Rathaus soll verputzt werden
Freitag, 16. Januar 2015, 16:55 Uhr
Auf seiner gestrigen Sitzung hat sich der Denkmalbeirat der Stadt Nordhausen nach längerer Diskussion mehrheitlich für einen Verputz der Rathausfassade ausgesprochen zu deren Sanierung. Der Beirat hatte gestern Abend im Kunsthaus Meyenburg getagt...
Gast war Dr. Thomas Nitz, Dr. Thomas Nitz, Gebietsreferent Nordthüringen, beim Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.
Nach dem Vortrag der Kernpunkte des Schadensgutachtens von Dr. Hans-Werner Zier von der Materialforschungs und -prüfanstalt an der Bauhausuniversität Weimar durch Heiko Müller vom Bauamt, sagte Dr. Nitz, dass seine Behörde den Empfehlungen des Gutachters folge, und zu einem Verputz rate.
Aus mehreren Gründen: 1. Das Rathaus war ursprünglich verputzt. Das haben die Erbauer so gewollt, das zeigen die Befunde der Putzreste;
2. mit der Alterativvariante der aufwändigen Ausbesserung von Verfugungen, dem Austausch von Steinen und nicht verträglichen Baumaterialien entsteht ein Fassadenbild, das nur schwer mit denkmalpflegerischen Ansprüchen vereinbar ist und auch optisch wenig erfreulich sein wird. Die derzeitige optische Homogenität resultiert lediglich aus dem jahrhundertelangen Patina-Auftrag;
3. Eine Sanierung der Fassade unter Beibehaltung der Steinsichtigkeit bringt in vielen Bereichen nur eine begrenzte Haltbarkeit. Deshalb bleibt es bei unserem Votum: Wir empfehlen die Verputzung. Für künftige Generationen erhalten Sie so auch am besten den darunter liegenden Bestand.
Dr. Nitz warnte vor der auch öffentlich als Lösung des Fassadenproblems propagierten Hydrophobierung, um die steinsichtige Fassade zu erhalten: Lassen Sie die Finger davon. Das ist keine seriöse Lösung.
Heidelore Kneffel sagte: Ich bin froh, dass sich endlich der Sanierung der Fassade angenommen wird. Schon Anfang der 90-iger haben Experten auf den schlechten Zustand der Steine hingewiesen. Leider hat niemand hat reagiert.
Frau Kneffel verwies darauf, dass sich Generationen von Nordhäusern an die jetzige steinsichtige Optik der Fassade gewöhnt haben. Deshalb wäre es gut, wenn die Steinsichtigkeit sich zumindest als `Zitate´ nach einer Verputzung wiederfinden. Dr. Nitz sagte, dass ja das gesamte benachbarte Stadthaus unverputzt bleibe. Auch Markus Veith verwies auf die lange Historie des unverputzten Hauses. Sicher, es wurde als verputzter Bau gebaut. Doch man hat sich an die Steinfassade gewöhnt. Genauso wichtig wär es gewesen, im Zuge der Dachsanierung die historischen Gauben wieder herzustellen.
Die Restauratorin Suzy Hesse verwies auf die Potenziale einer Verputzung: Die Wiederherstellung der originalen Renaissance-Verputzung für das Rathaus wird neue ästhetische und kunsthistorische Akzente setzen. Es entsteht ein eindrucksvolles Gesamtbild, das die renaissancetypischen Akzente wieder deutlich hervortreten lässt.
Das betonte Dr. Zeh: Die Stadt bekommt anstelle der gewohnten steinsichtigen Fassade das ursprüngliche Renaissance Ambiente in seiner alten Pracht zurück. Dieses Ambiete wird wieder erlebbar sein, auch, weil eine Putz verwendet wird, der die Historie des Hauses eher betonen als verwischen wird.
Peter Schwarz sagte, dass er sich mit einer Verputzung nicht anfreunden werde. Doch müssen wir den Fakten ins Auge sehen: Wollen wir unser Rathaus erhalten, müssen wir es verputzen – auch mit Blick auf den Aufwand und die Eignung der Alternativen.
Jürgen Gerboth, Vertreter der Architektenkammer, verwies auf die gelungen Verputz der Blasii-Kirchtürme.
