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Das neue Gesicht der Nordhäuser Altstadt

Dienstag, 27. Januar 2015, 20:04 Uhr
Die Rolandstadt ist im Wandel – das spüren nicht nur alteingesessene Nordhäuser, sondern auch neu Hinzugezogene. Ein Sinnbild für den Wandel ist das Altstadt-Café Felix. Aktuell ist eines der beliebtesten Lokale der Nordhäuser Altstadt geschlossen, aber der Unternehmer Alf Grabinsky möchte das schleunigst ändern...

Das "Felix" wird modernisiert (Foto: nnz) Das "Felix" wird modernisiert (Foto: nnz)

Zunächst aber lohnt ein Blick auf die Geschichte des Fachwerkhauses. Denn die Historie des Gebäudes ist so unbeständig wie interessant und steht damit sinnbildhaft für die gesamte Rolandstadt, ja, vielleicht sogar für unsere gesamte moderne Zeit. Denn die gesamte Entwicklung des Wohnungsmarkts auf der Nordhäuser Altstadt ist rasant. Sanierungsarbeiten, wohin das Auge reicht, von der Quartiers Scharfgasse bis zum Bau in der Rosengasse. Der Einzelhandel muss aufpassen, dabei nicht auf der Strecke zu bleiben.

Die ersten Aufzeichnungen gehen zurück ins Jahr 1904, als auf der Barfüßer Straße noch ein Zigarren- und Tabakladen stand – eine Branche, die zunehmend aus deutschen Innenstädten verschwindet. Zu stark ist die Konkurrenz durch Online-Anbieter geworden, das bestätigen auch Zigarrenmagazine wie Zigarren.org. Dem Tabakgeschäft blieb das Fachwerkhaus allerdings noch einige Zeit treu. Ab 1905 war dort ein Zigarrenhändler, Schuhmacher und Barbier vertreten, der sich bis 1912 hielt.

Danach folgten bis 1924 Einrichtungen wie ein Tabakwaren-Spezialgeschäft und ein Gewerkschaftsbüro, bis es nach 1945 zum Wohnhaus umfunktioniert wurde. Als dann das unmittelbare Nachbargebäude einstürzte, stand das Fachwerkhaus lange Zeit leer. Axel Heck rettete das Gebäude im Jahr 1997 vor dem endgültigen Verfall und eröffnete im Dezember 1998. ein gutes Jahr später, das berühmte Café Felix. Zu den Höhepunkten dieser Ära zählt wohl im Jahr 2000 der Besuch des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Am 01. Januar 2015 trennte sich Axel Heck dann von seinem Café Felix, dass er über die Jahre immer wieder sanierte und pflegte.

Neuer Besitzer ist nun also Alf Grabinsky, der bereits seit über zehn Jahren den Pizza Pub am Bahnhof, den danebenliegenden Friseur sowie das Café Central am Kino betreibt. Bis Ostern sollen die Renovierungsarbeiten andauern – und die haben es dieses Mal in sich. Nicht nur der Fußboden, sondern auch die Wände werden rundum modernisiert. Die Anmut des alten Fachwerkhauses soll dabei erhalten bleiben. Neues Herzstück des Felix, das seinen Namen behalten wird, soll die Biergarten-Terasse werden. Zudem soll das neue Felix sich mehr zu einem Restaurant entwickeln, über die Speisekarten gibt es aber noch keine Informationen. Das große Ziel von Grabinsky ist es, der Altstadt neues Leben einzuhauchen, denn momentan bleiben vor allem im Winter die Straßen leer. Durch den Wandel der Rolandstadt wird sich das hoffentlich bald ändern.
Autor: khh

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