Da gibt es etwas nachzutragen
Mittwoch, 14. Januar 2015, 12:25 Uhr
Das war schon ein denkwürdiger Neujahrsempfang der Stadt Nordhausen gestern Abend im neuen Bürgerhaus. Vor allem, weil es zwei Reden gab, die unterschiedlicher nicht hätten sein können...
Die Festrede blieb naturgemäß einem der Einlader vorbehalten - Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Dessen "Trauerrede" auf den derzeitigen finanziellen Zustand der Stadt Nordhausen stieß auf mehr oder weniger Verwunderung. Auch und vor allem die Aussage, dass die Doppik als eine der Schuldigen für die Finanzmisere ausgemacht wurde, war für viele Anwesende der Knaller.
Vielmehr hätte Zeh begründen können, dass die Finanzmisere ihren Ursprung schon in den Jahren vor seinem Amtsantritt hatte und nur durch fiskalisches Jonglieren verdeckt werden konnte. Er hätte auch sagen können, dass er nun entschieden habe, wieder von der Doppik wegzukommen, denn Straßen oder das Rathaus wird wohl kaum jemand kaufen. Er tat es nicht, sondern flehte als Bittsteller in Richtung des Landes, in Richtung Bodo Ramelow.
Der wiederum hielt eine brillante Rede, die selbst in andersfarbigen Polit-Kreisen und vor allem in Unternehmerkreisen starken Beifall und einiges Entzücken hervorrief. Bodo Ramelow referierte die Landespolitik, verpasste der jetzigen Opposition hin und wieder einen Schlenker und er sagte zu: Er werde sich kümmern, ließ das Ergebnis offen. Aber - ob nun Wacker Nordhausen, das Rathaus oder die Gipsindustrie werden ihn beim Wort nehmen.
Erklärungen gefordert (Foto: nnz)
Gisela Hartmann meldete Erklärungsbedarf beim Thüringer Ministerpräsidenten an
Denn der linke Ministerpräsident hatte das fertig gebracht, was seine Vorgänger nicht konnten. Er forderte zum Dialog zwischen Gips abbauenden Unternehmen und der Region auf. Auf Basis bestehender Gesetze. Und zwar der Gesetze, die ausschließlich vom Bundestag novelliert werden können. Kommunikation statt Konfrontation. Mit einander statt übereinander reden.
Das war gestern der eigentliche Paukenschlag, der einigen Gästen (Grünen) ruckartig das Entsetzen in die Gesichter trieb und die nun natürlich Erklärungsbedarf sehen. Hier im kommunalen Revier und natürlich auch auf Landesebene, schließlich führt der Linke eine Koalition an, die eben nicht nur zweimal Rot, sondern auch Grün daherkommt.
Für die Gipsunternehmen der Region hat seit gestern vermutlich eine neue Ära begonnen. Sie freuen sich, dass sachlich über ihre Zukunft und die der schützenswerten Landschaft miteinander geredet werden kann. Und vielleicht kommt "am Ende" ein Kompromiss heraus, den viele jetzt, hier und heute nicht für möglich halten.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redDie Festrede blieb naturgemäß einem der Einlader vorbehalten - Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Dessen "Trauerrede" auf den derzeitigen finanziellen Zustand der Stadt Nordhausen stieß auf mehr oder weniger Verwunderung. Auch und vor allem die Aussage, dass die Doppik als eine der Schuldigen für die Finanzmisere ausgemacht wurde, war für viele Anwesende der Knaller.
Vielmehr hätte Zeh begründen können, dass die Finanzmisere ihren Ursprung schon in den Jahren vor seinem Amtsantritt hatte und nur durch fiskalisches Jonglieren verdeckt werden konnte. Er hätte auch sagen können, dass er nun entschieden habe, wieder von der Doppik wegzukommen, denn Straßen oder das Rathaus wird wohl kaum jemand kaufen. Er tat es nicht, sondern flehte als Bittsteller in Richtung des Landes, in Richtung Bodo Ramelow.
Der wiederum hielt eine brillante Rede, die selbst in andersfarbigen Polit-Kreisen und vor allem in Unternehmerkreisen starken Beifall und einiges Entzücken hervorrief. Bodo Ramelow referierte die Landespolitik, verpasste der jetzigen Opposition hin und wieder einen Schlenker und er sagte zu: Er werde sich kümmern, ließ das Ergebnis offen. Aber - ob nun Wacker Nordhausen, das Rathaus oder die Gipsindustrie werden ihn beim Wort nehmen.
Erklärungen gefordert (Foto: nnz)
Gisela Hartmann meldete Erklärungsbedarf beim Thüringer Ministerpräsidenten anDenn der linke Ministerpräsident hatte das fertig gebracht, was seine Vorgänger nicht konnten. Er forderte zum Dialog zwischen Gips abbauenden Unternehmen und der Region auf. Auf Basis bestehender Gesetze. Und zwar der Gesetze, die ausschließlich vom Bundestag novelliert werden können. Kommunikation statt Konfrontation. Mit einander statt übereinander reden.
Das war gestern der eigentliche Paukenschlag, der einigen Gästen (Grünen) ruckartig das Entsetzen in die Gesichter trieb und die nun natürlich Erklärungsbedarf sehen. Hier im kommunalen Revier und natürlich auch auf Landesebene, schließlich führt der Linke eine Koalition an, die eben nicht nur zweimal Rot, sondern auch Grün daherkommt.
Für die Gipsunternehmen der Region hat seit gestern vermutlich eine neue Ära begonnen. Sie freuen sich, dass sachlich über ihre Zukunft und die der schützenswerten Landschaft miteinander geredet werden kann. Und vielleicht kommt "am Ende" ein Kompromiss heraus, den viele jetzt, hier und heute nicht für möglich halten.
Peter-Stefan Greiner
