nnz-online

Stadtverwaltung ohne Einspruch

Mittwoch, 06. Juni 2001, 05:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Jugendhilfeausschuß des Nordhäuser Kreistages wurde er vorgelegt, jetzt ist er öffentlich einzusehen: Der Entwurf zur Bedarfsplanung der Kindertagesstätten im Landkreis Nordhausen. Er sorgt vor allem im Bereich der Horte für Diskussion. nnz hat in der Stadtverwaltung Nordhausen nachgefragt.

„Die Nordhäuser Stadtverwaltung kann mit diesem Entwurf leben, wir gehen davon aus, daß es keinen Einspruch und keine Einwände geben wird“, so Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) auf nnz-Anfrage. Die Stadt Nordhausen werde auch künftig ihrer Verpflichtung nachkommen und genügend Kindergarten- und Krippenplätze anbieten. Anders sieht es jedoch bei den Hortplätzen aus, die derzeit noch von freien Trägern angeboten werden.

Für diese Betreuungsform, die keine Pflichtaufgabe der Kommune ist, fehlt in den kommenden Jahren einfach das notwendige Geld. Das bedeute nicht, daß es keine Hortplätze in der Stadt gebe. Im Gegenteil. An den Schulen der Stadt Nordhausen gebe es noch Platz für rund 300 Schüler in der Hortbetreuung. Die sollen künftig auch in Anspruch genommen werden, so Wahlbuhl weiter.

Was in der Stadtverwaltung nicht offiziell gesagt wird ist die Tatsache, daß mit der Aufgabe von Hortgruppen in den Einrichtungen der freien Träger auch Räume frei werden, die dann nicht mehr bewirtschaftet werden müssen. Die Folgen für die Träger sind im nnz-Archiv nachzulesen. Sollte der Entwurf der Bedarfsplanung im Kreistag vom Entwurf zum Beschluß erhoben werden, dann wäre die Schließung von bis zu drei Kindertagesstätten in der Stadt Nordhausen die Folge. Diese „Aufgabe“ müsse letztlich der Stadtrat bewältigen. Eine Aufgabe, die ähnliche Emotionen freisetzen wird, wie sie im Vorfeld der Fortschreibung der Schulentwicklungskonzeption der Stadt Nordhausen zu spüren waren.

Keine einfache Aufgabe für die Mitglieder des Stadtrates. Vor einer Entscheidung sollte allerdings auch geprüft werden, warum die Hortplätze in den Kindertagesstätte derart attraktiv sind, daß es bereits Wartelisten geben soll. Weiterhin sollten die Fachausschüsse in Stadtrat und Kreistag nachfragen, warum es freie Hortkapazitäten an den Schulen gibt? Die Ursachen hierfür liegen doch vor allem in der Qualität der Betreuung der Kinder oder?
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de