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Niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende

Donnerstag, 29. Januar 2015, 10:08 Uhr
Mit einem für den Monat Januar typischen saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosenzahlen hat das neue Jahr im Agenturbezirk Nordhausen begonnen.
„Positiv ist, dass wir die niedrigste Januararbeitslosigkeit seit 25 Jahren erreicht haben“, berichtet Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, den Nordthüringer Online-Zeitungen...

Grafik (Foto: nnz) Grafik (Foto: nnz)
Die Zahl der Arbeitslosen habe in den letzten vier Wochen und um rund 6 Prozent unter der des Vorjahres gelegen. „Für die Menschen hier hat sich im Laufe der Jahre viel getan, die Beschäftigung ist gestiegen, die beruflichen Möglichkeiten sind gut. Wir haben über 900 arbeitslose Personen weniger als letztes Jahr“, so Karsten Froböse.

Für den Januar üblich habe man in witterungsabhängigen Branchen zu Jahresbeginn Arbeitskräfte freigesetzt. Betroffen seien in erster Linie Männer, die häufiger in den Außenberufen tätig sind. Zudem sei das Jahresende der übliche Termin für auslaufende Beschäftigungen. „Wir stellen aber auch fest, dass Unternehmen im Winter, mehr als das noch vor Jahren der Fall war, an guten Leuten festhalten “, so Froböse. Das Saisonkurzarbeitergeld biete dafür eine gute Alternative.

13.478 Männer und Frauen waren Ende Januar auf Jobsuche, fast 2.300 mehr als im Dezember, aber 919 weniger als im Januar 2014. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag zu Jahresbeginn bei 9,6 Prozent, 1,6 Prozentpunkte höher als vor vier Wochen und 0,6 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. In den beiden Landkreisen Nordhausen und Eichsfeld sank die Quote im Vorjahresvergleich um jeweils -0,4 Prozentpunkte auf 10,7 und 6,8 Prozent. Der Kyffhäuserkreis registrierte sogar einen Rückgang um -0,7 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent.

Arbeitslosmeldungen rückläufig

Eine höhere Personalnachfrage und weniger Entlassungen zu Jahresbeginn entlasten und wirken sich positiv auf die Winterarbeitslosigkeit aus. Knapp 2.100 Personen meldeten sich im letzten Monat bei der Arbeitsagentur nach einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitslos, rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Entlassungen ging in nahezu allen Wirtschaftsbereichen zurück. So auch im Baugewerbe, knapp 600 Personen meldeten sich arbeitslos, rund ein Viertel weniger als im Januar 2014.

Knapp 780 arbeitslose Jugendliche waren Ende Januar bei der Nordhäuser Arbeitsagentur gemeldet. Auch hier gab es einen Anstieg zum Vormonat. Entscheidend sei, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um rund ein Fünftel gesenkt werden konnte. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,9 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 7,8 Prozent. „Gut qualifizierte und motivierte Jugendliche haben gute Berufschancen. Es gibt viele Alternativen, vor allem im gewerblichen Bereich, um die eigene Arbeitslosigkeit schnell zu beenden“, schätzt Froböse ein. Die Personalnachfrage sei in vielen Branchen hoch, das zeige auch die Zahl freier Stellen.

Personalnachfrage rückläufig

Die positiven Konjunkturerwartungen der Unternehmen haben sich im Januar bei der Einstellungsbereitschaft nieder geschlagen. 408 sozialversicherungspflichtige Stellen wurden gemeldet, sieben Prozent mehr als im Dezember und über 50 Prozent mehr als zu Jahresbeginn 2014. Gesucht wurden insbesondere Metallfachkräfte (72) und Maschinen- und Fahrzeugtechniker (45).

Fast 30 Stellen kamen aus dem Baugewerbe und 25 Stellen aus den Gesundheitsbereichen. Über 1.300 Arbeitsstellen sind derzeit im Stellenpool des Arbeitgeber-Service der Nordhäuser Arbeitsagentur vorhanden, über zwanzig Prozent aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Demografische Herausforderung

Über 85.000 Menschen sind aktuell in den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, über neun Prozent mehr als vor fünf Jahren. Rund 18.000 Männer und Frauen sind über 55 Jahre alt und werden voraussichtlich bis 2024 aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Aus den Schulen kommen deutlich weniger junge Leute nach.

Für Fachkräfte wird sich die berufliche Situation noch weiter verbessern. „Als Agentur für Arbeit wollen wir die Menschen mit fachlichen Defiziten durch Qualifizierung weiter unterstützen. So schaffen sie leichter den Einstieg in den Arbeitsmarkt und nehmen ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand.“ Ein Beispiel dafür sei die Pflegebranche, die unverändert gute Berufsperspektiven für Jugendliche, aber auch gute Chancen für Arbeitsuchende biete. Mehr als 120 Männer und Frauen starteten in den letzten zwei Jahren in eine Ausbildung zum Altenpfleger. Für Sie eröffnet sich damit ein beruflicher Neubeginn mit Perspektive. Auch in diesem Jahr bietet die Arbeitsagentur ab 1. März wieder Qualifizierungen zum Altenpfleger an. Es gibt noch freie Plätze.

Der Blick in die Regionen

Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 662 auf 4.713 Personen gestiegen. Das waren 251 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 10,7%; vor einem Jahr belief sie sich auf 11,1%. Dabei meldeten sich 1.425 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 107 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 765 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–6).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 3 Stellen auf 269 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 30 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Januar 135 neue Arbeitsstellen, 60 mehr als vor einem Jahr.

Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 937 auf 3.764 Personen gestiegen. Das waren 310 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 6,8%; vor einem Jahr belief sie sich auf 7,2%. Dabei meldeten sich 1.628 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 153 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 687 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–88).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 17 Stellen auf 809 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 278 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 206 neue Arbeitsstellen, 83 mehr als vor einem Jahr.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 691 auf 5.001 Personen gestiegen. Das waren 358 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 12,4%; vor einem Jahr belief sie sich auf 13,1%. Dabei meldeten sich 1.433 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 46 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 745 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–16).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 52 Stellen auf 243 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 10 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 72 neue Arbeitsstellen, 14 weniger als vor einem Jahr.
Autor: red

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