nnz-doku: Offener Brief an Stadt und Landkreis
Freitag, 20. Februar 2015, 11:27 Uhr
Die Träger der Jugendarbeit haben einen offenen Brief an die Stadt Nordhausen und an den Landkreis geschrieben. Sie sehen ihre Arbeit in Gefahr. Die nnz dokumentiert das Schreiben...
Wiederholt sehen die Träger der Jugendarbeit ihre Angebote in Gefahr und sind mangels verbindlicher Rückmeldungen gezwungen, die entstehenden Kosten selbst zu verauslagen.
Mündliche Anfragen nach Klärung wurden unter der Begründung der fehlenden Haushalte und einhergehend vorzunehmenden Einsparungen vertagt. Aus diesem Grund haben sich die Mitglieder des Kreisjugendring Nordhausen verständigt einen offenen Brief an die Stadt und den Landkreis zu senden. Dieser wurde bei einer erneuten Mitgliederberatung gemeinsam am Mittwoch dieser Woche auf den Versandweg gebracht.
Egal ob mit Erfolgen im Sport, im Ehrenamt im Rettungswesen und bei der Feuerwehr, im Angebot von kulturellen Aufführungen, bei politischem Engagement, im Bereich der kirchlichen Jugendarbeit und in den Angeboten der Jugendfreizeitarbeit geben Jugendliche dem gesamten Landkreis und der Stadt Nordhausen viel zurück.
Die Jugend- und Jugendverbandsarbeit unserer Mitglieder und der Träger leistet seit Jahren einen zuverlässigen Beitrag, um die Jugendlichen des Landkreises und der Stadt Nordhausen in ihren Stärken zu fördern, sie durch schwierige Situationen zu begleiten oder auch in ihrem Entwicklungsbedarf zu unterstützen. Diese Zuverlässigkeit möchten wir nun auch von der Stadt Nordhausen einfordern.
Wiederholt sind dieses Angebote in Gefahr. Vielmehr steht die gesamte Arbeit auf dem Prüfstand und ist wieder durch ausbleibende Verträge und verbindliche, planbare Finanzierungen gefährdet. So stark dass einige Projekte bereits im März ihre Arbeit nicht fortsetzen können. Nicht nur sprichwörtlich ist es nicht nur für viele Projekte fünf vor zwölf, sondern auch für das bisher allgemein vorgehaltene Angebot in der Region.
Dies ist wiederholt ein Faustschlag gegenüber der geleisteten und aktuell weiterhin verlässlichen Arbeit unserer Mitglieder. Der sehr wahrscheinliche Wegbruch von Angeboten zieht eine Kettenreaktion nach sich. Wegbrechen werden somit Programme, die eine unersetzbare Präventionsleistung in der Region erbringen, die allzu oft teure Pflichtaufgaben in der Jugendhilfe deutlich reduzieren.
In allen Sozialräumen befinden sich derzeit nachhaltig wirksame Angebote der Jugend(verbands-)arbeit, die in der Vergangenheit bei Vorkommnissen wie Vandalismus, unangemessenem öffentlichem Verhalten oder Radikalisierungen von Jugendgruppen aber auch zu sozialen Brennpunktthemen nachhaltige und schnelle Verbesserungen erreichen konnten.
Ist nicht zuletzt wiederum auch der Landkreis und die Stadt Nordhausen doch auf jungen, kreativen und gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen. Und wie der Wissenschaftler Wolfgang Trede richtig in seinem einem Vortrag vom 02.07.2013 zum 14. Kinder- und Jugendbericht betont, kann es sich heute angesichts der demographischen Zahlen keine Kommune mehr leisten, Jugendliche zu verlieren, die durch das soziale Netz rutschen.
Diese und viele weitere kritische Erkenntnisse wurden zu unserer Mitgliederversammlung am 28.01 2015 besprochen, nicht ohne in einem konkreten Maßnahmenplan zu enden, mit welchen Protestaktionen, die unsicheren oder gar nicht vorhanden Rückmeldungen aus der Stadt zu beantworten sind. Zur gleichen Zeit hat zumindest der Landkreis reagiert und anteilige Gelder für die Jugendarbeit freigegeben, die es den gefährdeten Projekten ermöglichen, zumindest ihre vordinglichsten Verbindlichkeiten zu bedienen.
