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„Das Buch der Bücher“ im Tabakspeicher

Freitag, 13. März 2015, 06:51 Uhr
Im westfälischen Münster gibt es seit 1979 ein Bibel-Museum. Die Rolandstadt Nordhausen kann so etwas nicht aufweisen. Dafür ist seit Donnerstagbend im Museum Tabakspeicher eine Sonderausstellung über „Das Buch der Bücher“ - wie die Bibel oft bezeichnet wird – zu bewundern. Die nnz war bei der Eröffnung mit vor Ort...

Ausstellung im Tabakspeicher (Foto: Hans-Georg Backhaus) Ausstellung im Tabakspeicher (Foto: Hans-Georg Backhaus)
„Meistübersetzt – Meistgedruckt – Meistverkauft - Das Buch der Bücher“ so betitelt sich die aktuelle Sonderschau, die am Abend vom Nordhäuser Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh feierlich eröffnet wurde.

In seiner Begrüßungsrede brachte der Zeh eingangs seine große Freude über das rege Interesse an dieser Ausstellungseröffnung zum Ausdruck, was sich in der riesigen Anzahl erwartungsvoller Besucher widerspiegelte. Und ergänzte sogleich den offiziellen Titel der Schau mit dem treffenden Wort „Meistgelesen“. Zeh erinnerte daran, dass die Bibel ursprünglich handschriftlich verfasst wurde, bis Gutenbergs geniale Erfindung des Buchdruckes eine bis dato kaum vorstellbare Verbreitung der Bibel und weiterer Schriften möglich machte.

Zu sehen sind unter anderem 10 Original-Seiten aus vorlutherischen Bibeldrucken sowie Bibelausgaben und Postillen aus der Zeit der Reformation von 1517 bis 1648. Darüber hinaus sind nachreformatorische Drucke bis 1800 ausgestellt. Zu den interessanten Stücken zählen ebenso Nordhäuser Bibelausgaben und Gesangbücher und auch ein Sondershäuser Exemplar.

Eine besondere Würdigung erfahren die Nordhäuser Theologen Justus Jonas (ein enger Freund Martin Luthers) und Johannes Spangenberg sowie dessen Sohn Cyriakus Spangenberg, deren herausragendes theologisches Wirken in der Ausstellung beeindruckend präsentiert wird.

Als maßgebliche Leihgeber und Mitwirkende an dieser Sonderschau agierten der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein sowie das Stadtarchiv Nordhausen, was von OB Klaus Zeh lobend hervorgehoben wurde. In besonderer Weise wurde dabei das Engagement von Bibelkenner Jürgen Vopel in Vorbereitung der Ausstellung gewürdigt. Großer Dank ging ebenso an die privaten Leihgeber Andreas Friese, Hans-Jürgen Grönke, Wolfgang Müller und Paul Lauerwald. Sie sind allesamt Mitglieder des Geschichtsvereins und haben seltene Drucke und Bücher beigesteuert.

So reiht sich diese Bibel-Ausstellung würdig in die Vorbereitungsphase im Hinblick auf das bevorstehende Jubiläum 500 Jahre Reformation 2017 in Deutschland ein. Die Präsentation ist bis zum 3. Mai 2015 täglich (außer Montag) von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen. Weitere Infos: www.nordhausen.de .
Hans-Georg Backhaus
Autor: red

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