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Thüringer Strombrücke kommt

Dienstag, 13. Januar 2015, 13:44 Uhr
Es gibt keine rechtliche Möglichkeit, den dritten Bauabschnitt der Thüringer Strombrücke (380-KV-Leitung) durch den Thüringer Wald aufzuhalten. Das ist das Ergebnis einer im Koalitionsvertrag vereinbarten juristischen Prüfung durch das Thüringer Energieministerium...


„Den Planungsstand und das Projekt haben wir von der Vorgängerregierung geerbt. Wir wollen die kommenden Baumaßnahmen transparent machen. Die Landesregierung nimmt die Bedenken der Thüringer Bürgerinnen und Bürger sehr ernst. Deshalb haben wir geprüft, ob rechtliche Möglichkeiten bestehen, das Genehmigungsverfahren für den dritten Bauabschnitt der Thüringer Strombrücke auszusetzen", sagte Thüringens Energieministerin Anja Siegesmund heute in Erfurt. Die Ministerin rechnet nun damit, dass 50Hertz in Kürze mit den Bauarbeiten beginnen wird.

Bei der im Raum stehenden Trassenvariante von Altenfeld nach Schalkau handelt es sich um diejenige Variante, die mit den geringsten Eingriffen verbunden ist, das heißt: weniger Belastung für Menschen, Tiere und Pflanzen.

„Wenn schon der Bau der Thüringer Strombrücke nicht verhindert werden kann, haben wir erreicht, dass sich im Ergebnis die ökologisch sinnvollste Variante durchgesetzt hat“, so Siegesmund. Die Ministerin drängt darauf, dass der Ausbau bis Schalkau vier Systemen (à drei Leitungen) auch weiter auf einer Trasse bis Bayern fortgeführt wird. Einer weiteren Trasse in Südthüringen, welche direkt von Schalkau aus Strom nach Grafenrheinfeld führen könnte (Projekt „P 44“), erteilte Siegesmund eine klare Absage.

„Thüringen steht zur Energiewende. Aber das Land Bayern kann die Energiewende nicht nach dem Sankt-Florians-Prinzip laufen lassen“, so die Energie- und Umweltministerin. Siegesmund kämpft dafür, möglichst viele Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchzusetzen. Dazu gehören das ökologische Schneisenmanagement ebenso wie Projekte für den Artenschutz, im Forst, sowie Pflanzungen, Pflege von Bergwiesen und Wasserbauprojekte oder der Rückbau von Freileitungen.

Den zusätzlichen Bau einer Gleichstromtrasse durch Ostthüringen lehnte die Ministerin wiederholt ab: „Ich erwarte, dass vor allem der dahinter stehende Strombedarf überprüft und alle zur Verfügung stehenden Alternativen wie beispielsweise die Netzertüchtigung bestehender Stromtrassen ernsthaft geprüft werden. Ich bin nach Gesprächen mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz guter Hoffnung, dass dort die Suche nach Alternativen neu ansetzt und wir auf den Bau einer neuen Trasse verzichten können.“
Autor: red

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