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Freie Fahrt für Bielens Bürger

Dienstag, 17. Februar 2015, 11:17 Uhr
Die alte Brücke zwischen Bielen und Sundhausen ist arg reparaturbedürftig und soll erneuert werden. Eigentlich gute Nachrichten möchte man meinen, doch in Bielen und Umgebung sind viele Anwohner anderer Meinung und wollen wegen der Sperrung Protest einlegen...

Muss gesperrt werden - die Brücke zwischen Bielen und Sundhausen (Foto: Angelo Glashagel) Muss gesperrt werden - die Brücke zwischen Bielen und Sundhausen (Foto: Angelo Glashagel)

"Das gefällt niemanden mit der Sperrung und zwar nicht nur hier in Bielen", heißt es am frühen morgen in der Bielener Backstube. Die Kundschaft stimmt zu, auch in Sundhausen oder Uthleben müssten bald viele Anwohner lange Umwege in Kauf nehmen, wenn sie in die Stadt wollten. Schon kurz nach der Wende wäre klar gewesen, das etwas an der Brücke hätte gemacht werden müssen, sagt eine ältere Kundin, "aber zwanzig Jahre lang hat sich da nichts bewegt".

"Wir haben die zunehmenden Schäden immer dokumentiert und die Brücke schon vielen Politikern gezeigt, am Ende hat immer das Geld gefehlt", sagte Bielens Ortsteilbürgermeisterin Uta Heydecke der nnz. Sie vertritt seit mehr als fünf Jahren die Interessen der "Bielschen" und hatte mit ihnen zusammen schon so manchen Kampf auszufechten. Gegen das Industriegebiet und die Biogasanlage hatte man sich zuletzt vergebens gewehrt. Trotz dieser Rückschläge werden jetzt in Bielen wieder Unterschriften gesammelt. "Wer sich nicht engagiert, der kann auch nichts erreichen", meint Heydecke, "wir müssen versuchen der Verwaltung zu zeigen, dass die Straße zwischen Bielen und Sundhausen der Bürgerschaft wichtig ist."

Seit 1999 ist die Brücke nur noch einspurig und wechselseitig befahrbar. Eine aktuelle Begutachtung und die dabei festgestellten Schäden an der Brücke hatten ergeben, dass sie demnächst endgültig gesperrt werden muss.

Die Brücke ist seit 1999 nur noch einseitig befahrbar (Foto: Angelo Glashagel) Die Brücke ist seit 1999 nur noch einseitig befahrbar (Foto: Angelo Glashagel)

Die Gewerbetreibenden vor Ort wie der Bäcker, der Blumenladen oder das "Bielsche Lädchen" bangen seitdem um die Stammkunden aus der Umgebung und die Bürgerinnen beim Bäcker sorgen sich um die Einsatzfähigkeit der Rettungswache des Roten Kreuzes in Sundhausen. Denn auch die muss bald den langen Weg durch Nordhausen nehmen, wenn sie nach Bielen gerufen würde. Die Strand-Gaststätte am Kiesschacht wäre auch nur noch fußläufig zu erreichen.

In der Backstube würde man es deswegen gerne sehen, wenn die Brücke wenigstens für PKW befahrbar bliebe, aber daraus wird nichts werden. Eine Gewichtsbeschränkung galt für die Brücke schon lange. "Da wurde sich leider nicht dran gehalten, was die Schäden nur noch vergrößert hat", sagte Bürgermeisterin Heydecke, "die Brücke muss in jedem Fall für den Verkehr gesperrt werden, sonst liegt irgendwann ein Auto im Fluss".

Die Zorgequerung ist bereits 80 Jahre alt und das die Zeit es nicht gut mit ihr gemeint hat, merkt man auf den ersten Blick. Die Alternative soll ein Neubau sein, der 660.000 Euro kosten würde, schätzt die Stadtverwaltung. Entsprechende Fördermittel seien bereits beantragt.

Zu Fördermitteln gehört immer auch ein Eigenanteil, der erbracht werden muss. Angesichts der Haushaltssituation der Stadt könnte der Baubeginn deswegen wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht. Damit die Bielsche Brücke aber nicht wieder vergessen wird, will Bürgermeisterin Heydecke nun Druck machen. Die Pläne zum Neubau der Brücke existierten schon länger als sie Bürgermeisterin sei, sagte Heydecke. Kommende Woche will sie die gesammelten Unterschriften der Stadtverwaltung übergeben. Danach wird man in Bielen, wieder einmal, warten und hoffen müssen, dass sich die Verwaltung ihrer Sache annimmt.
Angelo Glashagel
Autor: red

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