Ramelow und Umbach in Bleicherode
Freitag, 24. April 2015, 09:59 Uhr
Bodo Ramelow war in dieser Woche, angeregt durch eine entsprechende Einladung Heike Umbachs, in Bleicherode. Geschickt wurde hier Landespolitik mit einer ordentlichen Prise Wahlkampf für die Linke-Kandidatin verwoben...
Baum gepflanzt (Foto: privat)
Im Beisein und unter fachlicher Begleitung des Geschäftsführers der Betreibergesellschaft NDH E, Dr. Peter Pfeifer, verschafften sich Umbau und Ramelow vor Ort einen Eindruck von der bisher geleisteten Arbeit am Rückstandsberg und der gegenwärtigen Situation bei der Betreibung der Halde.
Heike Umbach, die Landratskandidatin der LINKEN, die in der von der Kaliindustrie geprägten Gemeinde Sollstedt lebt, weiß, dass begrünte Halden nicht nur gut aussehen, sondern viele ökologische und ökonomische Vorteile haben. Umbach nutzte die Gelegenheit, um mit Ramelow darüber ins Gespräch zu kommen und setzte mit dem Einpflanzen des Baumes des Jahres 2015 auf der Halde ein Zeichen für die Rekultivierung des Bleicheröder Rückstandsberges.
Im Anschluss traf man sich mit vielen Interessierten in der Alten Kaue zu einer Gesprächsrunde. Dr. Pfeiffer eröffnete und verwies auf den Wirtschaftsfaktor der fünf Nordthüringer Halden. Er erläuterte Aufgaben und Funktionsweise der Haldenabdeckung und, dass durch die bisherige Haldenbewirtschaftung rund 340.000 Tonnen Salz nicht als Lauge in Oberflächengewässer abgeleitet werden mussten.
Auf der Bleicheröder Halde habe sich dadurch bereits eine gemischte Fauna aus Turmfalken, Rehen, Hasen, Rebhühnern und anderen Wildarten angesiedelt. Für alle Anwesenden wurde klar, dass es dazu keine vernünftige Alternative gibt, denn die Abtragung der Halden und deren Entsorgung als Sondermüll, koste zehn Milliarden Euro. Änderungen der geltenden Kalihaldenrichtlinie in 2012 und 2013, welche die Abdeckung der Halden als Schaffung von Böden eingeordnet, mache die Haldenbewirtschaftung völlig unrentabel.
Die bisherige privatwirtschaftlich betriebene, ohne öffentliche Mittel realisierte Altlastenbeseitigung, wäre somit unmöglich geworden und würde dazu führen, dass künftig allein in Bleicherode weiterhin mindestens jährlich ca. 25. 000 m³ gesättigte Salzlauge ins Grundwasser gelange. Dr. Pfeiffer hofft im Interesse des Gemeinwohls darauf, dass die frühere Haldenrichtlinie wieder in Kraft gesetzt werden könne.
Bodo Ramelow positionierte sich zunächst dazu, dass der ländliche Raum künftig mehr Beachtung finden müsse. Er informierte darüber, dass er sich schon lange mit der Thematik der ehemaligen Kali-Betriebe befasse und nannte als Beispiele sein Engagement für Bischofferode und die DEUSA. Er plädierte auch für eine Aufarbeitung der Vergangenheit, da über die Treuhandanstalt der Bund nach 1990 Eigentümer der Kalibetriebe gewesen sei und somit in der Verantwortung für die Altlastenbeseitigung stehe. Hier wolle er am Ball bleiben um für die betroffenen Regionen und das Land Thüringen insgesamt eine befriedigende Lösung zu erreichen.
Er könne auch nicht verstehen, dass die jahrelang praktizierte Verfahrensweise der Haldenabdeckung nicht mehr durchgeführt werden solle. Die negativen Auswirkungen nicht ordnungsgemäßer Rückstandsbeseitigung sehe man u.a. in der Versalzung der Werra und bereits anzutreffender Salzwiesen. Dazu geführte Gespräche würden fortgesetzt.
Dr. Pfeifer zeigte sich freudig überrascht über Ramelows sehr fundierte Ausführungen zu diesem Spezialgebiet und schätzte ein, dass sich der Ministerpräsident wirklich ernsthaft um die Lösung dieses Problem kümmern werde. Ähnliches war u.a. auch vom stellvertretenden Bürgermeister Bleicherodes, Dr. Landsiedel und dem Sollstedter Bürgermeister Claus Adam zu vernehmen.
