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Informieren, erinnern, mahnen und gedenken

Samstag, 11. April 2015, 16:40 Uhr
39 Außenlager, verteilt im ganzen Südharz, das war das Netz des Grauens, der Vernichtung, der Hölle Dora und mittendrin die Spinne das KZ Mittelbau Dora. Hier begannen heute die Feiern zur 70. Wiederkehr der Befreiung des KZ im April 1945...

Erinnerung und Mahnung (Foto: nnz) Erinnerung und Mahnung (Foto: nnz)
Dr. Stefan Hördler, der neue Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora erinnerte in seiner kurzen Begrüßung daran, dass heute, an diesem 11. April vor 70 Jahren, das KZ und die Boelke-Kaserne von US-amerikanischen Soldaten befreit wurden. Befreit wurden leider nur noch wenige wenige Hundert Überlebende, die nicht in den Monaten zuvor umkamen, die nicht auf den Todesmärschen erschossen oder verbrannt wurden.

Mit der Einweihung des "Informations- und Gedenkortes Außenlager" an der ehemaligen Bahnhofsrampe soll symbolisch verdeutlicht und erinnert werden, dass das Lager Dora ein Komplex war. In den meisten Mittelbau-Lagern wurden die Häftlinge gezwungen, Stollen vorzutreiben; kaum eine der unterirdischen Anlagen wurde fertig gestellt.

Die Stollen waren zum Beispiel für Flugzeugwerke des Junkers-Konzerns und für die Mineralölindustrie vorgesehen. In der Nähe der Baustellen richtete die SS Barackenlager ein. Die größten KZ-Außenlager entstanden nahe Nordhausen in den Gemeinden Ellrich, Harzungen und Rottleberode.

Informations- und Gedenkort eingeweiht (Foto: nnz) Informations- und Gedenkort eingeweiht (Foto: nnz)
Hördler begrüßt vor allem die Überlebenden, die in den kommenden Tagen ihre getöteten Kameraden gedenken wollen.

Der Informations- und Gedenkort Außenlager wurde durch den Beirat ehemaliger Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora initiiert. Die Bergsicherung Ilfeld GmbH bat anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens um Spenden für dieses Projekt, durch die es 2015 realisiert werden konnte. 8.000 Euro kamen so zusammen.

Informations- und Gedenkort eingeweiht (Foto: nnz) Informations- und Gedenkort eingeweiht (Foto: nnz)
Auf der Informationstafel können mittels eines QR-Codes alle wichtigen Informationen zu den Außenlagern per Smartphone abgefragt werden

"Ich habe mir das Projekt sehr lange angesehen. Es beeindruckt mich durch seine Schlichtheit, seinen Informationsinhalt. Die Installation ist diesem Ort des Schreckens und der Qualen mehr als angemessen", sagt Axel Fernschild, einer der beiden Geschäftsführer der Ilfelder Bergsicherung.

Noch gibt es Überlebende der Hölle vor den Toren der Stadt Nordhausen. Noch sind sie es, die Zeitzeugen, die eine Erinnerung an jene schrecklichen Monate den jüngeren Generationen emotional nahe bringen können. Doch, wenn sie nicht mehr sind, dann wird diese junge Generation, wie zum Beispiel die Mitglieder des Vereins Jugend für Dora die Mahnung weitertragen: Nie wieder darf so etwas zugelassen werden. Nie wieder.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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