Wir freuen uns sehr über diesen ersten wichtigen Schritt. Da sich jedoch die meisten geförderten Projekte sowohl aus Geldern der Stadt und des Landkreises zusammensetzen, besteht immer noch auch akuter Handlungsbedarf für die Stadt Nordhausen. Wir erwarten uns hier auch von der Stadt Nordhausen, dass sie ihrer Vorbildfunktion nachkommt und als verlässlicher finanzieller Partner mit uns zusammenarbeitet.
Unsere Mitlieder bestätigen: weitere Kürzungen, die in den letzten Jahren stetig vorzunehmen waren sind nicht mehr zu verkraften. Dann kann die Arbeit nicht mehr durchgeführt werden. Das bestehende Wegfallrisiko auch für dieses Jahr allein auf den Schultern der Träger zu belassen ist unfair und wird der jahrelang erbrachten Leistung nicht gerecht.
Lassen Sie uns doch gemeinsame Lösungen finden. Erklären Sie uns, was es Ihnen schwierig macht Aussagen zu treffen. Unklare Bedingungen belasten sowohl die Verwaltungen, wie die Träger um beiderseitig die wichtigen Aufgaben und Verantwortungen für das Wirken in der Stadt und im Landkreis zu übernehmen.
Wir freuen uns daher sehr über eine Einladung zu einem Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Reich und Alexander Fischer
Autor: redWiederholt sehen die Träger der Jugendarbeit ihre Angebote in Gefahr und sind mangels verbindlicher Rückmeldungen gezwungen, die entstehenden Kosten selbst zu verauslagen.
Mündliche Anfragen nach Klärung wurden unter der Begründung der fehlenden Haushalte und einhergehend vorzunehmenden Einsparungen vertagt. Aus diesem Grund haben sich die Mitglieder des Kreisjugendring Nordhausen verständigt einen offenen Brief an die Stadt und den Landkreis zu senden. Dieser wurde bei einer erneuten Mitgliederberatung gemeinsam am Mittwoch dieser Woche auf den Versandweg gebracht.
Egal ob mit Erfolgen im Sport, im Ehrenamt im Rettungswesen und bei der Feuerwehr, im Angebot von kulturellen Aufführungen, bei politischem Engagement, im Bereich der kirchlichen Jugendarbeit und in den Angeboten der Jugendfreizeitarbeit geben Jugendliche dem gesamten Landkreis und der Stadt Nordhausen viel zurück.
Die Jugend- und Jugendverbandsarbeit unserer Mitglieder und der Träger leistet seit Jahren einen zuverlässigen Beitrag, um die Jugendlichen des Landkreises und der Stadt Nordhausen in ihren Stärken zu fördern, sie durch schwierige Situationen zu begleiten oder auch in ihrem Entwicklungsbedarf zu unterstützen. Diese Zuverlässigkeit möchten wir nun auch von der Stadt Nordhausen einfordern.
Wiederholt sind dieses Angebote in Gefahr. Vielmehr steht die gesamte Arbeit auf dem Prüfstand und ist wieder durch ausbleibende Verträge und verbindliche, planbare Finanzierungen gefährdet. So stark dass einige Projekte bereits im März ihre Arbeit nicht fortsetzen können. Nicht nur sprichwörtlich ist es nicht nur für viele Projekte fünf vor zwölf, sondern auch für das bisher allgemein vorgehaltene Angebot in der Region.
Dies ist wiederholt ein Faustschlag gegenüber der geleisteten und aktuell weiterhin verlässlichen Arbeit unserer Mitglieder. Der sehr wahrscheinliche Wegbruch von Angeboten zieht eine Kettenreaktion nach sich. Wegbrechen werden somit Programme, die eine unersetzbare Präventionsleistung in der Region erbringen, die allzu oft teure Pflichtaufgaben in der Jugendhilfe deutlich reduzieren.
