Einfach nur Gutes tun
Mittwoch, 18. Februar 2015, 14:49 Uhr
Fördermittel, Spenden, Zuwendungen - Vereine und Schulen freuen sich über jede Unterstützung. Oft sind die guten Gaben an viele Vorschriften gebunden, die einen zielgenauen Einsatz erschweren. Das es auch anders geht, zeigt seit fünf Jahren der Verein Sozialfonds, der schnell und unkompliziert dort helfen will, wo es am nötigsten ist...
Sieben Menschen mit dem Bestreben, einfach etwas Gutes für die Allgemeinheit zu tun, war alles was es 2010 brauchte, um den Verein Sozialfonds aus der Taufe zu heben. Im Stillen verteilte der Verein seitdem insgesamt 10.000 Euro an Schulen und Sportvereine - ohne Auflagen, Regeln oder Zweckbindung.
"Es geht um individuelle Hilfe für Kinder und Jugendliche, nicht um Projektförderung", erklärte Gründungsmitglied Hans-Georg Müller der nnz, "deswegen sind wir nicht an Vorgaben gebunden und unterliegen nicht den üblichen Einschränkungen". Die Spenden, die der Sozialfonds über das Jahr sammelt, sollen an die Menschen weitergereicht werden, die am besten wissen, wo es benötigt wird, erläuterte Müller weiter. Etwa an eine Schule, die dann selbst entscheidet, was hilfebedürftige Kinder gerade benötigen - Bücher zum Beispiel, neue Sportbekleidung oder auch nur die Möglichkeit, am Schulessen teilzunehmen.
Schulen können jeweils 500 Euro erhalten, Vereine je 250 Euro. Das Geld wird ohne Riesencheck und viel Tamtam übergeben, es soll um die Sache gehen, nicht um Publicity.
Dabei sind die Gründungsmitglieder des Vereins für Nordhäuser Verhältnisse durchaus prominent und hatten alle von Berufs wegen auf die eine oder andere Art mit der Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu tun. Hans-Georg Müller war damals Chef des Jobcenters, René Kübler und Andreas Weigel leiten bis heute zwei der größten sozialen Träger des Landkreises, den Horizont und das Jugendsozialwerk. Hinzu kamen Andreas Meyer vom Kreissportbund, Antonius Pille der damalige Leiter des Südharzkrankenhauses, Landrat Joachim Klaus und Kreisbrandinspektor Erich Etzrod.
Zusammen hatte man 2010 in offizieller Funktion darüber beraten, wie die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Landkreis aussehen könnte, brachte Ideen vor und entwickelte ein Leitbild. Bundesprogramme wie Bildung- und Teilhabe gab es da noch nicht. "Konzepte haben aber ihre Grenzen", sagt Hans-Georg Müller, "und es reicht nicht, dass sich der Staat um alles kümmern soll. Da ist am Ende immer jemand ausgeschlossen, zum Beispiel wenn man kein Hartz IV beziehen kann, weil das Einkommen knapp über der Bemessungsgrenze liegt."
Zwei Sportvereine, drei Grundschulen und eine Regelschule freuten sich vergangenes Jahr über die Unterstützung des Sozialfonds
Als Privatpersonen, nicht als Vertreter ihrer Institutionen, überlegten die Herren deswegen, wie es auch anders gehen könnte und gründeten den Sozialfonds. Seitdem werden die gesammelten Spenden, die vor allem von den Mitgliedern selbst und Unterstützern wie der Kreissparkasse entrichtet werden, einmal im Jahr an Schulen und Sportvereine verteilt. "Wir machen das, weil wir den inneren Anspruch haben zu sagen: "Ich habe Verantwortung für die Allgemeinheit und will etwas Gutes tun. Viele Leute sind da erst einmal ungläubig, weil sie erwarten, dass es das nicht mehr gibt."
Die Auswahl trifft der Verein, ein Antragsverfahren gibt es nicht. "Wir schauen, wo es Schwerpunkte gibt, wer schon etwas bekommen hat und wer sich für seine Schüler und Vereinsmitglieder engagiert", sagte Müller. Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder des Vereins gibt es nicht, alles soll direkt denen zu Gute kommen, die wissen, wo es am besten einzusetzen ist. 60 Cent für Kontoauszüge, das waren die einzigen Kosten des Vereins im vergangenen Jahr, berichtet Müller erfreut, die restlichen 2500 Euro an Ausgaben wurden als Spenden weitergereicht.
