Schock: Deusa wird stillgelegt
Freitag, 08. Juni 2001, 19:05 Uhr
Bleicherode (nnz). Am Montag wird die Produktion der Deusa in Bleicherode eingestellt. Für zwei Wochen, wie es Insolvenzverwalter Carsten Bloß heute Nachmittag der Belegschaft mitteilte. Das Unternehmen, das im April einen neuen Investor fand, kommt nicht zur Ruhe. nnz versucht, Ursachen und Hintergründe zu beleuchten.
Bereits in dieser Woche hatte die nnz über die Deusa berichtet (siehe dazu auch im Archiv). Betriebratsvorsitzender Falko Kauf sagte der nnz, dass es aus Sicht der Belegschaft Befürchtungen gebe, die vollständige Übernahme des Bleicheröder Unternehmens könne wegen der weiterhin anfallenden Verluste platzen. Insolvenzverwalter Bloß hingegen sprach von zeitraubenden aber notwendigen Formalitäten bei der Erstellung von Genehmigungen der Thüringer Bergämter. Beide, Bloß und Kauf, sollten ihre Aussagen spätestens heute teilweise bestätigt wissen.
Inzwischen hat sich in Sachen Deusa der PDS-Landtagsabgeordnete Bodo Ramelow zu Wort gemeldet. In einer am Vormittag verbreiteten Presseerklärung macht der PDS-Mann einen Schuldigen aus: Der fatale Eindruck einer Intrige der Hausbank, die den jetzigen Investor präsentiert hat und sich für den guten Leumund verbürgte, hat sich bestätigt. Dieser Investor sei offenbar nicht bereit, nicht willens oder nicht in der Lage, gegenüber dem zuständigen Bergamt die notwendigen und durchaus üblichen Bürgschaftsabsicherungen zu geben. Dem hielt postwendend Betriebrat Kauf entgegen: Ich sehe nicht, dass der weitere Verkaufsverlauf in Gefahr ist. Dieses Statement lief über die Agenturen 12.53 Uhr. Um 16 Uhr verkündete der Insolvenzverwalter dann das vorläufige Aus für die Deusa.
Nach nnz-Informationen habe sich die von der Deutschen Verkehrsbank (Hauptgläubiger) ins Boot geholte Siem Industries im Rahmen der notwendigen Genehmigungsverfahren nicht der erforderlichen fachlichen Hilfe bedient. Diese Unterstützung sei jetzt gegeben, deshalb werde das zuständige Bergamt auch die Genehmigung erteilen, ist sich Carsten Bloß sicher. Unsicher ist hingegen, warum der Investor bislang eine notwendige Erhöhung des Stammkapitals der zu gründenden Gesellschaft nicht vollzogen hat. Das Stammkapital muß auf drei Millionen Euro aufgestockt werden, eine Maßnahme, die im Kaufvertrag festgeschrieben ist und die das Bergamt vollzogen wissen will. In dieser Hinsicht zeigt sich Insolvenzverwalter
Bloß ziemlich enttäuscht. Enttäuscht zeigte sich Bloß auch vom Hauptgläubiger. Entgegen der einstigen Zusage der DVB, die anfallenden Verluste auch weiterhin zu übernehmen, kommt jetzt quasi der Rückzieher, die Anlage wird runtergefahren, die Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt. Zu den Verlusten, die bei der DVB zu Buche schlagen, gehören neben den produktiven Kosten auch die Gehaltskosten der Mitarbeiter. Vor allem die Gehälter der beiden ehemaligen Geschäftsführer. Die sind bislang immer noch als Berater des Insolvenzverwalters eingesetzt und sollen nach nnz-Informationen 15.000 Mark je Monat überwiesen bekommen. Verständlich aus diesem Grund, dass der Hauptgläubiger da die Notbremse zieht.
Möglicherweise könnten Ursachen und Zusammenhänge der Deusa-Tragödie noch ganz woanders versteckt sein. Da geht es nach nnz-Recherchen vielleicht um Zusammenhänge mit der übermäßigen Verklappung von Abfall im Bleicheröder Schacht, vielleicht aber auch um Drahtzieher, denen mit dem kalten Abwickeln der Deusa ein unliebsamer Mitbewerber vom Hals gehalten wird. Schließlich ist die Deusa ein Kaliproduzent, schließlich hat die Deusa ein einzigartiges Patent zur Förderung dieses Rohstoffes und schließlich befindet sich das Bleicheröder Unternehmen nicht im sogenannten Kali-Kartell.
