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Handball: In alte Fehlermuster verfallen

Montag, 12. Januar 2015, 18:42 Uhr
Mit einer ärgerlichen, weil völlig unnötigen 20:24-Heimniederlage gegen den HSV Weimar sind die Handballfrauen des Nordhäuser SV ins neue Jahr gestartet....

Handballthüringenliga Frauen
Nordhäuser SV – HSV Weimar 20:24 (13:15)


Während sich Weimar dadurch hinter Jena auf Tabellenplatz Zwei vorschob haben es die Nordhäuserinnen verpasst, sich weiter von der Abstiegszone zu entfernen.

Die Mannschaft muss sich fragen, warum man 15 Minuten lang hervorragend gespielt hat, dann aber plötzlich völlig den Faden verloren hat und in alte Fehlermuster verfiel.

Wie gesagt, es war zunächst ein hervorragendes Spiel, an dem auch die mit nur sieben Feldspielerinnen angereisten, körperlich starken Gäste ihren Anteil hatten. Beide Seiten agierten im Angriff mit gutem Laufspiel, sicheren Ballstaffetten und Zug zum Tor. Die NSV-Abwehr stand aber sicherer, kam dadurch zu mehreren Konterchancen. Nachdem anfangs die Führung mehrfach wechselte konnte sich Nordhausen dadurch auch ein Übergewicht verschaffen und auf 7:4 davon ziehen.

Weimars Trainer erkannte schnell die Gefahr und nahm eine Auszeit (12. Minute). Die brachte zunächst noch nicht den erhofften durchschlagenden Erfolg. Zwar konnte man auf 6:7 verkürzen, hatte dabei aber auch Glück, dass Diana Bückerts Wurf vom Pfosten ins Aus ging. „Teddy“ Dudek traf dafür wenig später zum 8:6 und die Nordhäuser Welt war da noch in Ordnung. Was folgte war aber dann nicht mehr in Ordnung.

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Nach starkem Beginn gelangen dem NSV nur noch selten gute Spielzüge die zu solch freier Wurfposition führten. (Foto: Uwe Tittel) Nach starkem Beginn gelangen dem NSV nur noch selten gute Spielzüge die zu solch freier Wurfposition führten. (Foto: Uwe Tittel)
Nach starkem Beginn gelangen dem NSV nur noch selten gute Spielzüge die zu solch freier Wurfposition führten.

Plötzlich kein sicherer und überlegter Spielaufbau mehr, statt dessen überhastete und schwache Würfe. Hinzu kam schlechtes Rückzugsverhalten. Und das lag ganz bestimmt nicht nur an den jetzt erfolgten Einwechslungen. Weimarer sagte Danke, konnte nun selber kontern und zog auf 10:8 vorbei. Die eingewechselte Desire Balik und die kleine Lina Freudenberg mit einem überraschenden Wurf aus dem Rückraum schafften noch einmal den Ausgleich zum 10:10.

Aber es blieb dabei: Die spielerische Linie war wie weggeblasen. Technische Fehler häuften sich und jeder schwache Wurf zog sofort einen Konter nach sich. Weimar zog auf 15:12 davon, ehe Julia Nagler noch zum Halbzeitstand von 13:15 traf.

Ein Pfostentreffer von Jenny Mohrig und ein verwandelter Strafwurf von Claudia Dudek ließ zu Beginn der zweiten Halbzeit neue Hoffnung aufkommen. Doch nun steigerte sich Weimars Torfrau. Zehn Minuten lang ließ sie kein Nordhäuser Feldtor mehr zu, musste nur bei einem weiteren Siebenmeter noch einmal hinter sich greifen.

Dass die Gäste ihren Vorsprung dennoch nur auf 19:15 erhöhten lag zum einen daran, dass auch sie jetzt Fehler machten, vor allem aber daran, dass nun auch die bis dahin nicht immer glücklich agierende Nancy Brodhuhn im NSV-Gehäuse mehrfach glänzend parierte. Leider verlieh das ihren Vorderleuten nicht den nötigen Schub. Auch eine Auszeit (43.) brachte nichts, Weimar zog danach sogar auf 21:15 davon, ehe Stephanie Kruse das erste Feldtor in Halbzeit Zwei gelang (49.).

Das schien nun endlich doch noch einmal neue Kräfte frei gesetzt haben, denn trotz weiter hoher Fehlerrate aber mit großem Einsatz kämpften sich die Nordhäuserinnen auf 20:22 heran und es waren noch gut fünf Minuten zu spielen. Auszeit Weimar. Leider wollten beim NSV danach einige zu sehr mit dem Kopf durch die Wand. Da auch von der Bank nicht schnell genug reagiert. Weimar nutzte jedenfalls noch zwei kapitale Fehler und entschied die Partie damit endgültig zu seinen Gunsten.

Nancy Brodhuhn – Claudia Dudek (6/3), Lina Freudenberg (2), Julia Nagler (2), Jenny Mohrig (6), Jenny Struck, Anna Reinhardt, Diana Bückert (2), Patricia Bischoff, Desire Balik (1), Sephanie Kruse (1), Evelyn Kallmeyer, Stefanie Knolle
Uwe Tittel
Autor: red

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