Kein Luxus, sondern Notwendigkeit
Montag, 23. Februar 2015, 20:03 Uhr
Zum fünften Mal traf sich heute das "Bürger- und Akteursgremium" um zu besprechen, wie sich Nordhausen bis zum Jahr 2030 entwickeln soll. Neben dem umfassenden Leitbild wurden auch erstmals konkrete Projektideen vorgestellt, welche die Stadt in den kommenden Jahren den selbst gesteckten Zielen näher bringen sollen...
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für Nordhausen steht vor der Vollendung (Foto: Angelo Glashagel)
Man sei zusammen einen langen Weg gegangen und biege nun in die Zielgerade ein, mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh die nunmehr fünfte Sitzung des Bürger- und Akteursgremiums zum "Integierten Stadtentwicklungskonzept" (ISEK).
Vertreter der Zivilgesellschaft und der Verwaltung, Nordhäuser die in Wirtschaft, Kultur und Bildung tätig sind, hatten seit dem vergangenen Jahr gemeinsam darüber beraten, wie Nordhausen in 15 Jahren aussehen soll.
Vorläufiges Ergebniss ist der Entwurf eines umfassendes Leitbildes, das Nordhausen als weltoffenen, grünen Wirtschaftsstandort und regionales Zentrum sieht, welches seine Stärken voll ausspielt und sowohl für Bewohner als auch für Touristen reizvoll ist.
Insgesamt sollen fünf Handlungsfelder in den kommenden Jahren bearbeitet werden:
In Sachen Weltoffenheit etwa will man zusätzlich zu existierenden Inititativen wie der "kreativen Altstadt" oder den Nordhäuser Stadtgesprächen weitere Maßnahmen in die Wege leiten. Denkbar wäre zum Beispiel der Ausbau der Mehrsprachigkeit, Planungswerkstätten bei denen Bürger frühzeitig in Planungsaufgaben eingebunden werden, ein Jugendparlament, ein Bürgerhaushalt und die verstärkte Nutzung neuer Kommunikationsmittel, um den Austausch zwischen Bürger und Verwaltung zu verbessern.
Heute wurden diese und andere Projektideen erstmals vorgestellt. Angesichts des Umfangs, den das ISEK angenommen hat, steht die Frage im Raum, wie der Transformationsprozess eigentlich bezahlt werden soll. Die Stadt muss ihren Haushalt konsoldieren und wird wohl in nächster keine Investitionen tätigen können, die außerhalb der Pflichtaufgaben liegen.
Hermann Sträb vom Entwicklungsbüro GRAS erläuterte den Stand der Dinge in Sachen ISEK (Foto: Angelo Glashagel)
Hermann Sträb, dessen Entwicklungsbüro "GRAS" das ISEK ertstellt und begleitet, stellte die Finanzierungsfrage an den Anfang seiner Ausführungen. Die langfristige Planung sei "kein Luxus, sondern zwingende Notwendigkeit". Zum einen gäbe es viele Projekte, die auch ohne Investitionen durchführbar seien, da sie vor allem auf dem Engagement der Bürger beruhten. Andere Projekte, die erst nach Abschluss einer Konsolidierung des Haushalts angegangen werden könnten, könne man anhand von ISEK schon "hinreichend durchdenken" und vorbereiten um entsprechend agieren zu können, wenn die Zeit gekommen ist. Zudem biete ISEK die "argumentativen Mittel", die man brauche, um von verschiedenen Fördertöpfen zu profitieren, da es in Zukunft viele Fördergelder nur noch für Projekte gebe, die sich aus einem ISEK ableiteten.
Damit die Ideen und Wünsche, die das Bürger- und Akteursgremium geäußert hat, bis zum Jahr 2030 auch umgesetzt werden können, werden nicht nur Verwaltung und Politik gefragt sein, sondern auch die Bürgerschaft. Wer sich näher mit ISEK und den darin enthaltenen Zielen auseinandersetzen möchte, der wird den Leitbildentwurf und die bisherigen Projektideen in den kommenden Tagen auf der Internetseite der Stadt Nordhausen finden können.
Angelo Glashagel
Autor: red
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für Nordhausen steht vor der Vollendung (Foto: Angelo Glashagel)
Man sei zusammen einen langen Weg gegangen und biege nun in die Zielgerade ein, mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh die nunmehr fünfte Sitzung des Bürger- und Akteursgremiums zum "Integierten Stadtentwicklungskonzept" (ISEK).
Vertreter der Zivilgesellschaft und der Verwaltung, Nordhäuser die in Wirtschaft, Kultur und Bildung tätig sind, hatten seit dem vergangenen Jahr gemeinsam darüber beraten, wie Nordhausen in 15 Jahren aussehen soll.
