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Blau wie Zitronen

Donnerstag, 12. Februar 2015, 18:14 Uhr
"Zitronenblau" heißt die neue Ausstellung der Jugendkunstschule, die seit heute im Foyer des alten Landratsamtes zu sehen ist. Gezeigt wird zwar nur ein Bruchteil dessen, was in einem Jahr Jugendkunstschule an kleinen und großen Meisterwerken zusammenkommt, aber es ist ein sehenswerter Bruchteil....

So viel Leben ist selten im Landratsamt - zur Eröffnung der neuen Ausstellung der Nordhäuser Jugendkunstschule tobten einige der Künstler mit Mama und Papa oder den Großeltern im Schlepptau durch das Foyer der Verwaltung. Sie zeigten ihre Malereien, ihre Grafiken und das, was sie aus Filz gefertigt hatten. Zwischen all den Bildern finden sich außerdem einige der Ergebnisse des Fotokurses. Letzterer wird nur von Erwachsenen besucht, aber die anderen Werke entstammen gänzlich dem Geiste von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 22 Jahren.

Mit verschiedenen Techniken wie Holzschnitt, Auqatinta oder Ölkreide haben sie sich in allen Farben und Formen verewigt. Mal entfremdet, mal naturalistisch, mal monochrom, mal knallbunt - kein Bild ist wie das andere. Das wollte die Kunstschule auch mit dem Titel ihrer Ausstellung zum Ausdruck bringen. "Zitronenblau - der Begriff bricht unsere Vorstellung davon, wie eine Zitrone auszusehen hat und assoziiert dadurch eine bunte Farbenvielfalt und das Abstrakte", erklärte Martina Degenhardt, Leiterin der Jugendkunstschule. Sie selber habe ganz viele Lieblingsbilder und könne sich eigentlich nicht für einen Favoriten entscheiden.

Das Bild "Alle für Einen" gehört aber mit in den Favoritenkreis Degenhardts. Es ist eine Gemeinschaftsarbeit, an der ein ganzer Kurs über mehrere Wochen zusammen gemalt hat. Dabei haben die Kinder nicht einfach "nur" die Farbe auf die Leinwand bringen müssen, sondern bauten das Bild von Grund auf, inklusive Rahmen und Leinwand.

"Alle für Einen" - seit heute ist die neue Ausstellung "Zitronenblau" der Jugendkunstschule Nordhausen im Landratsamt zu sehen (Foto: Angelo Glashagel) "Alle für Einen" - seit heute ist die neue Ausstellung "Zitronenblau" der Jugendkunstschule Nordhausen im Landratsamt zu sehen (Foto: Angelo Glashagel)

Die Ausstellung wird für gut einen Monat, etwa bis Ostern, im Landratsamt zu sehen sein. Danach wandert sie weiter in das Heringer Schloss. Dort wird dann auch die ganze Bandbreite des künsterlischen Schaffens der Schülerinnen und Schüler gezeigt werden können. Neben den jetzt schon gezeigten Arbeiten kommen dann Werke aus Metall und Keramik, Designideen und Plastiken hinzu.

Danach könnte es weiter gehen nach Erfurt. Denn die Nordhäuser Kunstschule strahlt inzwischen über den Landkreis hinaus und zeigt die Arbeiten ihrer Großen und Kleinen Schüler Thüringenweit. In einer Gemeinschaftsausstellung mit anderen Kunstschulen schaffte man es auch schon einmal bis Dresden in die Galerie Einhorn, erzählte Martina Degenhardt.

Der Landkreis greift indes gerne auf das kreative Können der Schule zurück. Im Sommer etwa soll eine bisher eher dröge Wandfläche am Bahnhof der Harzquerbahn durch die Jugendkunstschule neu gestaltet werden, gab der zweite Beigeordnete des Landkreises, Stefan Nüßle, zur Ausstellungseröffnung bekannt.

Dass man indes auch in der Verwaltung nicht unbedingt frei von kreativen Ideen ist, zeigte eine Überlegung Nüßles, die während der Ausstellungseröffnung geboren wurde: da die Wiedigsburghalle derzeit kaum zu nutzen ist, könnte man sie der Jugendkunstschule für eine Woche zur Verfügung stellen, wenn diese etwas größeres vor hat. Im Rahmen eines städtischen Festes etwa.

In der Halle hätte die kreative Jugend des Landkreises in jedem Fall viel Platz, um sich mal so richtig künstlerisch auszutoben.
Angelo Glashagel
Autor: red

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