Autor: nnzBereits in dieser Woche hatte die nnz über die Deusa berichtet (siehe dazu auch im Archiv). Betriebratsvorsitzender Falko Kauf sagte der nnz, dass es aus Sicht der Belegschaft Befürchtungen gebe, die vollständige Übernahme des Bleicheröder Unternehmens könne wegen der weiterhin anfallenden Verluste platzen. Insolvenzverwalter Bloß hingegen sprach von zeitraubenden aber notwendigen Formalitäten bei der Erstellung von Genehmigungen der Thüringer Bergämter. Beide, Bloß und Kauf, sollten ihre Aussagen spätestens heute teilweise bestätigt wissen.
Inzwischen hat sich in Sachen Deusa der PDS-Landtagsabgeordnete Bodo Ramelow zu Wort gemeldet. In einer am Vormittag verbreiteten Presseerklärung macht der PDS-Mann einen Schuldigen aus: Der fatale Eindruck einer Intrige der Hausbank, die den jetzigen Investor präsentiert hat und sich für den guten Leumund verbürgte, hat sich bestätigt. Dieser Investor sei offenbar nicht bereit, nicht willens oder nicht in der Lage, gegenüber dem zuständigen Bergamt die notwendigen und durchaus üblichen Bürgschaftsabsicherungen zu geben. Dem hielt postwendend Betriebrat Kauf entgegen: Ich sehe nicht, dass der weitere Verkaufsverlauf in Gefahr ist. Dieses Statement lief über die Agenturen 12.53 Uhr. Um 16 Uhr verkündete der Insolvenzverwalter dann das vorläufige Aus für die Deusa.
Nach nnz-Informationen habe sich die von der Deutschen Verkehrsbank (Hauptgläubiger) ins Boot geholte Siem Industries im Rahmen der notwendigen Genehmigungsverfahren nicht der erforderlichen fachlichen Hilfe bedient. Diese Unterstützung sei jetzt gegeben, deshalb werde das zuständige Bergamt auch die Genehmigung erteilen, ist sich Carsten Bloß sicher. Unsicher ist hingegen, warum der Investor bislang eine notwendige Erhöhung des Stammkapitals der zu gründenden Gesellschaft nicht vollzogen hat. Das Stammkapital muß auf drei Millionen Euro aufgestockt werden, eine Maßnahme, die im Kaufvertrag festgeschrieben ist und die das Bergamt vollzogen wissen will. In dieser Hinsicht zeigt sich Insolvenzverwalter
Bloß ziemlich enttäuscht. Enttäuscht zeigte sich Bloß auch vom Hauptgläubiger. Entgegen der einstigen Zusage der DVB, die anfallenden Verluste auch weiterhin zu übernehmen, kommt jetzt quasi der Rückzieher, die Anlage wird runtergefahren, die Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt. Zu den Verlusten, die bei der DVB zu Buche schlagen, gehören neben den produktiven Kosten auch die Gehaltskosten der Mitarbeiter. Vor allem die Gehälter der beiden ehemaligen Geschäftsführer. Die sind bislang immer noch als Berater des Insolvenzverwalters eingesetzt und sollen nach nnz-Informationen 15.000 Mark je Monat überwiesen bekommen. Verständlich aus diesem Grund, dass der Hauptgläubiger da die Notbremse zieht.
Möglicherweise könnten Ursachen und Zusammenhänge der Deusa-Tragödie noch ganz woanders versteckt sein. Da geht es nach nnz-Recherchen vielleicht um Zusammenhänge mit der übermäßigen Verklappung von Abfall im Bleicheröder Schacht, vielleicht aber auch um Drahtzieher, denen mit dem kalten Abwickeln der Deusa ein unliebsamer Mitbewerber vom Hals gehalten wird. Schließlich ist die Deusa ein Kaliproduzent, schließlich hat die Deusa ein einzigartiges Patent zur Förderung dieses Rohstoffes und schließlich befindet sich das Bleicheröder Unternehmen nicht im sogenannten Kali-Kartell.
