nnz-online

nnz-Forum: Ein unwirklicher Ort

Montag, 23. Februar 2015, 10:11 Uhr
Die Bilder-Galerie des unwirkliches Ortes, die von der nnz gestern veröffentlicht wurden, traf auf eine großes Interesse unter den Lesern. Hans-Ullrich Klemm hofft, dass noch mehr vergessene "Delikte" dokumentiert werden und kritisiert "Möchtegerninvestitionen" auf dem Land...


Es ist natürlich nicht verkehrt, wenn eine Person, wie dieser Herr Peter Blei seine Kamera in die Wunde der Naturverschandelung hält, wie es das zerfallene Bauwerk bei Rottleberode zeigte. Die Bürger, die von dieser schlimmen Erinnerung an "frühere Zeiten" weit weg wohnen, zucken bei diesen gut getroffenen Bildern einmal kurz mit den Schultern und vergessen die Umgebung der Schandflecke.

Andere, wie zum Beispiel meine Wenigkeit, denken zuerst an die damaligen Planer, Architekten, fleißigen Bauleute, die mit den vielen Helfern etwas Tolles schaffen wollten und zum Teil auch schon geschafft haben und jetzt bei dem Anblick einen schlimmen Eindruck erhalten, wie das in unserer herrlichen Natur eingebundene Stückwerk schon seit vielen Jahren dem Zerfall preisgegeben wird, das auch noch mit dem Müll von rücksichtslosen Vandalen und Billigentsorgern umgarnt wird! Leider kommen wir heutzutage bei den Fahrten durch das Land an ähnlichen „Möchtegerninvestitionen“ vorbei und wundern uns, was wohl hier oder da die Ursache gewesen sein könnte, plötzlich nicht weiter gewachsen zu sein.

Die speziell dort in der Nähe wohnende Bevölkerung des oben genannten Beispiels wird das Dilemma wegen der bekannten "Betriebsblindheit" schon gar nicht mehr richtig wahrnehmen, obwohl sie dabei eigentlich den größten moralischen Schaden haben dürfte.

Ein gutgemeinter Ratschlag aus der Ferne kann deshalb nur lauten: mit maximal höchster Beteiligung sollten organisierte Einsätze bei möglichst minimalem Kostenaufwand diesen Schandfleck bald beseitigen sowie (hoffentlich) ertappte weitere "Entsorger" so richtig empfindlich zur Kasse zu bitten!

Der Aufruf, weitere vergessene "Delikte" aus der Vergangenheit hier dokumentarisch vorzustellen, finde ich übrigens nicht verkehrt, weil es die politisch gewählten Vertreter vielleicht dadurch zum Handeln bewegen könnte.

Um so schöner und besonders angenehmer waren dagegen die verschiedenen Fotos in der gleichen gestrigen Ausgabe des gleichnamigen Bildreporters, der allerdings diesmal in Harzgerode zum Fernsehausscheid am vergangenen Wochenende wesentlich angenehmere Motive schoss. Nun werden die Zuschauer des MDR aus unseren drei mitteldeutschen Bundesländern noch in dieser Woche zur Abstimmung aufgerufen, welcher Künstler in den drei ausgewählten Städten die besten Figuren aus Schnee geschaffen hat. Das idyllisch gelegene Harzgerode war dabei die letzte Station dieses gutbesuchten Fernwettbewerbes.

Peter Blei hätte mit seiner interessanten Fotodokumentation eigentlich auch einen Preis verdient.
Hans-Ullrich Klemm, Eisenach
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de