Ende März will man wieder Gelder verteilen. Noch einmal werden dann Schulen und Sportvereine bedacht. Doch der Sozialfonds, der inzwischen auf 12 Mitglieder angewachsen ist, sieht sich angesichts steigender Flüchtlingszahlen neuen Aufgaben gegenüber. Auch hier will man in Zukunft schnell und unkompliziert helfen können.
Angelo Glashagel
Autor: redSieben Menschen mit dem Bestreben, einfach etwas Gutes für die Allgemeinheit zu tun, war alles was es 2010 brauchte, um den Verein Sozialfonds aus der Taufe zu heben. Im Stillen verteilte der Verein seitdem insgesamt 10.000 Euro an Schulen und Sportvereine - ohne Auflagen, Regeln oder Zweckbindung.
"Es geht um individuelle Hilfe für Kinder und Jugendliche, nicht um Projektförderung", erklärte Gründungsmitglied Hans-Georg Müller der nnz, "deswegen sind wir nicht an Vorgaben gebunden und unterliegen nicht den üblichen Einschränkungen". Die Spenden, die der Sozialfonds über das Jahr sammelt, sollen an die Menschen weitergereicht werden, die am besten wissen, wo es benötigt wird, erläuterte Müller weiter. Etwa an eine Schule, die dann selbst entscheidet, was hilfebedürftige Kinder gerade benötigen - Bücher zum Beispiel, neue Sportbekleidung oder auch nur die Möglichkeit, am Schulessen teilzunehmen.
Schulen können jeweils 500 Euro erhalten, Vereine je 250 Euro. Das Geld wird ohne Riesencheck und viel Tamtam übergeben, es soll um die Sache gehen, nicht um Publicity.
Dabei sind die Gründungsmitglieder des Vereins für Nordhäuser Verhältnisse durchaus prominent und hatten alle von Berufs wegen auf die eine oder andere Art mit der Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu tun. Hans-Georg Müller war damals Chef des Jobcenters, René Kübler und Andreas Weigel leiten bis heute zwei der größten sozialen Träger des Landkreises, den Horizont und das Jugendsozialwerk. Hinzu kamen Andreas Meyer vom Kreissportbund, Antonius Pille der damalige Leiter des Südharzkrankenhauses, Landrat Joachim Klaus und Kreisbrandinspektor Erich Etzrod.
Zusammen hatte man 2010 in offizieller Funktion darüber beraten, wie die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Landkreis aussehen könnte, brachte Ideen vor und entwickelte ein Leitbild. Bundesprogramme wie Bildung- und Teilhabe gab es da noch nicht. "Konzepte haben aber ihre Grenzen", sagt Hans-Georg Müller, "und es reicht nicht, dass sich der Staat um alles kümmern soll. Da ist am Ende immer jemand ausgeschlossen, zum Beispiel wenn man kein Hartz IV beziehen kann, weil das Einkommen knapp über der Bemessungsgrenze liegt."
Zwei Sportvereine, drei Grundschulen und eine Regelschule freuten sich vergangenes Jahr über die Unterstützung des Sozialfonds
Als Privatpersonen, nicht als Vertreter ihrer Institutionen, überlegten die Herren deswegen, wie es auch anders gehen könnte und gründeten den Sozialfonds. Seitdem werden die gesammelten Spenden, die vor allem von den Mitgliedern selbst und Unterstützern wie der Kreissparkasse entrichtet werden, einmal im Jahr an Schulen und Sportvereine verteilt. "Wir machen das, weil wir den inneren Anspruch haben zu sagen: "Ich habe Verantwortung für die Allgemeinheit und will etwas Gutes tun. Viele Leute sind da erst einmal ungläubig, weil sie erwarten, dass es das nicht mehr gibt."
Die Auswahl trifft der Verein, ein Antragsverfahren gibt es nicht. "Wir schauen, wo es Schwerpunkte gibt, wer schon etwas bekommen hat und wer sich für seine Schüler und Vereinsmitglieder engagiert", sagte Müller. Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder des Vereins gibt es nicht, alles soll direkt denen zu Gute kommen, die wissen, wo es am besten einzusetzen ist. 60 Cent für Kontoauszüge, das waren die einzigen Kosten des Vereins im vergangenen Jahr, berichtet Müller erfreut, die restlichen 2500 Euro an Ausgaben wurden als Spenden weitergereicht.
Ende März will man wieder Gelder verteilen. Noch einmal werden dann Schulen und Sportvereine bedacht. Doch der Sozialfonds, der inzwischen auf 12 Mitglieder angewachsen ist, sieht sich angesichts steigender Flüchtlingszahlen neuen Aufgaben gegenüber. Auch hier will man in Zukunft schnell und unkompliziert helfen können.
Angelo Glashagel

