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Erfolgreich präsentiert

Dienstag, 17. März 2015, 11:45 Uhr
Erfolgreich kehrte die dreiköpfige Nordhäuser Fraktion am Anfang der Woche vom diesjährigen Europäischen Röntgenkongress (ECR) in Wien zurück. Das Team um Prof. Ansgar Malich erhielt die Zusage der europäischen Röntgengesellschaft, in vier Vorträgen die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien des Südharz Klinikums zu präsentieren...


Mit über 20.000 Teilnehmern ist der ECR der wichtigste radiologische Kongress in Europa. Es wurden dieses Jahr als Rekord über 3.000 Anträge für Vorträge eingereicht (sogenannte Abstracts), eine Steigerung um 14 % zum Vorjahr, entsprechend hoch war auch die Ablehnungsquote, so dass die Freude über die Annahme aller vier eingereichter Studien aus dem Institut für Radiologie des Südharzklinikums Nordhausen groß war.

So wurden die Ergebnisse einer in Nordhausen betreuten Doktorarbeit vorgestellt. Diese Arbeit beschäftigte sich mit der computergestützten Erkennung auffälliger Strukturen in der Mammographie und analysierte hierbei vergleichend drei verschiedene derzeit in Nordhausen verfügbare Systeme. Zielstellung hierbei war, noch stärker als bislang ausschließlich auffällige Strukturen aus mammographischen Bilddaten herauszufiltern, die dann tatsächlich auch einem kleinen Karzinom oder einer Krebsvorstufe entsprechen, um so bei Patientinnen mit letztlich gutartigem Befund die bislang erforderliche klärende radiologische Brustbiopsie nicht mehr durchführen zu müssen.

Die drei anderen Vorträge beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten der Darstellung der Vorsteherdrüse (Prostata) im MRT sowie deren histologischer Sicherung durch MR-gestützte Biopsie. Unter anderem wurde untersucht, in wieweit im MRT-Bild auf die Aggressivität des Prostatakarzinoms rückgeschlossen werden kann, was wichtig wäre, um festzulegen, ob eine nachfolgende Therapie erforderlich ist. Außerdem wurde untersucht, ob in jedem Fall eine Kontrastmittelgabe beim Prostata-MRT erforderlich ist und welche Möglichkeiten zu einer reliablen Diagnose führen, wenn eine Kontrastmittelgabe nicht möglich ist (beispielsweise bei schwerer Nierenschädigung des betroffenen Patienten).

Darstellung (Foto: privat/SHK) Darstellung (Foto: privat/SHK)
Hier sieht man links eine Röntgenaufnahme der weiblichen Brust mit einem bösartigen Tumor sowie in der Mitte und rechts jeweilige computerbasierte Analysen, die mit verschiedenen Programmen (R2 und iCAD) jeweilig auffällige Strukturen in der Röntgenaufnahme (Mammographie) markieren und für den Befunder hervorheben, Verdichtungen mit Stern bzw. Kreis sowie auffälligen Mikrokalk (kann auch mit Brustkrebs assoziiert sein) mit Dreieck bzw. Viereck (je nach Hersteller der Software unterschiedlich).

Ganz wesentlich ist, dass beim Prostata-MRT ein sehr präzises, hochauflösendes Untersuchungsprotokoll verwandt wird, was ein sehr leistungsstarkes MRT voraussetzt. Die Untersuchung des Kontrastmittelverhaltens der Prostata beispielsweise erfolgt in zwei Millimeter dicken Schichten, was die Darstellung der gesamten Drüse alle 13 Sekunden nach Kontrastmittelgabe und insgesamt dynamische Bilder über mehr als fünf Minuten mit dann nachfolgender Computerauswertung bedingt. Insgesamt sind so pro Prostata-MRT weit über 2.000 Bilddaten auszuwerten.

Dass diese europäischen Empfehlungen sinnvoll sind und zu einer guten Selektion auffälliger Fälle führen, konnte in der 4. Studie nachgewiesen werden. Es wurden hierbei die Bilddaten der Prostata von Patienten im MRT ausgewertet, nachdem die vorherige urologische ultraschallgestützte Biopsie nicht mit den Erwartungen übereinstimmte und weiter der Verdacht auf ein Tumorleiden bestand, in fast der Hälfte aller Fälle konnte mittels MR-gestützter Biopsie hier ein Prostatakarzinom oder eine Vorstufe histologisch bewiesen werden.

Urkunde (Foto: privat) Urkunde (Foto: privat)

Prof. Malich wurde während des Europäischen Röntgenkongresses für die Präsentation über die computerassistierten Diagnosesysteme für die beste wissenschaftliche Präsentation ausgezeichnet.
Autor: red

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