerstört. Wir in Deutschland und Europa profitieren davon. Wir fahren Autos mit Agrosprit, der auf der Grundlage schwerer umweltzerstörender und menschenverachtender wirtschaftlicher Maßnahmen produziert wurde. Wie gesagt: Dieser Agrosprit, oder T-Shirts, die durch sklavenartige Ausbeutung für unsere Märkte hergestellt werden, entstammt demokratischen und freiheitlichen Ländern.
Ihre Verantwortung als Politiker einer Partei mit angeblich christlichen Werten müssten sie anders definieren, als sie es tun. Dies kann man nicht oft genug schreiben. Das C in CDU ist geheuchelt, angesichts von den TTIP-Bestrebungen und von der Förderung eines immer freieren Welthandels. Menschenrechts- und Umweltstandards bleiben so gut wie immer auf der Strecke, wie derhier verlinkte Beitrag zeigt.
Ich persönlich hoffe, dass es eines Tages einen Gerichtshof gibt, vor dem all Jene angeklagt werden können, die dem Volk, das sie gewählt hat, nicht die ganze Wahrheit sagen und die dadurch eine Mitverantwortung für die Zerstörung unserer aller Zukunft auf sich genommen haben.
Passend zum Vorgesagten und zum Tag der Arbeit ist dieses Multi-Media-Feature. Der Beitrag zeigt u.a., wie einige wenige die Wirtschafts- und Umweltpolitik ganzer Kontinente beeinflussen können-mit verheerenden Folgen für Umwelt und Menschenrechte:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/die-dunkle-seite-des-zuckers-multimedia-reportage-ueber-die-abgruende-des-zuckerrohranbaus-in-brasilien-13515865.html
Bodo Schwarzberg
Doch Herr Primas ignoriert die Tatsache, dass sich in vielen verfassungsgarantiert freiheitlich-demokratischen Ländern menschenverachtende und wirtschaftsdiktatorische Strukturen etabliert haben.
Tag der Arbeit: Wenn Arbeit tötet Hierzu sehen Sie zum Beispiel das folgende Multimedia-Feature über die verheerenden Auswirkungen des Zuckerrohranbaus für Agrosprit als Exportschlager auf Mensch und Natur.
http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/die-dunkle-seite-des-zuckers-multimedia-reportage-ueber-die-abgruende-des-zuckerrohranbaus-in-brasilien-13515865.html
Mit allen Wassern gewaschene Parteifunktionäre wie Egon Primas können sich zurücklehnen, wenn sie auf Deutschland verweisen: Sinkende Arbeitslosigkeit, hohe Renten, Sozialhilfe für die Ärmsten, medizinische Behandlung für jeden u.s.w..
Er und fast alle Jünger anderer Parteien unterschlagen aber die Tatsache, welch hohen Preis Menschen und Umwelt weltweit für unseren Wohlstand zahlen müssen. Die Macht des Kapitals, die selbst gut gemeinte Sozial- und Umweltvorgaben der EU in anderen Ländern untergräbt, führen das Gerede über Segnungen von Mauerfall und Wende oft genug ad absurdum.
An einem einzigen Tag sterben an den Grenzen Europas mitunter mehr Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge, als der Schießbefehl der DDR-Grenzer gegen Flüchtlinge in 28 Jahren DDR schlimmerweise zur Folge hatte. Sie werden nicht erschossen. Richtig. Trotzdem aber sind wir an ihrem Tod mitschuldig. Warum sagt Herr Primas das nicht?
Diktatur inmitten der Demokratie
Was nützt es weiterhin, wenn zum Beispiel in Brasilien oder Indien offiziell freiheitlich-demokratische Verhältnisse herrschen; wenn andererseits die dortige Wirtschaft für Regenwaldabholzung, Vertreibung und Mord sorgt, nur weil u.a. der europäische Markt, Herr Primas, einigen wenigen exorbitante Profite durch Soja-, Zuckerrohr- und Agrospritproduktion verspricht. Die menschen- und umweltverachtende Verquickung von Politik, Wirtschaft, Polizei und Militär in diesen freiheitlich-demokratischen Gesellschaften wird durch unsere Wohlstandsgier gefördert (siehe Feature).Mit Lügen, Einschüchterung und Morden werden Widerstand in diesen demokratischen Ländern erstickt, Menschen vertrieben und Jahrmillionen alter Regenwald zerstört. Wir in Deutschland und Europa profitieren davon. Wir fahren Autos mit Agrosprit, der auf der Grundlage schwerer umweltzerstörender und menschenverachtender wirtschaftlicher Maßnahmen produziert wurde. Wie gesagt: Dieser Agrosprit, oder T-Shirts, die durch sklavenartige Ausbeutung für unsere Märkte hergestellt werden, entstammt demokratischen und freiheitlichen Ländern.
Lügen durch Weglassen
Sie, Herr Primas machen sich indirekt schuldig an derartigen Vorgängen, wenn Sie einseitig auf diktatorischen Inhalten untergegangener Regime herumschlagen, statt den in dieser Minute und für unseren Wohlstand praktizierten Terror gegen Menschen und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen unterschlagen. -Wenn sie unseren oft genug auf Blut, Ausbeutung und Umweltzerstörung beruhenden Wohlstand – in Deutschland und vieler anderen reichen Ländern nicht brandmarken.Ihre Verantwortung als Politiker einer Partei mit angeblich christlichen Werten müssten sie anders definieren, als sie es tun. Dies kann man nicht oft genug schreiben. Das C in CDU ist geheuchelt, angesichts von den TTIP-Bestrebungen und von der Förderung eines immer freieren Welthandels. Menschenrechts- und Umweltstandards bleiben so gut wie immer auf der Strecke, wie derhier verlinkte Beitrag zeigt.
Ich persönlich hoffe, dass es eines Tages einen Gerichtshof gibt, vor dem all Jene angeklagt werden können, die dem Volk, das sie gewählt hat, nicht die ganze Wahrheit sagen und die dadurch eine Mitverantwortung für die Zerstörung unserer aller Zukunft auf sich genommen haben.
Passend zum Vorgesagten und zum Tag der Arbeit ist dieses Multi-Media-Feature. Der Beitrag zeigt u.a., wie einige wenige die Wirtschafts- und Umweltpolitik ganzer Kontinente beeinflussen können-mit verheerenden Folgen für Umwelt und Menschenrechte:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/natur/die-dunkle-seite-des-zuckers-multimedia-reportage-ueber-die-abgruende-des-zuckerrohranbaus-in-brasilien-13515865.html
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: redDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
