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Bürgerinitiative traf Bundesvorstand

Freitag, 01. Juni 2001, 19:24 Uhr
Nordhausen/Urbach (nnz). Auf die engagierte Arbeit der Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“ wurde jetzt auch der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen in der Bundeshauptstadt aufmerksam. Der Bundesvorstand nahm im Mai Kontakt zur Bürgerinitiative auf und bat um weitere Informationen zu dieser Problematik. Jetzt folgte das erste Treffen.

Da sich die Regierungspartei sehr für die Arbeit von Bürgerinitiativen interessiert und die Problematik des ständigen Flächenverbrauches für Industrie- und Gewerbegebietsausweisungen bekannt ist, entsandte der Bundesvorstand das Mitglied Undine Kurth, um sich direkt vor Ort ein besseres Bild machen zu können. Die Vorständlerin erwies sich als „Fachfrau“ mit enormen Kenntnissen und zeigte starkes Interesse speziell am B-Plan, der Lage des Gebietes sowie an der Nachhaltigkeit dieser Planung. Da Bündnis 90/Grüne verstärkt mehr Bürgerbeteiligung mit ihrer Regierungsarbeit fördern, war der Bundesvorstand von der Qualität und dem Engagement der Bürgerinitiative sehr beeindruckt.

Da die Problematik gerade die von den Bündnis-Grünen besetzten Bundesministerien Umwelt, durch Minister Trittin (der sich bereits über sein Göttingen Wahlkreisbüro eingeschaltet hat) und Landwirtschaft, vertreten durch Ministerin Künast betrifft wird die Bürgerinitiative mit Unterstützung für ihr Bemühen um den Erhalt dieser Landschaft rechnen können, so BI-Sprecher Klaus-Dieter Korb gegenüber nnz. Auf viel Zustimmung stieß das Konzept des Pilotprojektes „Ökologischer Landkreis“ im Agenda 21-Prozess, dass gerade der strukturschwachen Region überregionale Beachtung einbrachte. Als zukunftsweisendes Projekt, bei entsprechender Unterstützung durch die kommunalen Politiker, könnte ein Investitionsschub ausgelöst werden.

Gerade eine Region, die sich mit Elan dieser Zielsetzung widme und z.B. auch in den öffentlichen Investitionen neuen Energiekonzepten wie Solar und Photovoltaik Vorrang einräume, werde von Investoren, die diese zukünftigen Industriekonzepte vertreten, als Standort favorisiert. Nur die Autobahn und ein einigermaßen ebenes Gelände, noch dazu inmitten fruchtbarer Felder, würden auch in den „Alten Länder“ kaum zukunftsweisende Industrien anlocken, die nachhaltig die Arbeitslosigkeit der Region mindern. Hier seien die Politiker gefordert, den Verwaltungen Rahmenbedingungen vorzugeben und nicht auf die althergebrachten, überholten Denkweisen der Wirtschaftsbeauftragten zu setzen, mahnten die Vertreter der Bürgerinitiative an. In den „Neuen Bundesländern“ gehen viele dieser Standorte immer mehr an „Investitionstouristen“ und an Industrien, die in den „Alten Bundesländer“ keine Standorte finden. Diese Denkansätze werden sicherlich bei der Förderpraxis der Bundesregierung zukünftig stärker berücksichtigt werden.
Autor: nnz

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