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Arbeitsmarkt-Reaktionen

Donnerstag, 26. Februar 2015, 12:48 Uhr
Die Thüringer Sozial- und Arbeitsministerin, Heike Werner (Die LINKE), hat sich zur Entwicklung auf dem Thüringer Arbeitsmarkt geäußert. Laut Werner hat sich die Thüringer Beschäftigungssituation im Wintermonat Februar mit wenigen Abstrichen gut entwickelt...


Heike Werner (Die LINKE) sagte: „Der Thüringer Arbeitsmarkt hat sich insgesamt gut entwickelt und zeigt sich robust. Der Arbeitsmarkt wird durch eine stabile konjunkturelle Entwicklung gestützt. Die Anzahl der gemeldeten Arbeitsstellen ist um 11,6 Prozent höher als im Februar des Vorjahres. Auch die Anzahl der Entlassungen im ersten Arbeitsmarkt ist im Vorjahresvergleich deutlich gesunken. Gleichzeitig haben mehr Thüringer als im Vorjahr eine neue Beschäftigung gefunden. Insofern lässt sich auch im Februar feststellen, dass durch die Einführung des Mindestlohns keine negativen Auswirkungen bei den Arbeitsmarktzahlen erkennbar sind.“

Die Sozial- und Arbeitsministerin verweist auf das gute Signal für Thüringen, das von Einführung des Mindestlohns ausgeht. „Viele Beschäftigte verdienten weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Gerade sie profitieren jetzt davon. Einige Betriebe klagen allerdings über die neuen bürokratischen Herausforderungen zur sogenannten Dokumentationspflicht.

Zur besseren Unterstützung, Sensibilisierung und Akzeptanz des Mindestlohns ist mir der Dialog wichtig. Darum habe ich für den 5. März Vertreterinnen und Vertreter der Kammern, Verbände, Sozialversicherungsträger, Arbeitsagenturen, Gewerkschaften und des Zolls zu einer Bestandsaufnahme eingeladen“, sagte Heike Werner.

Laut Werner hat der Thüringer Arbeitsmarkt aber nach wie vor auch Schattenseiten. „Zwar ist die Anzahl der Langzeitarbeitslosen im Vorjahresvergleich um 6,2 Prozentpunkte gesunken. Der Anteil an den Arbeitslosen ist allerdings insgesamt mit 32,2 Prozent leicht höher als im Vorjahr. Auch bei den Älteren ab 55 Jahre liegt die Arbeitslosenquote mit fast 11 Prozent noch im deutlich zweistelligen Bereich. Hier müssen wir dringend mehr tun, damit auch ältere Arbeitnehmer und Langzeitarbeitslose von der insgesamt positiven Arbeitsmarktentwicklung besser profitieren.“

Dafür wird die Arbeitsmarktförderung des Landes deshalb mehr auf ältere Arbeitnehmer und Langzeitarbeitslose ausgerichtet. „Auch die Bundesebene muss darauf stärker ein Augenmerk richten. In Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit loten wir derzeit aus, wie die Möglichkeiten für öffentlich geförderte Beschäftigung für Langzeitarbeitslose gemeinsam erweitert werden können. Das Land wird sich hier stärker als bislang einbringen und ein entsprechendes Programm entwickeln“, sagte Heike Werner.

Hintergrund: Die Arbeitslosenquote in Thüringen hat sich von Januar zum Februar 2015 auf 8,4 Prozent leicht verbessert (Januar 2015: 8,5 Prozent). Diese ist aber einen halben Prozentpunkt besser als im Februar 2014. Thüringen hat nunmehr auch wieder Tuchfühlung zur Arbeitslosequote in Nordrhein-Westfalen, die bei 8,3 Prozent liegt.

Im Vergleich mit den ostdeutschen Ländern (Durchschnitt 10,2 Prozent) ist dies der deutlich beste Wert. Die Arbeitslosenzahl der Ausländer ist in Thüringen im Vorjahresvergleich um rund 560 gestiegen, etwa 3.900 Ausländer sind arbeitslos gemeldet. Die Quote liegt derzeit bei 18,3 Prozent. Im Vorfeld des Ende April von der Landesregierung geplanten Flüchtlingsgipfels wird es auch eine Arbeitsgruppe des Arbeits- und Sozialministeriums mit Vertretern von Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaft, Gewerkschaften und Ausländerinitiativen geben, um Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Migranten und insbesondere Flüchtlingen zu erarbeiten.
Autor: red

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