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Den Offenen Kanal neu denken

Freitag, 20. März 2015, 12:50 Uhr
Bis zum kommenden Jahr muss sich beim Nordhäuser Bürgersender einiges ändern, damit der Sendebetrieb erhalten werden kann. Um den OKN neu zu denken, trafen sich die Radiomacher gestern mit ihren Nutzern und Unterstützern um den nächsten Schritt auf dem Weg zur neuen Sendekultur zu gehen...

Es war nicht das erste Mal, das man sich zur Redaktionssitzung traf. Im Gegensatz zu anderen Radiosendern bedeutet Redaktionssitzung im OKN aber, das nicht nur die Mitarbeiter des Kanals beisammen saßen und sich Gedanken über die Zukunft machten, sondern das auch langjährige Nutzer, Freunde und Unterstützer eingeladen waren, sich über die Arbeit des Offenen Kanals auszutauschen.

Im Grunde kann heute jeder in die Studios des OKN am August-Bebel-Platz kommen und selber eine ganze Radiosendung oder auch nur einen kleinen Beitrag erstellen. Eingriffe bei der Themenwahl oder der Musik die gespielt wird gibt es dabei so gut wie nicht. Bis zum kommenden Jahr wird sich aber einiges ändern müssen. Der Sender ist dann verpflichtet, mindestens 90 Minuten "Wortbeiträge", also redaktionelle Inhalte, zu senden. Jeden Tag. Für den Laien mag das nach wenig klingen, tatsächlich ist die Aufgabe mit der momentanen Struktur des Senders kaum zu bewältigen.

Gemeinsam besprach man gestern, wie der Offene Kanal Nordhausen im kommenden Jahr arbeiten soll (Foto: Angelo Glashagel) Gemeinsam besprach man gestern, wie der Offene Kanal Nordhausen im kommenden Jahr arbeiten soll (Foto: Angelo Glashagel)

"Wir wollen Informationen aus allen Bereichen sammeln, das muss das neue Standbein des Senders werden", sagte Sebastian Gerecke, Vorsitzender des Trägervereins, "und wir müssen eine Strategie entwickeln, wie wir an die Informationen kommen". Die Neuausrichtung Senders geht dabei einher mit einer Selbstfindungsphase in der man, so wird das dieser Tage gemacht, ein Leitbild entwickeln will.

Die ersten Schritte auf dem Weg dahin wurden gestern unternommen. Gemeinsam trug man zusammen, wie sich der OKN heute darstellt, was er in Zukunft leisten soll und wie sich die versammelten Nutzer ihren Sender wünschen. Diese Überlegungen sollen immer weiter komprimiert werden bis sie am Ende die Kernwerte des Senders ausdrücken. Daraus wiederrum soll ein Slogan und vielleicht auch ein neuer Name entstehen.

Sebastian Gerecke steht der Trägerverein des OKN vor - das Leitbild des Senders soll mit den Nutzern zusammen entwickelt werden (Foto: Angelo Glashagel) Sebastian Gerecke steht der Trägerverein des OKN vor - das Leitbild des Senders soll mit den Nutzern zusammen entwickelt werden (Foto: Angelo Glashagel) Das Erscheinungsbild des Senders soll sich ändern, man will in Zukunft mehr Hörer ansprechen und über Kooperationen neue Nutzer und Inforamtionsquellen gewinnen. "Wichtig ist das wir diesen Prozess als Offener Sender von unten her gestalten und nicht von oben herab bestimmen.", sagte Gerecke, "unsere Nutzer sollen mitgenommen werden und das Leitbild selbst erarbeiten". Das diene auch der Qualitätssicherung und dem anstehenden strukturellem Umbau.

Wer selber einmal den OKN bei der Arbeit kennen lernen möchte, kann das natürlich innerhalb der Öffnungszeiten jederzeit tun. Mitte April stellen Nutzer und Mitarbeiter ihren Sender zudem beim Tag der offenen Tür vor, der am 18.4. stattfinden wird.
Angelo Glashagel
Autor: red

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