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Hausaufgabenhefte von der Polizei

Donnerstag, 31. Mai 2001, 15:01 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Nordthüringer Polizei will noch im Sommer 3.000 Hausaufgabenhefte an Drittklässler verteilen. Die Hefte dienen der Vorbeugung von Straftaten und sind mit entsprechenden Geschichten, Rätseln und Bildern gefüllt. Sie wurden von einer Arbeitsgruppe des LKA Thüringen erstellt. nnz hat für Sie darin geblättert.

POLI-PAP Die Hefte sind nur ein Aspekt eines Präventionsprogramms, das seit einem Jahr thüringenweit Schüler von Straftaten abhalten soll. Die Polizei setzt hier auf spielerische Information, wie der Beauftragte für Jugendsachen der Nordhäuser Polizeidirektion, Polizeihauptmeister Mike Reichelt betont. Damit das Anliegen auch kindgerecht an die Schüler gebracht wird, wurden Beamte speziell geschult. Neue Stellen wurden jedoch nicht geschaffen, sondern das Projekt bedeutet für die eingebundenen Polizisten Mehrarbeit. Aber, so Reichelt weiter, alle beteiligten Beamten haben sich freiwillig gemeldet, und ein gutes Händchen und Verständnis für Kinder sind einfach Voraussetzung für eine Mitarbeit. Es gibt auch ein Maskottchen, den Poli-Pap (Polizeipapagei), der bei allen Aktionen und in den Schulungsmaterialien zu finden ist. Außerdem schlüpft regelmäßig eine Polizistin in das Poli-Pap-Kostüm, um bei Kinderfesten auf das Programm aufmerksam zu machen und die Kinder anzusprechen.

Natürlich laufen alle Bemühungen ins Leere, wenn die Eltern nicht mitspielen. Das weiß die Polizei und setzt deshalb auch auf deren Mitarbeit. Bisher wurde das Projekt sowohl von Schülern, als auch von Eltern und Lehrern gut angenommen, schätzt Reichelt ein. Die Ergebnisse eines Präventionsprogramms an konkreten Zahlen festzumachen, das ist unmöglich. Knapp 800 tatverdächtige Kinder wurden letztes Jahr in Nordthüringen gezählt. Und man hofft, das die Zahl - auch durch das Präventionsprogramm - sinkt.
Autor: ss

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