Dr. Zeh stellte klar, dass aufgrund des fehlenden Haushalts noch kein Termin für die Fassadensanierung feststehe und Beschlussfassungen des Stadtrates nötig seien. Darüber hinaus wird es vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten ein `Nordhäuser Stadtgespräch´ geben.
Autor: redGast war Dr. Thomas Nitz, Dr. Thomas Nitz, Gebietsreferent Nordthüringen, beim Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.
Nach dem Vortrag der Kernpunkte des Schadensgutachtens von Dr. Hans-Werner Zier von der Materialforschungs und -prüfanstalt an der Bauhausuniversität Weimar durch Heiko Müller vom Bauamt, sagte Dr. Nitz, dass seine Behörde den Empfehlungen des Gutachters folge, und zu einem Verputz rate.
Aus mehreren Gründen: 1. Das Rathaus war ursprünglich verputzt. Das haben die Erbauer so gewollt, das zeigen die Befunde der Putzreste;
2. mit der Alterativvariante der aufwändigen Ausbesserung von Verfugungen, dem Austausch von Steinen und nicht verträglichen Baumaterialien entsteht ein Fassadenbild, das nur schwer mit denkmalpflegerischen Ansprüchen vereinbar ist und auch optisch wenig erfreulich sein wird. Die derzeitige optische Homogenität resultiert lediglich aus dem jahrhundertelangen Patina-Auftrag;
3. Eine Sanierung der Fassade unter Beibehaltung der Steinsichtigkeit bringt in vielen Bereichen nur eine begrenzte Haltbarkeit. Deshalb bleibt es bei unserem Votum: Wir empfehlen die Verputzung. Für künftige Generationen erhalten Sie so auch am besten den darunter liegenden Bestand.
Dr. Nitz warnte vor der auch öffentlich als Lösung des Fassadenproblems propagierten Hydrophobierung, um die steinsichtige Fassade zu erhalten: Lassen Sie die Finger davon. Das ist keine seriöse Lösung.
Heidelore Kneffel sagte: Ich bin froh, dass sich endlich der Sanierung der Fassade angenommen wird. Schon Anfang der 90-iger haben Experten auf den schlechten Zustand der Steine hingewiesen. Leider hat niemand hat reagiert.
Frau Kneffel verwies darauf, dass sich Generationen von Nordhäusern an die jetzige steinsichtige Optik der Fassade gewöhnt haben. Deshalb wäre es gut, wenn die Steinsichtigkeit sich zumindest als `Zitate´ nach einer Verputzung wiederfinden. Dr. Nitz sagte, dass ja das gesamte benachbarte Stadthaus unverputzt bleibe. Auch Markus Veith verwies auf die lange Historie des unverputzten Hauses. Sicher, es wurde als verputzter Bau gebaut. Doch man hat sich an die Steinfassade gewöhnt. Genauso wichtig wär es gewesen, im Zuge der Dachsanierung die historischen Gauben wieder herzustellen.
Die Restauratorin Suzy Hesse verwies auf die Potenziale einer Verputzung: Die Wiederherstellung der originalen Renaissance-Verputzung für das Rathaus wird neue ästhetische und kunsthistorische Akzente setzen. Es entsteht ein eindrucksvolles Gesamtbild, das die renaissancetypischen Akzente wieder deutlich hervortreten lässt.
Das betonte Dr. Zeh: Die Stadt bekommt anstelle der gewohnten steinsichtigen Fassade das ursprüngliche Renaissance Ambiente in seiner alten Pracht zurück. Dieses Ambiete wird wieder erlebbar sein, auch, weil eine Putz verwendet wird, der die Historie des Hauses eher betonen als verwischen wird.
Peter Schwarz sagte, dass er sich mit einer Verputzung nicht anfreunden werde. Doch müssen wir den Fakten ins Auge sehen: Wollen wir unser Rathaus erhalten, müssen wir es verputzen – auch mit Blick auf den Aufwand und die Eignung der Alternativen.
Jürgen Gerboth, Vertreter der Architektenkammer, verwies auf die gelungen Verputz der Blasii-Kirchtürme.
Dr. Zeh stellte klar, dass aufgrund des fehlenden Haushalts noch kein Termin für die Fassadensanierung feststehe und Beschlussfassungen des Stadtrates nötig seien. Darüber hinaus wird es vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten ein `Nordhäuser Stadtgespräch´ geben.