In allen Sozialräumen befinden sich derzeit nachhaltig wirksame Angebote der Jugend(verbands-)arbeit, die in der Vergangenheit bei Vorkommnissen wie Vandalismus, unangemessenem öffentlichem Verhalten oder Radikalisierungen von Jugendgruppen aber auch zu sozialen Brennpunktthemen nachhaltige und schnelle Verbesserungen erreichen konnten.
Ist nicht zuletzt wiederum auch der Landkreis und die Stadt Nordhausen doch auf jungen, kreativen und gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen. Und wie der Wissenschaftler Wolfgang Trede richtig in seinem einem Vortrag vom 02.07.2013 zum 14. Kinder- und Jugendbericht betont, kann es sich heute angesichts der demographischen Zahlen keine Kommune mehr leisten, Jugendliche zu verlieren, die durch das soziale Netz rutschen.
Diese und viele weitere kritische Erkenntnisse wurden zu unserer Mitgliederversammlung am 28.01 2015 besprochen, nicht ohne in einem konkreten Maßnahmenplan zu enden, mit welchen Protestaktionen, die unsicheren oder gar nicht vorhanden Rückmeldungen aus der Stadt zu beantworten sind. Zur gleichen Zeit hat zumindest der Landkreis reagiert und anteilige Gelder für die Jugendarbeit freigegeben, die es den gefährdeten Projekten ermöglichen, zumindest ihre vordinglichsten Verbindlichkeiten zu bedienen.
Wir freuen uns sehr über diesen ersten wichtigen Schritt. Da sich jedoch die meisten geförderten Projekte sowohl aus Geldern der Stadt und des Landkreises zusammensetzen, besteht immer noch auch akuter Handlungsbedarf für die Stadt Nordhausen. Wir erwarten uns hier auch von der Stadt Nordhausen, dass sie ihrer Vorbildfunktion nachkommt und als verlässlicher finanzieller Partner mit uns zusammenarbeitet.
Unsere Mitlieder bestätigen: weitere Kürzungen, die in den letzten Jahren stetig vorzunehmen waren sind nicht mehr zu verkraften. Dann kann die Arbeit nicht mehr durchgeführt werden. Das bestehende Wegfallrisiko auch für dieses Jahr allein auf den Schultern der Träger zu belassen ist unfair und wird der jahrelang erbrachten Leistung nicht gerecht.
- Die Mitglieder des Kreisjugendring Nordhausen fordern daher auch die Vertreter der Stadt Nordhausen auf, sich mit einem klaren auch finanziellem Bekenntnis zu der Jugendarbeit zu positionieren.
- Es sollen die Fördersummen aus den Haushaltsjahren 2013/2014 maßgeblich sein, weitere Kürzungen sind nicht hinnehmbar.
- Auch die Vertreter des Landkreises sind aufgefordert zu überprüfen, inwieweit sie diesen Prozess von ihrer Seite unterstützen können.
- Gespräche zwischen Stadt und Landkreis, wie sie in den letzten 2 Jahren aufgenommen wurden begrüßen wir sehr. Dennoch fehlt deutlich die Einbindung oder zumindest rechtzeitige Rückmeldung an die Träger und Verbände.
- Geben Sie uns Planungssicherheit über Verträge oder zumindest rechtsverbindliche Förderzusagen. Erwarten Sie nicht länger von uns Vorleistungen, die angesichts immer knapperer Budgets und alternativer Fördermöglichkeiten/Unterstützungen nicht mehr leistbar sind.
- Kommen Sie mit uns frühzeitig ins Gespräch. Sehr gern beraten sich unsere Mitglieder mit Ihnen über Lösungen und Angebote. Dies ist nur mit viel Engagement im Einzelfall, jenseits von allgemeinen Projektpräsentationen u.Ä. möglich.
Lassen Sie uns doch gemeinsame Lösungen finden. Erklären Sie uns, was es Ihnen schwierig macht Aussagen zu treffen. Unklare Bedingungen belasten sowohl die Verwaltungen, wie die Träger um beiderseitig die wichtigen Aufgaben und Verantwortungen für das Wirken in der Stadt und im Landkreis zu übernehmen.
Wir freuen uns daher sehr über eine Einladung zu einem Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Reich und Alexander Fischer
