Für eine Brautwerbung fehlt die Zeit
Mittwoch, 18. März 2015, 16:30 Uhr
Ein Stubenhocker ist er nicht, der dem Hotel Mama nicht entfliehen könnte. Er liebt die Herausforderung, das Neue, Unbekannte, scheut das Risiko, vielleicht auch das Abenteuer nicht. Bevor er die Arbeit seines Lebens, wie er sagt, in einem kleinen Dorf fand, absolvierte Oliver Ubl mehrere Zwischenstationen...
Oliver Ubl kennt sich in der Folientechnik aus. Dieser VW Lupo erhält einen Überzug. (Foto: Kurt Frank)
Günzerode. Der gebürtige Wipperdorfer lernte Verkäufer. Ein Leben lang wollte er das nicht sein. Holland gefiel ihm. Dort verdiente er Geld. Gutes Geld, betont er. Als Fensterbauer. Später als solcher auch in Österreich. Ein kleines Kapital stand am Ende, bevor er bei einem Fahrzeugbauunternehmen im Eichsfeld tätig wurde. Für den jungen Mann nichts auf Dauer. Seit dem 1. Oktober 2013 wirkt er im Helme-Ort. Hier sei er glücklich und gut aufgehoben.
In Günzerode firmiert er unter car eleganz, auch im Internet. Über die Angebote und Leistungen ist online und auch auf seiner Visitenkarte zu lesen: Werbung/Beschriftung , Digitaldrucke und Aufkleber, Dellen entfernen ohne Lackierungen, Aufbereitung/Oldtimerpflege, Hol-und Bringedienst. Es dreht sich alles um das Auto.
Was bewog einen 27-Jährigen sich von hoch bezahlten Jobs zu verabschieden und sein Glück in einem Dorf zu suchen, das zwar eine Gaststätte mit geräumigem Saal und einen Karnevalsverein aufzuweisen hat, in dem aber ansonsten Grundschule, Kindergarten und Verkaufsstelle dicht sind, der Schützenverein sich auflöste und das nur um die 200 Seelen zählt?
Ich wollte mein eigenes Ding machen, meint Ubl. Die Selbstständigkeit reizte ihn, Herr im eigenem Hause zu sein. Dann war da die leer stehende, aber ausbaufähige Scheune, in der sich einst auch die Konsum-Verkaufsstelle befand. Und das Wohnhaus nebenan, das zum Verkauf stand. Es habe alles zueinander gepasst. Perfekt. Oliver wurde in Günzerode heimisch, lobt das Essen in der Gaststätte Am Hagen.
Außerdem, fügt er an, bestehe eine gute Anbindung zur A 38, und es herrsche reger Durchgangsverkehr. Was habe der, den die Günzeröder verdammt sehen möchten, damit zu tun? Wenn er seine Oldtimer gut sichtbar auf dem Hof platziere und andere, vorwiegend VW-und Audi-Modelle zur Schau stelle, würden Autofahrer, die den Ort passieren, auf seine Präsentationen aufmerksam, hielten an oder kehrten zurück, um sie sich näher anzusehen.
Der Audi RS 4 mit 381 PS, Baujahr 2000, ist Oliver Ubls bestes Sammlerstück. (Foto: Kurt Frank)
Es gäbe zahlreiche Oldtimerfreunde, die ein Vermögen für ihr Hobby ausgeben. Er selbst sei ein Sammler-Fan. Sein bestes Stück: ein Audi RS 4, Baujahr 2000. 381 PS habe der unter der Haube. Über den Onkel habe er ihn von einem Italiener erworben. Mit seinen 71 Jahren befürchtete der, das Geschoss nicht mehr beherrschen zu können. Er, Ubl, fahre ihn zwar auch nicht durch die Gegend, erfreue sich aber täglich am Anblick. Vielleicht, schmunzelt der stolze Besitzer, lasse er die enormen Pferdestärken später einmal zu seiner Hochzeit vom Zügel.
Bevor sich Oliver Ubl in Günzerode eine neue Existenz aufbaute, erlernte er in Halle bei einem renommierten Unternehmen das Handwerk:Dellen- und Folientechnik und die Kunst der Fahrzeug-Aufbereitung. Der gute Draht dorthin hilft dem Jungunternehmer, knifflige Aufgaben noch besser zu lösen. Wem die Farbe oder der Lack seines Pkw, wie alt er auch immer sein mag, nicht mehr gefällt, lässt ihn sich mit Folie in der gewünschten Farbe ummanteln. Nur halb so teuer wie eine Lackierung.
Fest angestellt bei Oliver Ubl ist Markus John. Beschriftungen und Computer-Werbung sind seine Spezialstrecken. Ende Mai sollen alle Dienstleistungen online abrufbar und eingehend beschrieben sein. Der Firmengründer will erweitern, seine Mama Angelika mit ins Boot holen. Sie könnte sich mit Folien und Scheibentönungen, die er noch im Leistungskatalog festschreiben will, beschäftigen. Er hoffe, dass sie seinem Ruf folgt. Ein Auge habe er auch auf Bruder Andy, dem Kraftfahrer, geworfen.
