Forum: Kein Pumpspeicherwerk
Dienstag, 27. Januar 2015, 13:52 Uhr
Diese Meldung dürfte bei den einen für Jubelstimmung, bei den anderen für Betrübnis sorgen. Der STRABAG-Konzern habe, so die Mitteilung, die Planungen für das Großprojekt am Fuhrbach eingestellt...
Der Fuhrbach zwischen Appenrode und Rothesütte bleibt naturbelassen. Aufnahme am 15.3.2013
Eine Begründung für diese Entscheidung war nicht zu erkennen. Vielleicht haben die Proteste in unserer Region, fachkundig geleitete Exkursionen und Zeitungsbeiträge abschreckend gewirkt, vielleicht standen dem schlimmen Projekt aber auch ökonomische, ingenieurtechnische, hydrologische oder naturschutzfachliche Aspekte entgegen.
In jedem Fall aber sollte uns die STRABAG-Mitteilung mit Genugtuung erfüllen: Unser Südharz bleibt von einer Naturzerstörung unglaublichen Ausmaßes verschont. Die Worte von Tourismusvertretern und Politikern über den Wert des gleichnamigen Naturparkes, werden nicht zu Worthülsen degradiert.
Dennoch verärgert mich der Umstand, dass sich die Stadt Ellrich bis zuletzt doch noch leise Hoffnungen gemacht habe, leise Hoffnungen also, die bergbaubedingte Devastierung ihrer Umgebung nun auch noch auf das Gebirge auszudehnen. Bürgermeister Ehrhold sollte umdenken und seine Verantwortung anders definieren: Er sollte daran arbeiten, die sanfte Tourismuswirtschaft in seiner Stadt voranzubringen und auf das zu setzen, was seit Jahrmillionen vorhanden ist, keine Millioneninvestitionen braucht: und vor allem Teil unserer Existenzgrundlagen ist: die naturnahe Landschaft unseres Südharzes.
Dieses Denken fehlt weithin bei unseren Entscheidungsträgern, dem globalen ökologischen Desaster zum Trotz. Ein Umweltproblem wie den Klimawandel durch Naturzerstörung an anderer Stelle zu lösen, ist nicht zukunftsfähig.
Der Kapitalismus und mit ihm die gesamte Menschheit haben keine Chance, wenn sie und ihre Protagonisten nicht lernen, wahrhaft ökonomisch, also langfristig ressourcenschonend zu denken und zu handeln.
Natürlich ist aus dem Saulus STRABAG nicht plötzlich ein Paulus geworden: Der Konzern konzentriere sich, so heißt es weiter, auf einen anderen Thüringer Standort bei Probstzella. Dort wird es also die Zerstörung geben, die der Konzern und die Stadt Ellrich für unsere Heimat vorgesehen hatten.
Ich hoffe, dass sich die Menschen dort nicht von bunten Flyern und Glasperlen aller Art einlullen lassen, ja kämpferisch sind. Dasselbe hoffe ich für die Bewohner der Balkanländer, wo nach Zeitungsberichten nicht eins, sondern hunderte Wasserkraftwerke geplant sind und letzte unberührte Landschaften zerstören sollen.
Das Aus für das Pumpspeicherwerk zwischen Appenrode und Rothesütte kann daher nur teilweise positiv stimmen. Die Zerstörung unserer Zukunft geht andernorts weiter.
Bodo Schwarzberg
Der Fuhrbach zwischen Appenrode und Rothesütte bleibt naturbelassen. Aufnahme am 15.3.2013
Eine Begründung für diese Entscheidung war nicht zu erkennen. Vielleicht haben die Proteste in unserer Region, fachkundig geleitete Exkursionen und Zeitungsbeiträge abschreckend gewirkt, vielleicht standen dem schlimmen Projekt aber auch ökonomische, ingenieurtechnische, hydrologische oder naturschutzfachliche Aspekte entgegen.
In jedem Fall aber sollte uns die STRABAG-Mitteilung mit Genugtuung erfüllen: Unser Südharz bleibt von einer Naturzerstörung unglaublichen Ausmaßes verschont. Die Worte von Tourismusvertretern und Politikern über den Wert des gleichnamigen Naturparkes, werden nicht zu Worthülsen degradiert.
Dennoch verärgert mich der Umstand, dass sich die Stadt Ellrich bis zuletzt doch noch leise Hoffnungen gemacht habe, leise Hoffnungen also, die bergbaubedingte Devastierung ihrer Umgebung nun auch noch auf das Gebirge auszudehnen. Bürgermeister Ehrhold sollte umdenken und seine Verantwortung anders definieren: Er sollte daran arbeiten, die sanfte Tourismuswirtschaft in seiner Stadt voranzubringen und auf das zu setzen, was seit Jahrmillionen vorhanden ist, keine Millioneninvestitionen braucht: und vor allem Teil unserer Existenzgrundlagen ist: die naturnahe Landschaft unseres Südharzes.
Dieses Denken fehlt weithin bei unseren Entscheidungsträgern, dem globalen ökologischen Desaster zum Trotz. Ein Umweltproblem wie den Klimawandel durch Naturzerstörung an anderer Stelle zu lösen, ist nicht zukunftsfähig.
Der Kapitalismus und mit ihm die gesamte Menschheit haben keine Chance, wenn sie und ihre Protagonisten nicht lernen, wahrhaft ökonomisch, also langfristig ressourcenschonend zu denken und zu handeln.
Natürlich ist aus dem Saulus STRABAG nicht plötzlich ein Paulus geworden: Der Konzern konzentriere sich, so heißt es weiter, auf einen anderen Thüringer Standort bei Probstzella. Dort wird es also die Zerstörung geben, die der Konzern und die Stadt Ellrich für unsere Heimat vorgesehen hatten.
Ich hoffe, dass sich die Menschen dort nicht von bunten Flyern und Glasperlen aller Art einlullen lassen, ja kämpferisch sind. Dasselbe hoffe ich für die Bewohner der Balkanländer, wo nach Zeitungsberichten nicht eins, sondern hunderte Wasserkraftwerke geplant sind und letzte unberührte Landschaften zerstören sollen.
Das Aus für das Pumpspeicherwerk zwischen Appenrode und Rothesütte kann daher nur teilweise positiv stimmen. Die Zerstörung unserer Zukunft geht andernorts weiter.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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