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Rietschel und Gesenius in der Flohburg

Dienstag, 20. Januar 2015, 09:02 Uhr
In der Flohburg wird Heidelore Kneffel am kommenden Samstag wieder durch die derzeitige Sonderausstellung des Hauses, die sich dem Bildhauer Ernst Rietschel, der Erbauer des Neptuns, und dem Gelehrten Wilhelm Gesenius widmet. Als Teil der Ausstellung kann sich die Flohburg seit Dezember über einen Neuzugang freuen...

Am Samstag, dem 24.1.2015, gibt es ab 15.00 Uhr eine Führung in der aktuellen Sonderausstellung der Flohburg über den Bildhauer Ernst Rietschel, 1814-1861, und den Gelehrten Wilhelm Gesenius, 1786-1842. Diese beiden bedeutenden Persönlichkeiten sind mit Nordhausen in Verbindung zu bringen, weshalb diese Präsentation für das stadtgeschichtlichen Museum konzipiert wurde.
Gesenius, Sohn eines angesehenen Arztes, stammt aus Nordhausen und entfaltete an der Universität in Halle/Saale eine beispielhafte wissenschaftliche Laufbahn als Theologe und Orientalist.

Der Künstler Rietschel, Mitbegründer der Dresdner Bildhauerschule der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert, ist als genialer Gestalter zahlreicher plastischer Werke, z. B. des Doppelstandbildes der Dichter Goethe und Schiller in Weimar, in der Kunstgeschichte verewigt. Beide lebten von 1814 bis1842 gemeinsam in Deutschland, begegneten sich direkt jedoch nie. Dennoch ist ihr Wirken miteinander verknüpft, wie die Ausstellung abwechslungsreich darstellt, so die Meinung der bisherigen Besucher.
Wilhelm Gesenius blieb Nordhausen zeitlebens durch seine Schwester und Freunde verbunden, kannte von seinen Besuchen den im Sommer 1828 auf dem Kornmarkt in einer alten Wasserkunst errichteten Neptun, das bildhauerische Erstlingswerk des jungen Ernst Rietschel.

Büste des Wilhelm Gesenius (Foto: Heidelore Kneffel) Büste des Wilhelm Gesenius (Foto: Heidelore Kneffel) Seit November 1935 steht der Brunnen in der Promenade. Leider weist dort kein Schild auf den großen Künstler hin. Vielleicht finden sich dank der Ausstellung Personen, die zum Herstellen einer kleinen Tafel einen Obolus spenden.

Der Bildhauer erfuhr von dem anerkannten Hallenser Professor erst nach dessen Tod. Man beauftragte ihn, von Gesenius eine Porträtbüste zu formen.

Die Marmorausführung wurde 1850 im Hauptgebäude der Universität Halle aufgestellt, wo sie bis heute zu sehen ist. Ab Dezember 2014 gehört eine Neuabformung aus Gips der Stadt Nordhausen. Sie ist in der Sonderausstellung zu sehen.
Autor: red

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