Die Werkstatt ist fast komplett eingerichtet. Sogar mit Toilette. Unterm Dach der Scheune, in ihr Obergeschoss sozusagen, kommt das Lager. Über Mangel an Aufträgen könne er sich nicht beklagen. An Urlaub sei gegenwärtig nicht zu denken. Auch fehle ihm total die Zeit für eine Brautwerbung.
Kurt Frank
Autor: red
Oliver Ubl kennt sich in der Folientechnik aus. Dieser VW Lupo erhält einen Überzug. (Foto: Kurt Frank)
Günzerode. Der gebürtige Wipperdorfer lernte Verkäufer. Ein Leben lang wollte er das nicht sein. Holland gefiel ihm. Dort verdiente er Geld. Gutes Geld, betont er. Als Fensterbauer. Später als solcher auch in Österreich. Ein kleines Kapital stand am Ende, bevor er bei einem Fahrzeugbauunternehmen im Eichsfeld tätig wurde. Für den jungen Mann nichts auf Dauer. Seit dem 1. Oktober 2013 wirkt er im Helme-Ort. Hier sei er glücklich und gut aufgehoben.
In Günzerode firmiert er unter car eleganz, auch im Internet. Über die Angebote und Leistungen ist online und auch auf seiner Visitenkarte zu lesen: Werbung/Beschriftung , Digitaldrucke und Aufkleber, Dellen entfernen ohne Lackierungen, Aufbereitung/Oldtimerpflege, Hol-und Bringedienst. Es dreht sich alles um das Auto.
Was bewog einen 27-Jährigen sich von hoch bezahlten Jobs zu verabschieden und sein Glück in einem Dorf zu suchen, das zwar eine Gaststätte mit geräumigem Saal und einen Karnevalsverein aufzuweisen hat, in dem aber ansonsten Grundschule, Kindergarten und Verkaufsstelle dicht sind, der Schützenverein sich auflöste und das nur um die 200 Seelen zählt?
Ich wollte mein eigenes Ding machen, meint Ubl. Die Selbstständigkeit reizte ihn, Herr im eigenem Hause zu sein. Dann war da die leer stehende, aber ausbaufähige Scheune, in der sich einst auch die Konsum-Verkaufsstelle befand. Und das Wohnhaus nebenan, das zum Verkauf stand. Es habe alles zueinander gepasst. Perfekt. Oliver wurde in Günzerode heimisch, lobt das Essen in der Gaststätte Am Hagen.
Außerdem, fügt er an, bestehe eine gute Anbindung zur A 38, und es herrsche reger Durchgangsverkehr. Was habe der, den die Günzeröder verdammt sehen möchten, damit zu tun? Wenn er seine Oldtimer gut sichtbar auf dem Hof platziere und andere, vorwiegend VW-und Audi-Modelle zur Schau stelle, würden Autofahrer, die den Ort passieren, auf seine Präsentationen aufmerksam, hielten an oder kehrten zurück, um sie sich näher anzusehen.
Der Audi RS 4 mit 381 PS, Baujahr 2000, ist Oliver Ubls bestes Sammlerstück. (Foto: Kurt Frank)
Es gäbe zahlreiche Oldtimerfreunde, die ein Vermögen für ihr Hobby ausgeben. Er selbst sei ein Sammler-Fan. Sein bestes Stück: ein Audi RS 4, Baujahr 2000. 381 PS habe der unter der Haube. Über den Onkel habe er ihn von einem Italiener erworben. Mit seinen 71 Jahren befürchtete der, das Geschoss nicht mehr beherrschen zu können. Er, Ubl, fahre ihn zwar auch nicht durch die Gegend, erfreue sich aber täglich am Anblick. Vielleicht, schmunzelt der stolze Besitzer, lasse er die enormen Pferdestärken später einmal zu seiner Hochzeit vom Zügel.
Bevor sich Oliver Ubl in Günzerode eine neue Existenz aufbaute, erlernte er in Halle bei einem renommierten Unternehmen das Handwerk:Dellen- und Folientechnik und die Kunst der Fahrzeug-Aufbereitung. Der gute Draht dorthin hilft dem Jungunternehmer, knifflige Aufgaben noch besser zu lösen. Wem die Farbe oder der Lack seines Pkw, wie alt er auch immer sein mag, nicht mehr gefällt, lässt ihn sich mit Folie in der gewünschten Farbe ummanteln. Nur halb so teuer wie eine Lackierung.
Fest angestellt bei Oliver Ubl ist Markus John. Beschriftungen und Computer-Werbung sind seine Spezialstrecken. Ende Mai sollen alle Dienstleistungen online abrufbar und eingehend beschrieben sein. Der Firmengründer will erweitern, seine Mama Angelika mit ins Boot holen. Sie könnte sich mit Folien und Scheibentönungen, die er noch im Leistungskatalog festschreiben will, beschäftigen. Er hoffe, dass sie seinem Ruf folgt. Ein Auge habe er auch auf Bruder Andy, dem Kraftfahrer, geworfen.
Die Werkstatt ist fast komplett eingerichtet. Sogar mit Toilette. Unterm Dach der Scheune, in ihr Obergeschoss sozusagen, kommt das Lager. Über Mangel an Aufträgen könne er sich nicht beklagen. An Urlaub sei gegenwärtig nicht zu denken. Auch fehle ihm total die Zeit für eine Brautwerbung.
Kurt Frank
