Heroik und Amüsement
Freitag, 13. Februar 2015, 15:25 Uhr
Im 5. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters verzaubern Werke von Beethoven, Bartók und Dohnányi als Dreierpasch. Mit dabei Beethoven's "heroische" Sinfonie, Dohnányi's "Sinfonische Minuten" und Bartóks drittes Klavierkonzert, das den Sommer heraufbeschwört...
Wohl kaum eine Sinfonie ist so eng mit einer Anekdote verknüpft wie Ludwig van Beethovens berühmte 3. Sinfonie, die Eroica: Beethoven habe sie zunächst dem von ihm verehrten Napoleon gewidmet, die Widmung dann aber wutentbrannt zurückgenommen, nachdem er erfahren hatte, dass Napoleon sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte. Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, soll der enttäuschte Komponist ausgerufen haben.
Mag diese Anekdote nun stimmen oder nicht: Mit seiner heroischen Sinfonie reagierte Beethoven auf die damalige Zeitgeschichte, übertrug die Idee von Heldentum, Revolution und Menschwerdung in Töne und schrieb eine für damalige Ohren ungewohnt neue Musik, die das Loh-Orchester am 8. März im Theater Nordhausen aufführen wird. Schon die zeitgenössischen Hörer waren von dem vorwärtsdrängenden, großen Gestus und dem ausladenden Trauermarsch im 2. Satz, den es in einer Sinfonie vorher nie gegeben hatte, sehr beeindruckt.
Ein unbeschwertes Spiel mit sinfonischer Tradition treibt der Ungar Ernst von Dohnányi in seinen 1933 komponierten Sinfonischen Minuten. Dohnányi ging in seiner amüsanten Miniatur bewusst auf Distanz zur großen Sinfonie und schrieb fünf kurzweilige, effektvoll instrumentierte Sätze.
Sonnige Atmosphäre strahlt das 3. Klavierkonzert von Béla Bartók, einem Landsmann und Freund Dohnányis, im Konzertsaal aus. Das 1940 in der US-amerikanischen Emigration komponierte Werk verströmt einen weichen, sehr melodischen und zugleich vitalen Charakter. Zu Gast ist der russische Pianist Lev Vinocour, der mit Werken von Franz Liszt in der Vergangenheit schon einige Mal beim Loh-Orchester zu Gast war.
Die musikalische Leitung des 5. Sinfoniekonzertes unter dem Motto Dreierpasch hat Markus L. Frank. Es findet am Sonntag, 8. März, um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen statt. Um 18.45 Uhr geben Markus L. Frank und Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann im Foyer eine Einführung.
Karten (12 bis 27 Euro) gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), im Internet unter www.theater-nordhausen.de und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: redWohl kaum eine Sinfonie ist so eng mit einer Anekdote verknüpft wie Ludwig van Beethovens berühmte 3. Sinfonie, die Eroica: Beethoven habe sie zunächst dem von ihm verehrten Napoleon gewidmet, die Widmung dann aber wutentbrannt zurückgenommen, nachdem er erfahren hatte, dass Napoleon sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte. Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, soll der enttäuschte Komponist ausgerufen haben.
Mag diese Anekdote nun stimmen oder nicht: Mit seiner heroischen Sinfonie reagierte Beethoven auf die damalige Zeitgeschichte, übertrug die Idee von Heldentum, Revolution und Menschwerdung in Töne und schrieb eine für damalige Ohren ungewohnt neue Musik, die das Loh-Orchester am 8. März im Theater Nordhausen aufführen wird. Schon die zeitgenössischen Hörer waren von dem vorwärtsdrängenden, großen Gestus und dem ausladenden Trauermarsch im 2. Satz, den es in einer Sinfonie vorher nie gegeben hatte, sehr beeindruckt.
Ein unbeschwertes Spiel mit sinfonischer Tradition treibt der Ungar Ernst von Dohnányi in seinen 1933 komponierten Sinfonischen Minuten. Dohnányi ging in seiner amüsanten Miniatur bewusst auf Distanz zur großen Sinfonie und schrieb fünf kurzweilige, effektvoll instrumentierte Sätze.
Sonnige Atmosphäre strahlt das 3. Klavierkonzert von Béla Bartók, einem Landsmann und Freund Dohnányis, im Konzertsaal aus. Das 1940 in der US-amerikanischen Emigration komponierte Werk verströmt einen weichen, sehr melodischen und zugleich vitalen Charakter. Zu Gast ist der russische Pianist Lev Vinocour, der mit Werken von Franz Liszt in der Vergangenheit schon einige Mal beim Loh-Orchester zu Gast war.
Die musikalische Leitung des 5. Sinfoniekonzertes unter dem Motto Dreierpasch hat Markus L. Frank. Es findet am Sonntag, 8. März, um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen statt. Um 18.45 Uhr geben Markus L. Frank und Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann im Foyer eine Einführung.
Karten (12 bis 27 Euro) gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), im Internet unter www.theater-nordhausen.de und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.