Vorläufiges Ergebniss ist der Entwurf eines umfassendes Leitbildes, das Nordhausen als weltoffenen, grünen Wirtschaftsstandort und regionales Zentrum sieht, welches seine Stärken voll ausspielt und sowohl für Bewohner als auch für Touristen reizvoll ist.
Insgesamt sollen fünf Handlungsfelder in den kommenden Jahren bearbeitet werden:
- Weltoffene Bürgerstadt: Das Bürgerengagement soll gestärkt und die Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und Gesellschaft verbessert werden. Gleiches gilt für die lokale und regionale Identitätsbildung der Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt die im öffentlichen Raum befördert werden sollen.
- führende Rolle im "Dreiländereck Harz". Nordhausen ist die einzige größere Stadt im Umkreis von 80 km und soll die Funktion als Oberzentrum mit "vielfältigen und gut erreichbaren Infrastruktureinrichtungen und -angeboten in den Bereichen Kultur, Bildung, Medizin, Tourismus sowie Sport und Freizeit" mehr als bisher ausfüllen. Dazu soll die Kommune besser mit der Region kooperieren.
- Wirtschaftliche Kraft: Bessere Vermarktung der Stadt, attraktive Arbeitsplätze und optimale Rahmenbedingungen für Unternehmen gilt es zu schaffen. Energieeffizienz, Tourismus, Fachkräftesicherung und mehr Vernetzung von lokalen Unternehmen sollen hier ebenfalls behandelt werden.
- Lebensqualität/Familienfreundlichkeit: das Handlungsfeld "Lebensqualität" ist eines der umfangreichsten und konzentriert sich auf den Ausbau der Innenstadt, das Wohnungsangebot, die Parks und Grünflächenplanung, Barrierefreiheit und Inklusion.
- ganzheitliche Bildung und kulturelle Vielfalt: Lebenslanges Lernen und ein vielfältiges kulturelles Angebot sollen die Stadt prägen und auch Bildungsferne Schichten erreicht werden. Zudem will man Vorbild in Sachen Energiewende werden.
In Sachen Weltoffenheit etwa will man zusätzlich zu existierenden Inititativen wie der "kreativen Altstadt" oder den Nordhäuser Stadtgesprächen weitere Maßnahmen in die Wege leiten. Denkbar wäre zum Beispiel der Ausbau der Mehrsprachigkeit, Planungswerkstätten bei denen Bürger frühzeitig in Planungsaufgaben eingebunden werden, ein Jugendparlament, ein Bürgerhaushalt und die verstärkte Nutzung neuer Kommunikationsmittel, um den Austausch zwischen Bürger und Verwaltung zu verbessern.
Heute wurden diese und andere Projektideen erstmals vorgestellt. Angesichts des Umfangs, den das ISEK angenommen hat, steht die Frage im Raum, wie der Transformationsprozess eigentlich bezahlt werden soll. Die Stadt muss ihren Haushalt konsoldieren und wird wohl in nächster keine Investitionen tätigen können, die außerhalb der Pflichtaufgaben liegen.
Hermann Sträb vom Entwicklungsbüro GRAS erläuterte den Stand der Dinge in Sachen ISEK (Foto: Angelo Glashagel)
Hermann Sträb, dessen Entwicklungsbüro "GRAS" das ISEK ertstellt und begleitet, stellte die Finanzierungsfrage an den Anfang seiner Ausführungen. Die langfristige Planung sei "kein Luxus, sondern zwingende Notwendigkeit". Zum einen gäbe es viele Projekte, die auch ohne Investitionen durchführbar seien, da sie vor allem auf dem Engagement der Bürger beruhten. Andere Projekte, die erst nach Abschluss einer Konsolidierung des Haushalts angegangen werden könnten, könne man anhand von ISEK schon "hinreichend durchdenken" und vorbereiten um entsprechend agieren zu können, wenn die Zeit gekommen ist. Zudem biete ISEK die "argumentativen Mittel", die man brauche, um von verschiedenen Fördertöpfen zu profitieren, da es in Zukunft viele Fördergelder nur noch für Projekte gebe, die sich aus einem ISEK ableiteten.Damit die Ideen und Wünsche, die das Bürger- und Akteursgremium geäußert hat, bis zum Jahr 2030 auch umgesetzt werden können, werden nicht nur Verwaltung und Politik gefragt sein, sondern auch die Bürgerschaft. Wer sich näher mit ISEK und den darin enthaltenen Zielen auseinandersetzen möchte, der wird den Leitbildentwurf und die bisherigen Projektideen in den kommenden Tagen auf der Internetseite der Stadt Nordhausen finden können.
Angelo Glashagel