Heike Umbach begrüßte die Lichtblicke, die Ramelow für die Region eröffnete und freute sich über sein Interesse, Engagement und seinen Mut machenden Besuch.
Autor: red
Baum gepflanzt (Foto: privat)
Im Beisein und unter fachlicher Begleitung des Geschäftsführers der Betreibergesellschaft NDH E, Dr. Peter Pfeifer, verschafften sich Umbau und Ramelow vor Ort einen Eindruck von der bisher geleisteten Arbeit am Rückstandsberg und der gegenwärtigen Situation bei der Betreibung der Halde.
Heike Umbach, die Landratskandidatin der LINKEN, die in der von der Kaliindustrie geprägten Gemeinde Sollstedt lebt, weiß, dass begrünte Halden nicht nur gut aussehen, sondern viele ökologische und ökonomische Vorteile haben. Umbach nutzte die Gelegenheit, um mit Ramelow darüber ins Gespräch zu kommen und setzte mit dem Einpflanzen des Baumes des Jahres 2015 auf der Halde ein Zeichen für die Rekultivierung des Bleicheröder Rückstandsberges.
Im Anschluss traf man sich mit vielen Interessierten in der Alten Kaue zu einer Gesprächsrunde. Dr. Pfeiffer eröffnete und verwies auf den Wirtschaftsfaktor der fünf Nordthüringer Halden. Er erläuterte Aufgaben und Funktionsweise der Haldenabdeckung und, dass durch die bisherige Haldenbewirtschaftung rund 340.000 Tonnen Salz nicht als Lauge in Oberflächengewässer abgeleitet werden mussten.
Auf der Bleicheröder Halde habe sich dadurch bereits eine gemischte Fauna aus Turmfalken, Rehen, Hasen, Rebhühnern und anderen Wildarten angesiedelt. Für alle Anwesenden wurde klar, dass es dazu keine vernünftige Alternative gibt, denn die Abtragung der Halden und deren Entsorgung als Sondermüll, koste zehn Milliarden Euro. Änderungen der geltenden Kalihaldenrichtlinie in 2012 und 2013, welche die Abdeckung der Halden als Schaffung von Böden eingeordnet, mache die Haldenbewirtschaftung völlig unrentabel.
Die bisherige privatwirtschaftlich betriebene, ohne öffentliche Mittel realisierte Altlastenbeseitigung, wäre somit unmöglich geworden und würde dazu führen, dass künftig allein in Bleicherode weiterhin mindestens jährlich ca. 25. 000 m³ gesättigte Salzlauge ins Grundwasser gelange. Dr. Pfeiffer hofft im Interesse des Gemeinwohls darauf, dass die frühere Haldenrichtlinie wieder in Kraft gesetzt werden könne.
Bodo Ramelow positionierte sich zunächst dazu, dass der ländliche Raum künftig mehr Beachtung finden müsse. Er informierte darüber, dass er sich schon lange mit der Thematik der ehemaligen Kali-Betriebe befasse und nannte als Beispiele sein Engagement für Bischofferode und die DEUSA. Er plädierte auch für eine Aufarbeitung der Vergangenheit, da über die Treuhandanstalt der Bund nach 1990 Eigentümer der Kalibetriebe gewesen sei und somit in der Verantwortung für die Altlastenbeseitigung stehe. Hier wolle er am Ball bleiben um für die betroffenen Regionen und das Land Thüringen insgesamt eine befriedigende Lösung zu erreichen.
Er könne auch nicht verstehen, dass die jahrelang praktizierte Verfahrensweise der Haldenabdeckung nicht mehr durchgeführt werden solle. Die negativen Auswirkungen nicht ordnungsgemäßer Rückstandsbeseitigung sehe man u.a. in der Versalzung der Werra und bereits anzutreffender Salzwiesen. Dazu geführte Gespräche würden fortgesetzt.
Dr. Pfeifer zeigte sich freudig überrascht über Ramelows sehr fundierte Ausführungen zu diesem Spezialgebiet und schätzte ein, dass sich der Ministerpräsident wirklich ernsthaft um die Lösung dieses Problem kümmern werde. Ähnliches war u.a. auch vom stellvertretenden Bürgermeister Bleicherodes, Dr. Landsiedel und dem Sollstedter Bürgermeister Claus Adam zu vernehmen.
Heike Umbach begrüßte die Lichtblicke, die Ramelow für die Region eröffnete und freute sich über sein Interesse, Engagement und seinen Mut machenden Besuch.
